Nach Kerbers Wimbledon-Sieg : Tennis-Fieber in Nordfriesland?

Für Anna-Theresa (Mitte) ist Tennisspielen nur ein Hobby unter vielen. Doch über den Wimbledon-Sieg von Angelique Kerber freute sich die 13-Jährige ebenso wie Kärt Prinz (links) und ihre Mutter Simone Hansen Zobel, die dem Bredstedter Tennis-Club vorsteht.
Für Anna-Theresa (Mitte) ist Tennisspielen nur ein Hobby unter vielen. Doch über den Wimbledon-Sieg von Angelique Kerber freute sich die 13-Jährige ebenso wie Kärt Prinz (links) und ihre Mutter Simone Hansen Zobel, die dem Bredstedter Tennis-Club vorsteht.

Wir haben bei den Vereinen in der Region nachgefragt: Werden die Mitgliedszahlen nach Kerbers Wimbledon-Sieg steigen?

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17. Juli 2018, 12:00 Uhr

Als in den 80-er Jahren die Helden auf dem Tennisplatz weiße Schweißbänder trugen und das Traumpaar Steffi und Boris hieß, träumten Tausende Eltern von tennishochbegabten Kindern und die Vereine und Sparten des „weißen Sports“ verzeichneten steigende Mitgliederzahlen im zweistelligen Bereich. Am Sonnabend nun ging, nach 22 Jahren, mit der Kielerin Angelique Kerber erstmals wieder eine Deutsche als Siegerin des wohl berühmtesten Tennisturniers vom Platz. Ob Kerbers Sieg in Wimbledon allerdings einen ähnlichen Tennisboom auslöst wie damals der „Bumm-Bumm-Boris“ und die „Gräfin“, bleibt abzuwarten.

Eher skeptisch beurteilt dies der Spartenleiter Thomas Schella im TSV Mildstedt der 120 Aktive zählt: „Wir würden uns natürlich wünschen, dass sich die Leistung von Angelique Kerber und Julia Görges positiv auf unsere Mitgliederzahl auswirkt. Doch ich rechne eigentlich nicht damit, weil es mittlerweile so viele Trendsportarten gibt. Und wer sich bis jetzt nicht für Tennis interessiert hat, den wird auch dieser Sieg nicht dazu motivieren, den Schläger in die Hand zu nehmen“, erklärt er.

Um einiges zuversichtlicher die Einschätzung von Dr. Hansjörg Andresen vom Husumer Tennisclub, dem 250 Mitglieder angehören. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass Angeliques großartiger Sieg sich für uns positiv auswirkt. Einen Boom wie bei Steffi Graf zeigt sich allerdings noch nicht“, sagt der Vorsitzende. Aus jeden Fall habe Kerber jedoch eine wertvolle Vorbildfunktion, denn Wimbledon sei für jeden Tennisspieler ein Traum und sie habe gezeigt, dass dieser wahr werden kann. „Wir legen großen Wert auf unsere Jugendarbeit. Deshalb engagieren wir uns seit Jahren mit Trainings- und Hallenzeiten sowohl an der Gemeinschaftsschule Nord als auch an der Bürgerschule. Wir freuen uns natürlich ebenso über gute Leistungen des Vereinsnachwuchses. Doch vor allem sollen die Kinder und Jugendlichen Spaß am Üben haben“, so Andresen weiter.

Nicht mit der großen Welle, aber doch auf spürbaren Rückenwind für den Tennissport hofft der Vorsitzende des Tennisclubs Blau-Weiß in St. Peter-Ording, Dr. Fritz Ivers. Es gebe heute sehr viel mehr Sportarten, die keine Vereinszugehörigkeit erfordern. „Dazu kommt, dass die Jugendlichen weniger Zeit für Sport haben. Deshalb freuen wir uns, dass wir unseren Bestand von 150 Mitgliedern dennoch in den letzten Jahren halten konnten“, berichtet er.

„Wir sind ganz glücklich und freuen uns sehr mit Angelique über ihren Erfolg, den sie sich mit so viel Fleiß und Ehrgeiz erarbeitet hat“, heißt es aus den Reihen des 120 Mitglieder starken Bredstedter Tennis-Clubs. „Wir hoffen jetzt darauf, dass sich viele junge Talente von dieser neuen Begeisterung für das Tennisspiel anstecken lassen. Dafür stehen bei uns drei tolle Trainer bereit, die sowohl Anfängern als auch Wiedereinsteigern mit viel Geduld und guten Tipps zur Seite stehen“, wirbt die Vorsitzende Simone Hansen-Zobel.

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