Amt Viöl : Thomas Hansen macht weiter

Stempel drauf: Hans Conrad Plöhn besiegelt Thomas Hansens Wahl zum Amtsvorsteher.
Stempel drauf: Hans Conrad Plöhn besiegelt Thomas Hansens Wahl zum Amtsvorsteher.

Der Sollwitter wird für weitere fünf Jahre zum Vorsteher des Amtes Viöl gewählt.

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22. Juli 2018, 14:00 Uhr

Viöl | Ein wenig wehmütig wirkte Edith Carstensen schon an diesem Abend – auch wenn die ehemalige Ahrenviöler Bürgermeisterin das mit ihrem trockenen Humor wieder kaschierte. „Aber keine Geschenke für die Schränke“, sagte sie, als Thomas Hansen mit einem Abschieds-Präsent auf sie zukam. „Keine Sorge, das ist ein Flachgeschenk, mit dem du bestimmt etwas anfangen kannst“, erwiderte er lächelnd.

Einen Grund für gute Laune gab es für Hansen allemal. Er wurde in dieser konstituierenden Sitzung im Viöler Kirchspielskrug Gallehus einstimmig für weitere fünf Jahre zum Amtsvorsteher gewählt. Gegenkandidaten gab es nicht. „Vielen Dank für euer Vertrauen“, sagte er, als das Ergebnis feststand. Ebenfalls einstimmig entschied sich das Gremium für Heinrich Jensen (Viöl) als ersten und Wolfgang Sokoll (Schwesing) als zweiten Stellvertreter.

Neben Edith Carstensen wurden die ehemaligen Gemeinde-Chefs Hans-August Carstensen (Bondelum) und Sven Caspersen (Wester-Ohrstedt) sowie die früheren Gemeindevertreter Hans-Werner Bumb (Viöl) und Heike Riekenberg-Möller (Wester-Ohrstedt) verabschiedet.

Ein besonderer Tag war es außerdem für Gerd Carstensen. „Das hier ist mein letzter Abend als Leitender Verwaltungsbeamter“, erklärte er und nickte seinem Nachfolger, Amtsrat Hans Conrad Plöhn, zu. Nach fast fünf Jahrzehnten nimmt Carstensen Abschied vom Amt Viöl – und vom Berufsleben. Er freue sich nun darauf, viel Zeit mit seinen Enkelkindern zu verbringen, sagte er und bedankte sich zwei Stunden später noch einmal bei all seinen Amts-Kollegen dafür, dass sie ihn tags zuvor mit einer Rikscha in seinem Heimatort Haselund abgeholt, per Polizeischutz über die B 200 geleiteten und dann zum Frühstück eingeladen hatten.

Auch erste Beschlüsse wurden in dieser ersten Sitzung der Wahlperiode gefasst. Dazu zählte auch die Entwicklung beziehungsweise Förderung der ehemaligen Amtsvolkshochschule Viöl (AVHS). Schon seit langem gilt die Einrichtung als das Sorgenkind des Amtes. Ein Großteil der Kurse wurden kaum gebucht, das Geld reichte hinten und vorne nicht. „Doch wir wollen dem Leiter Gert Nissen, der sich seit Jahren hier engagiert, die Möglichkeit geben, das kulturelle Angebot in der Region aufrecht zu erhalten“, erklärte Hansen auf Anfrage unserer Zeitung.

So entschied der Amtsausschuss, der als Beirat fungiert, der AVHS einmalig 1250 Euro für die technische Ausstattung zu zahlen. Darüber hinaus werden erst einmal für 2018 und 2019 jeweils 1500 Euro für Einzelveranstaltungen zur Verfügung gestellt. Aus Kostengründen soll die Geschäftsführung in Personalunion mit der Leitung wahrgenommen werden. Weiter soll das Seminar- und Veranstaltungsangebot überarbeitet werden und man will versuchen, lokale Firmen für ein Kultursponsoring zu gewinnen.

„Klar hat es auch kritische Stimmen gegeben. Aber ich finde, es ist einen Versuch wert, das Angebot am Leben zu halten“, so Hansen.

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