Busverkehr in Husum : Test der neuen Linien im Juni

Der Zob soll zentraler Umsteige-Knotenpunkt werden.
Der Zob soll zentraler Umsteige-Knotenpunkt werden.

Wenig Zeit für die Vorbereitung nach Vertragsunterzeichnung: Ab 1. August soll der Busverkehr in Husum völlig neu strukturiert rollen.

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15. März 2018, 13:00 Uhr

„Das ist ein stolzes Arbeitspaket, das da in den nächsten Monaten vor uns liegt“, stellte Kämmerer Dirk Pohlmann mit Blick auf die Neuordnung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Husum auf der jüngsten Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses fest. Sieben Buslinien, die vom ZOB aus die verschiedenen Ortsteile anfahren – so soll in knapp 20 Wochen der Busverkehr in der Stadt geregelt sein. Das ein Jahr währende Vergabeverfahren sei nun beendet und innerhalb der Kostenkalkulation geblieben, so Pohlmann: „Der Kreis als Rechtspartner des Verkehrsunternehmers hat vergangene Woche die Urkunde über die Vergabe unterzeichnet, und bis Sonntag, 18. März, haben die unterlegenen Mitbewerber noch Zeit, Vergabefehler zu monieren, bevor der Landrat seine Unterschrift unter den Vertrag setzt.“ Um rechtlich sicher zu sein, würden erst danach Gespräche mit dem Gewinner der Ausschreibung geführt.

Dann sei allerdings Eile geboten: „Die Rüstzeit für den Verkehrsunternehmer ist sehr kurz, da das neue System am 1. August und die Schülerbeförderung am 20. August in Betrieb gehen soll.“ Jetzt müsse rasch ein Plan erstellt werden, wie alle Beteiligten zusammenwirken können. „Und bereits Mitte Juni planen wir eine Probefahrt des neuen Stadtbus-Systems, um die Pünktlichkeit zu testen – dann haben wir noch genügend Zeit, um Änderungen vorzunehmen, falls das nötig ist.“ Allerdings, so Pohlmann: „Ganz fehlerfrei werden wir den Start nicht hinbekommen, das wird nicht gehen.“

Zumindest die Haltestellen dürften dann jedoch noch nicht komplett ausgestattet sein: „Das ist ein Aufwand, den wir unterschätzt haben – die Kollegen mussten für jede einzelne den Bedarf ermitteln“, gab Bauamtsleiter Jörg Schlindwein zu. Zudem habe man erst im Dezember die Vorgaben für das Corporate Design der Beschilderung bekommen und anschließend eine Firma mit der Ausschreibung für die Ausstattung beauftragt: „Wir haben mit so etwas keine Erfahrung, da haben wir es lieber nach draußen gegeben.“

Problematisch seien nicht die neu einzurichtenden Haltestellen, sondern die Orte, wo deckungsgleich alte Haltestellen durch neue ersetzt werden müssen. „Da muss ja erst die alte weg, bevor die neue gebaut werden kann.“ Und man habe auch nicht einfach eher mit den Umbauten anfangen können: „Erst einmal muss ich mich ja mit dem neuen Betreiber abstimmen“, so Schlindwein. Daher gehe er davon aus, dass am 1. August noch nicht an jeder Haltestelle alle Schilder stehen werden. „Die Umrüstung nimmt einfach enorm viel Manpower in Anspruch.“ Was die Barrierefreiheit angehe, sei es Ziel, dass vom baulichen Konzept her Rollstuhlfahrer ohne technische Hilfsmittel „sozusagen ebenerdig“ in den Bus fahren können.

Die Werbekampagne für das neue System liege in den Händen der Verwaltung, ergänzte Pohlmann. Und konnte den Ausschussvorsitzenden Ralf Fandrey (CDU) beruhigen, als der wissen wollte, wie die Politik informiert bleibe, wo doch vor der Kommunalwahl keine Zusammenkunft des Ausschusses mehr geplant sei. „Wenn Sie nichts von uns hören, funktioniert alles. Ansonsten bitten wir um eine Sondersitzung.“

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