5plus1 : Theater über den Krieg

<p>Die Theatergruppe 5plus1.</p>

Die Theatergruppe 5plus1.

Die Gruppe 5plus1 führt heute ihr szenisches Stück über den Ersten Weltkrieg im Schloss vor Husum auf.

shz.de von
08. November 2018, 15:56 Uhr

Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Anlässlich dieses Datums präsentiert die Frauentheatergruppe 5plus1 am morgigen Freitag um 20 Uhr im Südflügel des Schlosses vor Husum ihr neues Stück „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“.

Für dieses Stück haben sich die Spielerinnen mit dem von Historikern als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichneten Ereignis intensiv beschäftigt. Herausgekommen ist ein Stück, das ausgehend von einzelnen Motiven aus dem 2018 neu aufgelegten Buch „Die Kriegsbriefe der Familie Wimmel“ von Margarete Böhme historische Fakten und Spielszenen miteinander verknüpft.

In den „Kriegsbriefen“ hält Margarete Böhme die Stimmung zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Deutschland fest und blickt dabei über den Tellerrand zu den Kriegsgegnern nach England, Russland bis Neuseeland. Einseitigkeiten werden dadurch relativiert. Das erstaunt insbesondere angesichts der Tatsache, dass Margarete Böhme dieses Buch 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges schrieb und schon 1915 veröffentlichte, zu einer Zeit, in der der Giftgaseinsatz noch nicht stattgefunden hatte.

Darüber hinaus kommen in den historischen Figuren Käthe Kollwitz und Rosa Luxemburg zwei unterschiedliche Frauenleben zu Wort: Käthe Kollwitz, die große Künstlerin gegen soziale Ungerechtigkeit, lässt ihren erst achtzehnjährigen Sohn Peter auf dessen Wunsch in den Krieg ziehen und muss sich mit seinem Tod konfrontiert sehen; Rosa Luxemburg, die von Anfang an vehement gegen den Krieg spricht und am Ende für ihre antimilitaristische und sozialistische Haltung ermordet wird.

Ziel der Frauentheatergruppe 5plus1 ist es, zu zeigen, dass Krieg zu keiner Zeit ein probates Mittel ist, denn er kennt am Ende nur Verlierer. „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden!“ Dieser Satz von Käthe Kollwitz ist wie ihr Satz „Nie wieder Krieg!“ gerade auch in unserer Zeit aktuell. Einlass ab 19.30 Uhr.

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