zur Navigation springen

Neue Anlage geplant : Thema Biogas als Dauerbrenner

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwei Gärrestebehälter in Drage sollen zu einer Biogasanlage umgerüstet werden. Dafür muss es einen Bebauungsplan geben, forderte das Innenministerium. Der Plan liegt demnächst für die Öffentlichkeit zur Einsicht in der Amtsverwaltung in Mildstedt aus.

Einmal mehr bewegte das Thema Biogas die Gemeindevertretung von Drage. Ein Teil des Dorfes wird mit Wärme aus einem Blockheizkraftwerk versorgt, das mit Biogas gespeist wird. Um die Versorgung zu optimieren, sollen zwei bereits vorhandene Gärrestebehälter in der Westerstraße mit einem Dosierer zu einer Biogasanlage umgerüstet werden. Die Gemeinde ging zunächst davon aus, dass der Flächennutzungsplan dafür ausreichend sei. Das Innenministerium sah das jedoch anders, wie Planer Frank Reichardt in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter erklärte. Es muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Es galt in der Sitzung, den Auslegungsbeschluss zu fassen. Was auch einstimmig geschah. Finja Spangenberg (KWVD) hatte den Saal wegen Befangenheit zuvor verlassen. Interessierte können den Bebauungsplan Nr. 4 (Westerstraße/Nietenweg) demnächst im Amt in Mildstedt einsehen.

Der Abstimmung war eine Diskussion vorangegangen. Zunächst stellte Frank Reichardt den B-Plan Nr. 4 vor. „Die dort vorhandenen zwölf Meter hohen Behälter können zu Biogasanlagen umgebaut werden“, sagte er. Einwohner Hans-Georg Wisch bemerkte dazu, dass es bislang Restbehälter seien. Wenn die umgewandelt würden, müsste wieder Mais zusätzlich angebaut werden. „Und dann müssen ja wieder irgendwo Behälter für die dann anfallenden Reste gebaut werden. Und unsere Straßen, die werden weiter kaputtgefahren. Wir haben ja bald nur noch Grandwege.“

Sollte der B-Plan aus irgendeinem Grund nicht genehmigt werden, würden die Biogasanlagen-Betreiber Peter Hasche und Kai Spangenberg ihre Privilegierung als Landwirte für einen Neubau nutzen, wie sie erklärten. „Das machen wir nur aus dem einzigen Grund, um die Wärme für das Dorf hinzukriegen“, so Spangenberg. Gemeindevertreterin Birte Überleer rang mit der Fassung: „Es ist jetzt also das dritte Mal, dass wir für etwas, das gebaut wurde, nachträglich einen F- oder B-Plan beschließen müssen. Es muss doch aber eine Genehmigung dafür geben – und dazu muss doch einer mal geprüft haben.“

Eine Einwohnerin kritisierte dann, dass es schwierig sei, am Dahrenhof vorbeizukommen. Der Besitzer habe schließlich genügend Platz, Parkplätze auf seinem großen Gelände zu schaffen. Bürgermeister Hans-Hermann Paulsen bestätigte, dass Einsatzfahrzeuge da auf der Straße nicht durchkommen. Gemeindevertreter Holger Treichel, der auch Wehrführer ist, riet: „Fristsetzung, sonst kommt das Ordnungsamt.“

Helge Jensen, Vorsitzender des TSV Seeth/Drage, berichtete, „dass 18 Leute mehr als 403 Stunden hinweg ehrenamtlich das Dach des Sportlerheimes repariert haben“. Die Materialkosten beliefen sich auf 6700 Euro. Sowohl Seeth als auch Drage hatten je 2500 Euro spendiert.

Die Zuhörer unterschrieben während der Sitzung eine Protestresolution gegen Fracking, der Gemeinderat schloss sich ebenfalls geschlossen an.

Treichel kritisierte scharf die Verunreinigungen der Gehwege mit Hundekot: „Das sieht bei uns aus wie unter aller Kanone.“ Angeraten wurde, „dass Bürger zur Beweissicherung Datum und Uhrzeit der Verunreinigung notieren und möglichst ein Foto schießen sollen. Das Ordnungsamt wird dann tätig.“

Zum Sachstand Ausbau des Deljeweges sagte Paulsen: „Wir werden eine Wintersicherung vornehmen.“ Die Gemeinde werde sie zahlen. Straßenfachmann Heino Ellhöft plädierte „für die Aufstellung von Beschilderungen, die auf den schlechten Straßenzustand hinweisen“. Nach Zustimmung dann ein Dank: Bürgermeister Paulsen belohnte Waltraut und Jens Schulz mit einem Blumenstrauß und einem Gutschein. Sie pflegen die Internetseite der Gemeinde.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen