Keine Geduld mehr : Tating will notfalls vor Gericht ziehen

Das alte Tating soll  erhalten werden, besonders die unterschiedlichen Häuserfluchten.
Das alte Tating soll erhalten werden, besonders die unterschiedlichen Häuserfluchten.

Tatings Planungsausschuss beklagt die Ablehnung der Windkraftpläne. Bereits seit 2007 ist ein Repowering vorgesehen. Weiter will das Gremium den historischen Ortskern erhalten, der durch die unterschiedlichen Häuserfluchten geprägt ist.

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07. März 2014, 15:00 Uhr

In Tating soll entlang des Pastoratsweges die Regenwasserleitung erneuert werden. Bautechniker und VSB-Sachverständiger Joachim Urbat von der Ingenieurgemeinschaft Sass & Kollegen aus Albersdorf erläuterte den derzeitigen Stand der Dinge in der jüngten Sitzung des Planungsausschusses der Gemeinde. Demnach sollen die geborstenen Betonrohre durch größere Kunststoffrohre ersetzt werden. Weiter gäbe es die Möglichkeit, das Regenwasser über die Regenwasserleitung und dann über den Entwässerungskanal zu führen. Dies wäre die günstigste Variante. „Dieses Verfahren muss jedoch noch geprüft und berechnet werden“, erklärte der Gast aus Albersdorf. Und so einigte sich das Gremium unter der Leitung von Jürgen Reimers, die endgültige Entscheidung im Gemeinderat zu fällen.

Die Windkraft ist in Tating seit vielen Jahren ein heißes Thema. Dies wurde einmal mehr in der Sitzung deutlich. Der erste Antrag auf Repowering wurde bereits 2007 gestellt, berichtete Bürgermeister Hans Jacob Peters. Die Windeignungsfläche im Norden des Ortskerns sei dafür ein uneingeschränktes Areal. „Die Windkraft ist fast die einzige Gewerbesteuereinnahme unserer Gemeinde“, stellte Peters klar. Wäre da nicht das Kreisbauamt sowie die Denkmalspflege, die Gemeinde wäre mit ihrem Vorhaben schon einige Schritte näher am Ziel. Obwohl es einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan gebe und die Gemeinde das Recht habe, die Planungen zu konkretisieren, hapert es, wie Diplom-Ingenieur Hansjörg Brunk berichtete. Ziel sei es, die denkmalrechtlichen Bedenken abzuarbeiten. Stein des Anstoßes ist der Umgebungsschutz der Kirche. „Hierbei macht das Kreisbauamt wichtige Sichtachsen geltend, die angeblich das Bild der Kirche stört“, erläuterte Reimers. Um welche Sichtachsen es sich handele, habe das zuständig Amt nicht bekannt gegeben. Deshalb ruhe der Aufstellungsbeschluss seit 2011. Zwei Gutachten lägen bereits vor. Die Sichtachse zur Kirche werde beeinträchtigt, heißt es in einem. Das zweite, von den Windmüllern in Auftrag gegeben sieht genau das Gegenteil. Die Gemeinde ist entschlossen, ihren Plan zu verwirklichen. „Wir werden unseren Aufstellungsbeschluss nochmals fassen, um unsere Absicht zu unterstreichen“, war die einhellige Meinung des Planungsausschusses. Brunk wies darauf hin, dass es zu einem Rechtsstreit zwischen dem Kreis und der Gemeinde kommen könnte, wenn der Satzungsbeschluss verabschiedet würde. „Umso sauberer müssen wir im Vorfeld arbeiten und die Einwände klar und überzeugend entkräften.“

Um die Erhaltung des historischen Dorfbildes ging es in einem weiteren Punkt. Hierbei geht es zum einen um die Vorschriften zur Fassadengestaltung und um die Festsetzung von Baulinien und -grenzen, um die vorhandenen Baufluchten zu erhalten, heißt es in dem Beschlussvorschlag. Betroffen ist das Gebiet entlang der Dorfstraße, östlich der Kirche und der Straße Düsternbrook, nördlich und südlich der Twiete und des Rendsburger Weges und westlich der Koogstraße sowie der Bahnhofstraße, nördlich der Bebauung Klintum und Südergeest. Einstimmig wurde dieser Aufstellungsbeschluss abgesegnet.

Ein weiteres Thema betraf den Flächennutzungsplan für das neue Wohngebiet an der Koogstraße. Dort sollen seniorengerechte Wohnungen und Einfamilienhäuser entstehen. Ziel der Planung ist es, Tatingern dauerhaft die Möglichkeit zu bieten, im Ort wohnen zu bleiben , insbesondere im Alter. „Uns liegen diesbezüglich einige Anfragen vor, die bisher nicht weiter verfolgt werden können, da wir keine Bauflächenreserven haben“, so der Bürgermeister. Auch der dazugehörige und vorhabenbezogene Bebauungsplan wurde vom Gremium einhellig verabschiedet.

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