zur Navigation springen

Hohe Gemüsepreise : Teures schreckt die Husumer kaum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Umfrage auf dem Wochenmarkt: Die Standbetreiber müssen höhere Preise für ihre Ware verlangen – aber die meisten Kunden kaufen trotzdem.

Wer aktuell auf den Wochenmärkten Gemüse und Obst einkauft, hat wahrscheinlich gemerkt, dass die Preise derzeit durch die schlechte Wetterlage im Mittelmeerraum drastisch angestiegen sind. Ob Zucchini, Brokkoli oder Eisbergsalat – im vergangenen Jahr konnten die Kunden diese Gemüsesorten noch deutlich günstiger kaufen (wir berichteten). Die Husumer Nachrichten haben sich erkundigt, wie Händler und Kunden auf dem Husumer Wochenmarkt mit dem Preisanstieg umgehen.

  „Wir merken, dass momentan nicht so viel eingekauft wird wie sonst“, sagt Marktbetreiberin Christa Heller aus Hattstedt, die an ihrem Obst- und Gemüsestand die Preise angehoben hat. „Ich muss mich der Situation natürlich anpassen und verkaufe das, was ich im Großmarkt teurer einkaufe, auch gezwungenermaßen teurer weiter“, erklärt Claus Zetl von Pellworm, der ebenfalls einen Obst- und Gemüsestand betreibt. Gemüseverkäufer Frank Levecke aus Schülp berichtet, dass er zurzeit mehr auf eigene regionale Produkte – wie zum Beispiel Feldsalat – setzt, die nicht teurer geworden sind.

  Standbetreiber Boy Gondesen aus Angeln dagegen merkt noch nicht, dass die Kunden aufgrund der hohen Preise weniger kaufen. „Es hat ja alles eine Ursache. Wir erklären unseren Kunden die Gründe.“ Diese Gründe sind: Im Mittelmeerraum ist es in diesem Winter ausgesprochen kalt, das schadet der dortigen Gemüseernte – und lässt die Preise für Waren aus Italien oder Spanien rapide steigen. Wer derzeit günstig einkaufen möchte, muss auf Produkte zurückgreifen, die im Herbst in Deutschland geerntet worden sind: Kohl, Möhren und Co. sind sogar günstiger als im Vorjahr.

Husums Marktbesucher lassen sich aber nicht davon abhalten, frische Produkte zu kaufen – obwohl natürlich viele bemerkt haben, dass sie für einige Sorten derzeit mehr zahlen müssen. „Ich kaufe das, worauf ich Lust habe, und koche nur für zwei Personen. Deshalb verzichte ich lieber auch mal eine Woche auf den Markt, anstatt die teuren Produkte, die wir gerne essen, wegzulassen“, sagt eine Hattstedterin. Dörte Levsen aus der Hattstedter Marsch findet: „Lieber den Kauf von Obst- und Gemüsesorten reduzieren, als gar nichts besorgen. Das, denke ich, ist die richtige Entscheidung. Saisonales Wintergemüse – wie zum Beispiel Kohl – ist ja auch eine tolle Alternative.“ Und die Friedrichstädterin Ilse Büsing kauft pragmatisch unabhängig von den Umständen genau das ein, was sie braucht – sowohl hiesige Ware als auch Obst und Gemüse aus dem Ausland.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen