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Auf Nummer sicher : Tipps gegen den Enkel-Trick und andere Maschen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wie können sich Senioren gegen Betrüger wehren? Gute Tipps gab es auf einer Vortragsveranstaltung in der Husumer Fliliale der Nord-Ostsee-Sparkasse.

Es war die erste gemeinsame Vortragsveranstaltung zum Thema „Enkeltrick und andere Maschen“ von Polizei und Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa), und sie stieß auf großes Interesse. Mehr als 30 Senioren hörten nicht nur aufmerksam zu: Mit eigenen Erlebnissen machten sie aus dem Vortrag von Ex-Polizeihauptkommissar Johannes Schaer und Nospa-Regionaldirektor Jan Otzen eine spannende Diskussionsrunde.

Schaer war mehr als 40 Jahre bei der Landespolizei tätig und auch Revierleiter in Husum. Jetzt berät er im Senior-Kompetenz-Team Nordfriesland und im Auftrag des schleswig-holsteinischen Rates für Kriminalitätsverhütung ältere Menschen auf ehrenamtlicher Basis. Viel wahrscheinlicher als ein Überfall auf der Straße sei für Senioren die Gefahr, abgezockt zu werden. „Täuschen, Lügen, Tricksen“, beschrieb er die Vorgehensweise der Täter. Gegen diese hatte er jede Menge Sicherheits-Tipps im Gepäck. Etwa die Empfehlung, an der Tür Sprechanlage, Schließkette und Sperrriegel zu benutzen und keine Fremden in die Wohnung zu lassen – auch nicht für ein Glas Wasser. „Das kann man ebenso durch die gesicherte Tür reichen wie ein Telefon“, sagte er und empfahl, bei angeblichen Handwerkern und Behörden-Mitarbeitern Ausweise zu verlangen und beim Entsender nachzufragen.

Gerade Menschen einer Generation, die noch Wert auf Höflichkeit und Hilfsbereitschaft legt, müssten das Nein-Sagen lernen. Dazu gehöre auch, nie etwas an der Haustür zu kaufen und vorsichtig mit Gewinn-Benachrichtigungen zu sein. „Niemand hat etwas zu verschenken“, sagte er und warnte davor, E-Mails unbekannter Absender zu öffnen oder darin enthaltene Links und angehängte Dateien anzuklicken.

Unklug sei es, größere Geldbeträge zu Hause aufzubewahren. Dieses Stichwort nutzte Jan Otzen für eine Exkursion in den Bereich des Online-Bankings. Die Gefahr, hier Opfer eines Betrugs zu werden, sei sehr gering. Auch zum „Enkeltrick“ hatte der Nospa-Experte beizutragen: „Kaum jemand braucht heute noch größere Bargeld-Summen, um etwas zu bezahlen. Deshalb fragen wir an der Kasse bei allen höheren Beträgen vorsichtshalber nach dem Grund für die Abhebung und raten gegebenenfalls zur Überweisung.“

Für den Stadtgang hatte Schaer einen Tipp parat: Um für kleine Beträge nicht das Portemonnaie aus der Tasche ziehen zu müssen und so zu verraten, wo man es aufbewahrt, empfahl er, sich ein paar Münzen lose in die Tasche zu stecken. Zudem riet er, sich im Wohnumfeld für andere mit verantwortlich zu fühlen. Mit dem Leeren der Briefkästen im Urlaub, dem Notieren unbekannter Kennzeichen und der Ansprache fremder Personen in der Straße mit den Worten „Wen suchen Sie?“ mache man deutlich: „Hier wohnt ein wachsamer Nachbar!“ Dunkle Gestalten mögen so etwas nicht. „Und wenn doch was passiert: Wählen Sie den Notruf 110 lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, riet Schaer.

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