Dreharbeiten auf Eiderstedt : „Tod auf der Insel“ – Stubbe ermittelt in Nordfriesland

Die Hauptdarsteller:  Das Pärchen Wolfgang Stumph und Heike Trinker mit den Inselpolizisten Caroline Hanke und Knud Riepen.
Die Hauptdarsteller: Das Pärchen Wolfgang Stumph und Heike Trinker mit den Inselpolizisten Caroline Hanke und Knud Riepen.

Schauspieler Wolfgang Stumph schlüpft für ein ZDF-Spezial noch einmal in die Rolle des beliebten TV-Kommissars.

shz.de von
29. November 2017, 14:00 Uhr

Tetenbüll | Vor dem Gemeindehaus Tetenbüll steht ein Streifenwagen. Um das blau-weiße Fahrzeug tummeln sich Kameraleute, geschützt von Regenjacken und Schirmen. Die Beifahrertür ist leicht geöffnet. Heraus schaut Wolfgang Stumph im Wintermantel. Der Schauspieler ist nach vier Jahren zurück in seine Rolle als Kommissar Wilfried Stubbe geschlüpft. Dieses Mal aber nicht in Hamburg oder Dresden, sondern im herbstlichen Nordfriesland. Es ist nicht der Beginn einer Fortsetzung der Krimi-Reihe „Von Fall zu Fall“, sondern ein einmaliges Stubbe-Spezial, das der TV-Sender ZDF in der Region unter dem Arbeitstitel „Stubbe – Tod auf der Insel“ dreht. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

Das Filmteam war unter anderem schon auf Amrum und in Husum, jetzt dreht es auf Eiderstedt. Das Stubbe-Spezial soll auf einer fiktiven Insel namens Wittsund spielen. Der Kommissar Stubbe im Ruhestand und seine jüngere Partnerin Marlene Berger, gespielt von Heike Trinker, machen dort gerade Urlaub, als eine tote Frau am Strand gefunden wird.

Das Tetenbüller Gemeindehaus stellt die Polizeiwache auf Wittsund dar. Schauspielerin Heike Trinker steht am Set ein bisschen abseits vom Polizeiwagen vor der Wache. Sie presst eine Wärmflasche an ihren Oberkörper, wärmt ihre Hände. Auf ein Zeichen der Regie drückt sie die Wärmequelle einem Statisten in die Hand und bereitet sich vor: Sie hüpft auf der Stelle und schüttelt ihre Glieder, wie ein Fußballer kurz vor dem Anpfiff des Spiels. Dann geht es los, die Kamera läuft. Trinker in der Rolle von Marlene Berger geht entschlossen auf den Streifenwagen zu, Wolfgang Stumph stößt die Tür ganz auf, kommt ihr entgegen. Sie unterhalten sich kurz. Er wirkt aufgebracht. Dann gehen sie Arm in Arm aus dem Bild.

Drehen im herbstlichen Nordfriesland: Die Schauspieler wie hier Heike Trinker wärmen sich in den Pausen immer wieder mit Hilfe von Wärmflaschen auf.
Volkert Bandixen
Drehen im herbstlichen Nordfriesland: Die Schauspieler wie hier Heike Trinker wärmen sich in den Pausen immer wieder mit Hilfe von Wärmflaschen auf.
 

Die Szene wird zwei Mal gedreht. Sobald die Kamera aus ist, bekommen die Schauspieler wieder Wärmflaschen in die Hände gedrückt. Es ist kalt. Die Temperaturen sind niedrig, die Luft feucht. „Wir haben uns die Jahreszeit bewusst als Drehzeit ausgesucht. Ich sage immer: Das Wetter ist der dritte Darsteller“, erklärt Wolfgang Stumph. Der Sachse kennt die Ostsee mit ihrer Steilküste. „Die Nordsee mit ihrer Ebbe und Flut ist aber völlig neu für mich“, sagt der 71-Jährige. Privat war er ansonsten bereits auf Föhr, zum Drehen auf Sylt. „Hier wird man blöd angeschaut, wenn man guten Tag sagt. Moin, moin heißt das – sagen die Leute“,meint der Schauspieler lachend und vergleicht Sachsen mit Nordfriesen: „Die Ruhe haben sie beide weg. Sie sind beide mit ihrer Heimat stark verwurzelt“, sieht er Parallelen und sagt mit einem Schmunzeln: „Und wenn Nordfriesen richtig ins Texten kommen, sind sie genauso schlecht zu verstehen wie ich mit meinem Sächsisch.“

Fisch sei zudem typisch nordfriesisch. Er habe hier schon alles gegessen, auch Fischbrötchen rauf und runter. Das Essen sei natürlich echt norddeutsch, sagt auch seine Kollegin Heike Trinker, die in Nortorf aufgewachsen ist, heute aber in Köln wohnt. „Es ist das erste Mal, dass ich über einen langen Zeitraum im Norden drehe“, erzählt die Schauspielerin. „Plattdeutsch kann ich leider nicht, aber ich verfalle gleich ins Norddeutsche. Sage wieder Moin.“ In ihrer Kindheit ist sie viel in Nordfriesland gewesen. Sie erinnert sich noch an die Küche – an Grünkohl mit süßen Kartoffeln oder eine Milchsuppe mit Kartoffeln und Wurst. Mit dem Norden verbindet Trinker vor allem das Wasser.

Nach vier Jahren wieder in seine alte Rolle zu schlüpfen, ist für Wolfgang Stumph nicht schwierig. „Es ist ein bisschen wie ,täglich grüßt das Murmeltier’. Ein Teil des Teams ist gleich, die vier Jahre sind kaum zu spüren“, sagt der Stubbe-Darsteller, der von 1995 bis 2014 als TV-Kommissar in Hamburg ermittelte.

Nun kehrt er als Stubbe im Ruhestand auf die Leinwand zurück. Dieser reist nach einer Stent-OP auf die Nordseeinsel Wittsund. Seine Freundin und Kriminaltechnikerin Marlene Berger hat ihn dorthin eingeladen, um über ihre Beziehung zu sprechen. Nahezu nebenbei unterstützen die Beiden die jungen Inselpolizisten bei einer Mordermittlung. „Am Ende sind zwei Fälle geklärt: die Beziehung der beiden Hauptdarsteller und ein Mordfall“, verrät Wolfgang Stumph.

Untergebracht sind Darsteller und Crew in St. Peter-Ording. Abends sind viele aber so müde vom Drehtag und müssen sich oft auf den nächsten Tag vorbereiten, dass nur wenig Zeit bleibt, den Kurort zu genießen. „Einige waren aber schon in der Therme oder im Nordlicht-Kino. Vielleicht schaffe ich es am Wochenende mal“, sagt Heike Trinker. Vorgenommen hat sie sich auf jeden Fall, gemeinsam mit Wolfgang Stumph Grünkohl essen zu gehen – so wie sie die norddeutsche Küche von früher kennt.






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