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Spendenaktion : Tafel hat zu wenig Lebensmittel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Zahl der Bedürftigen steigt. Bei der Husumer Tafel werden die Nahrungsmittel knapp. Haltbare Produkte werden dringend für den Wintervorrat benötigt.

Sie können nur das verteilen, was sie als Spenden bekommen. Und genau die reichen nicht aus. Denn die Zahl der Menschen, die  auf Unterstützung durch die Husumer Tafel angewiesen sind, steigt stetig.  Anke Runge vom Team der ehrenamtlichen Helferinnen  und Helfer nannte zwischen 800 bis 1000 Bedürftige, die inzwischen versorgt werden. Zusammen mit  Vertretern der Träger – Hilde Zeugner von der Arbeiterwohlfahrt und Dieter Pelties vom Diakonischen Werk – bittet sie um Lebensmittel- und/oder Geldgeschenke.

Unter dem Motto „Ein Teil tut nicht weh“ findet deshalb morgen (1. Oktober) von 9.30 bis 14 Uhr   eine Aktion    am Ausgang des Einkaufszentrums Dreimühlen statt.  Dort stehen  Ehrenamtler der Tafel und   freuen sich über Lebensmittel jeglicher Art – „am liebsten haltbare Produkte wie Nudeln und Reis“ (Hilde Zeugner). Tiefkühlkost kann nicht  entgegengenommen werden.

Aber auch Geldspenden helfen weiter. „Wir haben zwei Fahrzeuge, um Nahrungsmittel  abzuholen von den Supermärkten, die uns regelmäßig beliefern. Die Wagen müssen auch mal repariert  beziehungsweise ersetzt werden. Und wir brauchen aus Hygienegründen besondere Tische, die sehr teuer sind“, erklärt Dieter Pelties. „Wir gehen aber nicht los und kaufen Lebensmittel – das widerspricht dem Grundsatz der Tafel. Wir  nehmen abgelaufene Ware, die dann nicht vernichtet werden muss.“ (In Deutschland werden täglich viele Tonnen Nahrungsmittel vernichtet, obwohl sie noch verzehrt werden können.) Hilde Zeugner ergänzt:  „Wir  haben Kontakt   mit anderen Tafeln und  tauschen untereinander,  wenn  es Überangebote gibt.“ Wichtig ist ihr: „Wir  bieten eine Ergänzung an – keine Vollversorgung.“

Jürgen Laage  vom Sozialzentrum Husum und Umland  weiß, dass  viele   besonders das Gemüse, das bei der Tafel  im Sortiment ist,  gern annehmen, um sich gesünder zu ernähren. Letztlich fangen nach seiner Ansicht die Tafeln auf, dass unter anderem das Arbeitslosengeld  II   und die Grundsicherung im Alter  nicht ausreichen.  Laage: „Der Monat ist  für Betroffene oft zu lang.“  Und so reihen sich auch immer mehr ältere Bürgerinnen und Bürger, die eine zu geringe Rente haben, in die Schlangen ein. 

Auch    Flüchtlinge benötigen die  Hilfe der Tafel. In diesem Zusammenhang  verweist Dieter Pelties auf  das Selbstverständnis aller mehr als 900 Tafeln in der Bundesrepublik, die  allen helfen – unabhängig  von sozialer oder ethnischer Herkunft. „Wir leben eine Kultur der Toleranz und der Wertschätzung.“  Humanität ist im Leitbild  fest verankert.

Tafeln gibt es bundesweit, alle sind Ehrenamts-Organisationen.  Für die Husumer Initiative engagieren sich 36 Bürgerinnen und Bürger.  Sie besteht seit nunmehr elf Jahren und eine Außenstelle in Bredstedt seit sieben Jahren. Dass Bürgermeister Uwe Schmitz die Schirmherrschaft übernommen habe, „tut uns gut“, betont Pelties. Der Verwaltungschef war ebenfalls Gast in der Runde. Und auch weitere zupackende Hände  sind erwünscht,  betonen Runge, Zeugner und Pelties.  Besonders die Arbeit hinter der Ladentheke –  unter anderem das Aussortieren von Waren – sollte allerdings nicht unterschätzt werden. Aufgrund der Zunahme von Asylsuchenden  sind auch Ehrenamtliche mit entsprechenden Sprachkenntnissen gefragt.

Alles funktioniert nach einem bewährten System: Die Kunden melden sich an ihrem ersten Tag an  und legen   ein offizielles Dokument  vor, das belegt, dass  sie  auf diese Hilfe angewiesen sind. Anschließend wird eine Karteikarte angelegt, um den wöchentlichen Besuch abzustempeln. „In den ersten Jahren durften alle zweimal kommen. Damals  hatten wir vor allem Brot und Kartoffeln“, erzählt Hilde Zeugner. Heute ist das kostenfreie Einkaufen einmal pro Woche möglich. Es gibt verschiedene Stationen für die Produkte – Anke Runge: „Jeder darf selbst aussuchen, was er möchte.“  Wobei Familien mehr bekommen  als  Alleinstehende. Das wird geregelt.

„Wir wollen keinen Aufnahme-Stopp, wie ihn einige Tafeln verhängt haben“, betont Hilde Zeugner. Deshalb hoffen sie und  ihre Mitstreiter, dass   am 1. Oktober  zahlreiche Spenden eingehen, damit  große und kleine Leute satt werden.


Die Tafel ist im Diakonischen Werk in der Theodor-Storm-Straße 7 untergebracht. Öffnungszeiten: mittwochs von 15.30 bis 17.30 Uhr und freitags von 10 bis 14 Uhr. Wer mitarbeiten oder seine Spenden abgeben möchte, sollte sich bei Hilde Zeugner (Telefon 04841/64355) oder Dieter Pelties (04841/691410) melden.

 

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erstellt am 30.Sep.2015 | 07:00 Uhr

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