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St. Peter-Ording : Tipps für ein aktives Leben im Alter

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Maria von Welser las in St. Peter-Ording vor zahlreichen Zuchauern aus ihrem Buch "Heiter weiter".

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 08:07 Uhr

St. Peter-Ording | Prominenter Gast bei "Literatur und Musik unter Reet" im Nordseebad: Maria von Welser, die das TV-Frauen-Magazin "Mona Lisa" erfand und moderierte, las aus ihrem neuesten Buch. Die Loo im Museum der Landschaft Eiderstedt zeigte sich gut gefüllt, als die Autorin ihr Buch "Heiter weiter" vorstellte.

Das beschäftigt sich mit dem "Dritten Leben", Welsers Umschreibung für die Zeit nach einer arbeitsreichen Berufsausübung. "Denn noch nie wurden Menschen in der Bundesrepublik so alt", erklärte die Autorin, "sind dabei meist bester Gesundheit und haben auch keine finanziellen Sorgen." Deshalb verwende sie nicht die Begriffe "Ruhestand" oder "Pension", das höre sich zu negativ an, sondern lieber "drittes Leben", denn dies seien geschenkte Jahre, die man für sich und andere nutzen sollte. "Ich möchte Mut mit meinem Buch machen", erklärte von Welser, "weil bald gut ein Drittel der Deutschen über 60 Jahre alt sein werden. Es soll einen Weg zwischen Müßiggang und Engagement aufzeigen." Denn Beschäftigung im Alter sei wichtig, die Autorin engagiert sich selbst unter anderem beispielsweise für Unicef, verteilt aber auch in der Hamburger Kleiderkammer gebrauchte Garderobe an Bedürftige. Es sei wichtig, sich auf den Ruhestand vorzubereiten, meinte von Welser, damit man nicht in ein Loch falle, weil ein wichtiger Aspekt im Leben, nämlich die Arbeit, weggefallen ist.

Die Autorin warnt in ihrem Buch vor Dingen, die ihrer Meinung nach möglichst vermieden werden sollten: "Sagen Sie nie vor jungen Leuten, dass früher alles besser gewesen sei, selbst wenn es richtig sein sollte. Junge Menschen haben ihr Leben vor sich und wollen nicht wissen, wie es vor 30 Jahren war." Auch sei es lächerlich, sein wahres Alter zu verschweigen, denn dies sei offensichtlich ("Falten kommen nun einmal"), und warnte vor Schönheitschirurgie: "Ein verjüngtes Gesucht auf einem alternden Körper wirkt eher hilflos und peinlich. Wahre Schönheit kommt von innen, die Schönheit der Jugend ist nun mal unwiederholbar." Sie warnte auch eindringlich davor, als Ruheständler am früheren Arbeitsplatz aufzutauchen: "Sie stören da nur, denn Sie gehören nicht mehr dazu."

In der anschließenden Diskussion kam heraus, dass sich so mancher seinen Ruhestand anders vorgestellt hatte: "Man ist zwar fit, aber es gibt doch immer noch Verpflichtungen. Ich habe gedacht, es wäre mehr Raum für Spontaneität", so eine Zuhörerin. Aus dem Auditorium kam eine tröstende Bemerkung: "Wenn man sich etwas aussucht, was einem selbst wichtig ist, erlangt man auch eine große Zufriedenheit, das ist mehr als Verpflichtung." Aktivität bedeute aber auch Freiheit, meinte die Autorin, "eine Herausforderung annehmen ist im Alter wichtig. Jeder kann etwas tun, was immer es auch ist." Dies zeige sich an der Zahl der Ehrenamtler, die bundesweit im Einsatz sind - es sind mittlerweile 32 Millionen Menschen, bei einer Einwohnerzahl von rund 81 Millionen. Knapp 50 Zuhörer besuchten die Lesung, und damit zählte diese Veranstaltung zu den erfolgreichen in seinem Haus, wie Museumsleiter Peter Bothe betonte.

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