40 Zentimeter hoher Kot : Tierquälerei in Behrendorf: Polizei entdeckt 28 tote Rinder und Schafe

Schrecklicher Fund im Kreis Nordfriesland: Bei einer Großkontrolle stoßen Ermittler auf verweste Tiere im Kotsumpf.

shz.de von
07. Juli 2015, 10:10 Uhr

Behrendorf | Das Kreisveterinäramt Nordfriesland hat einen neuen Fall von schlimmster Tierquälerei aufgedeckt. Wie die Polizei am Dienstag mitteilt, gab es bereits am vergangenen Donnerstag (2. Juli) eine Großkontrolle in Behrendorf mit dem Ordnungsamt Viöl. Dabei wurden insgesamt 25 tote Rinder, drei tote Schafe und zahlreiche Tiere mit Anzeichen einer schweren Vernachlässigung gefunden.

Auf einem Hofplatz verteilt wurden diverse verendete Tierkadaver in sehr unterschiedlichen Stufen der Verwesung vorgefunden. In einem Stall wurden weitere elf verendete Rinder entdeckt. In den Boxen stand der Kot laut Polizeimeldung 40 Zentimeter hoch, so dass die noch lebenden Tiere sich kaum noch bewegen konnten. Aufgrund der Einstreuverhältnisse in den Ställen mit den sehr hohen Kotständen rechnet die Polizei mit weiteren Kadavern.

Noch vor Ort wurde ein Tierhalteverbot für Schafe und Rinder ausgesprochen. Gegen den Tierhalter wurde ein Verfahren nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Außerdem muss er seine Tiere verkaufen und die Ställe unverzüglich räumen.

Rund 150 Rinder und einige Schafe hielt der Landwirt aus Nordfriesland. Die Milch lieferte der Betrieb an eine Meierei. Nach Angaben des Veterinäramts war der Viehbetrieb bei den Milchuntersuchungen nie negativ aufgefallen. „Es hat auch keine Anrufe von Bürgern gegeben, die das Veterinäramt auf diesen Betrieb aufmerksam gemacht hätten“, teilte die Behörde mit. Und weiter: „Von der Straße aus hätte ein Passant dem Betrieb nichts angesehen: Auf der Hauskoppel liefen gesunde Rinder, es gab aus der Ferne keine besonderen Auffälligkeiten.“

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