Friedhof : Tating will mitbestimmen

Die alte Schmiede  soll mit neuem Leben erfüllt werden.  Foto: wis
Die alte Schmiede soll mit neuem Leben erfüllt werden. Foto: wis

Gemeindevertreter verweigern Zustimmung zum Vorschlag der Kirche für die künftige Verwaltung

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09. März 2013, 08:59 Uhr

Tating | Eine umfangreiche Tagesordnung erwartete die Gemeindevertreter in Tating zur jüngsten Sitzung. Schon in der Einwohnerfragestunde wurde ein interessantes Thema aufgeworfen: Die alte Schmiede, die mit der Kirche ein denkmalgeschütztes Ensemble bildet, solle Gerüchten zufolge wieder genutzt werden. Bürgermeister Hans Jacob Peters bestätigte: "Es gibt einen Interessenten, der dort einen Laden eröffnen will. Darüber entscheiden wir aber im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung." Das Ergebnis werde dann in der nächsten Zusammenkunft bekannt gegeben. Die Weichen scheinen aber gestellt zu sein, denn die Gemeinde plant einen Bauantrag für einen Anbau an die ehemalige Schule - dort sollen die Gerätschaften des Bauhofs Platz finden, die jetzt noch in der alten Schmiede auf bewahrt werden. Der Antrag wurde einstimmig befürwortet.

Über die geplante Bildung einer Lokalen Tourismus Organisation (LTO) auf Eiderstedt referierte zum wiederholten Male Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste, der den Aufbau-Prozess begleitet. Da er schon zweimal in Tating seinen Vortrag gehalten hatte, konnte er sich dieses Mal auf die Neuigkeiten beschränken: "Es besteht in der Region der ausdrück liche Wunsch nach flächendeckender Zusammenarbeit, obwohl dadurch auf alle Gemeinden ein größerer Geldbeitrag zukommt. Aber man verspricht sich zurecht weit bessere Chancen bei der Vermarktung Eiderstedts im Tourismus-Bereich." Die Fremdenverkehrsvereine, die für eine LTO keine Beiträge (im Gegensatz zur bisherigen Tourismus-Zentrale Eiderstedt, TZE) mehr leisten müssen, werden im April zu einem Gespräch eingeladen. In der Mitgliederversammlung der TZE am 21. März soll dann ein Grundsatzbeschluss zur Gründung der LTO zum 1. Januar 2014 gefasst werden. Auf der Tagesordnung fand sich auch das Thema "Friedhofsfinanzierung", der Dauerbrenner auf den Sitzungen aller Gemeindevertretungen Eiderstedts. Ein annehmbarer Vorschlag liege vor, so Bürgermeister Peters, bei dem vor allem das aufgelaufene Defizit des Friedhofsverbandes geklärt sei. Allerdings werde von Kirchenseite darauf gedrängt, eine komplette Regelung - auch der neuen Kostenbeteiligung - zu verabschieden. Damit zeigten sich die Gemeindevertreter aber nicht einverstanden: "Das Mitspracherecht ist nicht definiert, die Bedarfsflächenregelung kann so auch nicht akzeptiert werden", monierte Hans-Joachim Kloss. Dirk Jacobs verspürte "Bauchschmerzen, wenn nicht die Gemeindevertretung die Verantwortung hat". Auch Werner Burck fand die künftigen Kosten nicht geklärt, und Conrad Klützke formulierte es so: "Wenn wir bezahlen sollen, müssen wir auch das Sagen haben." Man beschloss mehrheitlich, das Defizit zur Hälfte (wie im Vertrag vorgesehen) auszugleichen, für die künftigen Kosten aber weitere Informationen anzufordern.

Über Änderungen des Flächennutzungsplans und die damit verbundenen Bebauungspläne Nr. 10 und 11 galt es ebenfalls abzustimmen. Hier fand sich jeweils eine klare Mehrheit von sieben Stimmen (bei drei Enthaltungen). Es geht dabei um ein neues Wohngebiet an der Koogstraße, in dem Einfamilienhäuser und senioren gerechte Wohnungen entstehen sollen (wir berichteten).

Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, einen Bebauungsplan für den historischen Dorfkern aufstellen zu lassen, um alte Fassaden zu erhalten und Planungssicherheit zu schaffen.

Torsten Richter vom Amt Eiderstedt legte dann einen Entwurf vor, der die Zahl der Ausschüsse in der Gemeinde begrenzt. Danach soll es statt der bisher fünf nur noch zwei Ausschüsse geben, die aber jeweils mit sieben Mitgliedern besetzt werden. Die Gemeindevertretung stimmte dem Vorschlag einhellig zu.

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