Viöl : Tafelfreuden und Tischgespräche

Jeden Mittwoch herrscht bei Essen in Gemeinschaft im Lorenz-Jensen-Haus viel Trubel.
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Jeden Mittwoch herrscht bei Essen in Gemeinschaft im Lorenz-Jensen-Haus viel Trubel.

Mit dem Appetit auf Rübenmus fing alles an: Aus einer kleinen Idee entstand vor 26 Jahren das Projekt Essen in Gemeinschaft in Viöl.

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11. Januar 2018, 10:00 Uhr

Hier geht es um weit mehr als um eine warme Mahlzeit: Das Essen in Gemeinschaft ist seit 26 Jahren ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Viöl und Umgebung. Unter Federführung der Kirchengemeinde treffen sich hier jeden Mittwoch vor allem die Senioren aus der Region, um Vorträgen und Lesungen zu lauschen, Mittag zu essen und einen ausgiebigen Klönschnack zu halten. Rosa Göttsch war von Anfang an als Köchin mit von der Partie und berichtet, wie sich aus dem Appetit auf Rübenmus ein großes Projekt entwickelte.

In Ahrenviölfeld habe es vor 26 Jahren eine ältere Dame gegeben, die ihrer Betreuerin von der Diakonie erzählte, dass sie gern wieder Rübenmus essen würde, erinnert sich Göttsch. Das Problem: Rübenmus muss in einem riesigen Pott zubereitet werden, für nur eine Esserin ist das zu aufwendig. So setzten sich mehreren Leute – darunter Rosa Göttsch und der damalige Pastor Christian Landbeck – zusammen und überlegten, was man tun könne. Kristin Petersen, die damals als erste Frau ihr soziales Jahr absolvierte, schlug vor, dann doch gleich für eine größere Gemeinschaft kochen. Damit war die Idee geboren. Das Essen in Gemeinschaft sei dabei das Wichtigste, meinte Landbeck und hatte so den passenden Namen gefunden.

Ehrenamtliche Köchinnen wurden schnell gefunden und gleich beim ersten Mal kamen 20 Senioren ins Lorenz-Jensen-Haus, um das neue Angebot zu nutzen. Das ist lange her, doch Rosa Göttsch schwingt noch immer den Kochlöffel. Zur Seite stehen ihr seit mehr als 15 Jahren Monika Möhrke und Marianne Albertsen. Zum Koch-Team gehören außerdem Inge Carstensen mit Tochter Ines, Simone Stuhr und Anne Christiansen. Unterstützt werden sie von Doris Gwyther, besser bekannt als Schwester Doris. Was Göttsch am liebsten kocht? Saure Rolle, sagt sie lächelnd.

Sieben Köchinnen engagieren sich zur Zeit und wechseln sich dabei ab, erklärt Ute Petersen vom Kirchenbüro in Viöl, die auch die Anmeldungen entgegen nimmt. „Regelmäßig sind 35 bis 40 Teilnehmer dabei“, sagt sie. „Die Resonanz ist sehr groß. Das ist großartigt“, fügt Pastorin Dr. Christine Weide hinzu. Sie und ihre beiden Kollegen Jens Augustin und Jürgen Kaphengst sorgen jeweils von 11 bis 12 Uhr für Unterhaltung mit Lesungen, Vorträgen und Musik. Ab 12 Uhr beginnt dann das Essen. „Die Leute kommen ja nicht nur, um zu essen, sondern auch für den Moment der Zuwendung“, erklärt die Pastorin.

Rosa Göttsch muss grinsen, als sie nach einer Anekdote gefragt wird. „Einmal stand in der Bekanntmachung, dass es Sauerfleischfrikadellen gibt und jeder grübelte, was das wohl sein mag“, erzählt sie. Man hatte lediglich das Und vergessen.

Göttsch liebt es, wenn man die hungrige Mannschaft schnattern hört und später strahlend den Heimweg antreten sieht, sagt sie. Über Verstärkung würde sich das Essen-in-Gemeinschaft-Team sehr freuen. Köchinnen oder auch Köche werden immer händeringend gesucht. Wer Interesse hat, mitzumachen, kann sich bei Ute Petersen im Viöler Kirchenbüro unter Telefon 04843/1339 oder per Mail unter petersen@kirchengemeinde-vioel.de melden.


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