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Tierheim in Not : Tierschutz muss fester Posten werden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer Tierschutzverein erhält zu wenig Zuschüsse von der Stadt für seine Heimtiere. Dabei sind Kommunen verpflichtet, für deren Unterbringung und Pflege zu zahlen.

Die Tierheime in Schleswig-Holstein werden von den Kommunen ganz unterschiedlich finanziell unterstützt. Dies wurde bei einem Besuch von Vertretern des Landestierschutzverbandes Schleswig-Holstein im Tierheim „Mauseberge“ deutlich. Wobei der Vorsitzende des Verbandes, Wolfram Hartwich, auf die unterschiedlichen Größen der Einrichtungen und damit auch auf unterschiedlich hohe Kosten verwies. Doch letztlich sei es für alle schwierig, da die Mittel vor allem über Fördervereine und durch Spenden aufgebracht werden müssten.

Der Vorsitzende räumte in diesem Zusammenhang mit der gängigen Meinung auf, dass es sich bei Zuschüssen der Kommunen um freiwillige Leistungen handeln würde. Laut der Fundtier-Richtlinie, die im Amtsblatt des Landes Schleswig-Holstein nachzulesen sei, müsse die Gemeinde nicht nur für die Unterbringung, sondern auch für die entstandenen Kosten aufkommen. „Die Tiere müssen nach Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Februar 1993 ordnungsgemäß untergebracht und betreut werden.“ Danach gehören zu den Aufwendungen, die das Ordnungsamt zu erstatten hat, eine artgerechte Unterbringung, die Pflege und Ernährung sowie die notwendige tierärztliche Behandlung. „Hierzu zählen auch die Behandlungskosten für Verletzungen und akute Krankheiten sowie für unerlässliche prophylaktische Maßnahmen wie beispielsweise Impfungen und Entwurmungen“, fügte Hartwich hinzu.

Mit dem Zuschuss, den die Stadt dem Heim pro Tier überweist, kommt die Einrichtung des Tierschutzvereins Husum im Rödemisfeld 6 längst nicht aus. „Wir erhalten 60 Euro für ein Tier, egal, wie lange es in unserer Obhut ist“, erklärte die Vorsitzende, Inke Rath. „Das langt hinten und vorne nicht. Futter, Kastrationen, Impfungen und die tierärztliche Versorgung, dazu vorgeschriebene Fortbildungen für die Mitarbeiter – ganz zu schweigen von den Energiekosten, alles das tragen die Mitglieder und Spender“, betonte Rath. Freigebiger sei das Amt Nordsee-Treene. Es erstatte dem Heim 110 Euro für ein Tier und die Kosten für die Kastration. Die Vereinschefin erklärte, dass es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ordnungsamt gäbe. Doch die finanziellen Sorgen und Nöte müssten ernster genommen werden. Und nicht nur das, wie Hartwich meinte. Die einzelnen Tierheime müssten die Übernahme der zusätzlichen Kosten den Kommunen auch in Rechnung stellen. „So lange dies nicht geschieht, darf man sich über die minimalen Zuschüsse nicht beschweren.“

Tatsächlich ist die Vereinbarung der Stadt mit dem Tierheim über die Kostenübernahme schon fast 15 Jahre alt, merkte Rath an. Seither sei der Zuschuss nicht erhöht worden, obwohl sich die Kosten in dieser Zeit mehr als verdoppelt hätten.

Hartwich bemängelte, dass es den Titel „Tierschutz“ im Haushalt seines Wissens nach in keiner Gemeinde gäbe. Daher müssten viele Tierheime mit den Kommunen nachverhandeln, forderte der Verbandsvorsitzende.

Willy Sandvoß vom Tierschutzverein Flensburg und Umgebung und Vorstandsmitglied des Landestierschutzverbandes stellte einen sozialen Aspekt dieser Tierschutzarbeit heraus. „Wir übernehmen auch Tiere, die von ihren Besitzern abgegeben werden, da sie die Versorgung aus Altersgründen oder aus finanziellen Gründen nicht mehr gewährleisten können.“ Die Stadt Flensburg zahle 90 Euro für ein Tier. Außerdem würden Zusatzkosten übernommen. Das Tierheim in Niebüll stelle der Stadt seine entstandenen Kosten in Rechnung, die auch anstandslos beglichen würden, berichtete Frauke Matthiesen, Kassenwartin im Tierschutzverein Niebüll und Umgebung.

Ob es nun zu Nachverhandlungen mit der Stadt Husum kommen wird, will der Verein jetzt klären. Doch nötig wäre dies, um die Versorgung der Tiere auch in Zukunft zu gewährleisten. Zurzeit werden 40 Katzen, fünf Vögel und einige Meerschweinchen von Mitarbeiter Dieter Mietz und den Tierschützern betreut.

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