Neujahrsempfang des Kreisbauernverbandes : Tierwohl und Lebensqualität

Gastgeber Hans Friedrichsen (3. v. l.) begrüßte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.
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Gastgeber Hans Friedrichsen (3. v. l.) begrüßte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Beim Neujahrsempfang des Kreisbauernverbandes Husum-Eiderstedt blicken die Landwirte auf ein gutes Jahr zurück. Betriebe werden immer größer.

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19. Januar 2015, 06:30 Uhr

Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung konnte Hans Friedrichsen, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Husum-Eiderstedt, zu einem Neujahrsempfang im Osterkrug begrüßen. „Persönlich möchte ich mich bei allen Behördenvertretern für die immer offenen Türen und den konstruktiven Dialog bedanken, auch wenn im Einzelfall 2014 auch mal richtig gekämpft werden musste“, erklärte er. Weiterhin kündigte er an, dass es sein letzter Neujahrsempfang als Verbands-Vorsitzender sein werde: „Nach 46 Jahren persönlichen Vollgasgebens ist es an der Zeit, etwas kürzer zu treten.“

Die meteorologischen Daten für 2014 hätten eine um rund 2,5 Grad höhere Jahresmitteltemperatur ausgewiesen, stellte er in seinem Rückblick fest. „Dadurch, dass der Niederschlag relativ gut verteilt war, kann man sagen, die Landwirtschaft hatte ein super Jahr und bezüglich des Wetters keine Sorgen“, zeigte er sich zufrieden. Die Ernte sei problemlos abgelaufen, der Appell an die Berufskollegen zur Rücksichtnahme auf die Mitbürger sei gut angenommen worden.

Nicht so optimistisch fiel sein Blick in die Zukunft aus. „Auf der politischen Ebene kommen Risiken auf uns zu, die an die Existenz gehen können, auf dem Bundesparteitag der Grünen wurde ja nach unserem Empfinden zum Sturm auf die Landwirtschaft geblasen“, sagte Friedrichsen. „Übrigens kostet die jetzige Politik schon vielen bäuerlichen Familienbetrieben die Existenz, obwohl die Lippenbekenntnisse genau anders herum sind, werden sie durch hohe Auflagen und Standards arg gebeutelt.“ Sich selbst zu informieren und Anfragen zu formulieren sei die Kernaufgabe aller Abgeordneten „und nicht den Vorlagen mit vorgekauten zielorientierten Wegweisungen einiger blind zu folgen und nur die Hand zu heben“.

Unter Demokratie verstehe er nicht, beinhart die eigene Ideologie umzusetzen, sondern auch Kompromisse einzugehen, dieser Appell gehe an alle Fraktionen.

Bei der Diskussion um das Tierwohl komme ihm das Menschen- oder das Bauernwohl zu kurz. „Bauern haben auch einen Anspruch auf Lebensqualität wie Urlaub und Wochenende, das sollte jeder Bürger, der ja auch durch Industrialisierung und Arbeitsteilung einen Lebensstandard genießt, uns Bauern zugestehen“, so Friedrichsen. Die junge Generation sei zu Recht nicht mehr bereit, 365 Tage im Jahr in den Stall zu gehen. „Deshalb benötigen wir Betriebsgrößen ab zwei- bis zweieinhalb Arbeitskräften, um eine Lebensqualität sicherzustellen.

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