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Einbruchserie in Schulen : Täter gingen mit äußerster Gewalt vor

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Einbrüche in vier Husumer und eine Rantrumer Schule legen die Vermutung der Serientat nahe. Die Ermittlungen dauern allerdings noch an.

Als Klaus Peter Pingel am Mittwochmorgen die Außenstelle der Beruflichen Schule betrat, traute er seinen Augen nicht. Mehr noch: Es verschlug dem Hausmeister sprichwörtlich die Sprache. Mehrere Türen des Schulgebäudes waren gewaltsam aufgebrochen und sämtliche Schränke rücksichtslos durchwühlt worden. Und selbst der schuleigene Safe hatte die ungebetenen Gäste nicht abschrecken können.

Abteilungsleiter Jörn Paul war nicht weniger entsetzt über die brachiale Gewalt, mit der die Täter vorgingen. Ins Innere des Schulgebäudes waren sie über den Notausgang gelangt, ist sich Pingel sicher. „Danach arbeiteten sie sich gezielt zu den Büros vor – in der Hoffnung, dort Bargeld oder zumindest Gegenstände zu finden, die sich schnell zu Geld machen lassen.“ Tatsächlich fielen den Einbrechern am Ende fünf Laptops und drei Beamer in die Hände. Und auch im Safe wurden sie fündig. „Derzeit gehen wir davon aus, dass sie 1500 Euro mitgenommen haben“, fasst Jörn Paul zusammen.

Doch der Sachschaden – die zerstörten Türen und Schränke – ist um ein Vielfaches höher, als das, was die Täter aus dem Gebäude trugen. So brachen sie unter anderen eine Schallschutztür auf, hinter der sich ein Raum für Hörgeschädigte verbarg. „Allein die zu ersetzen, dürfte 2000 Euro kosten“, hat Paul überschlagen. Ferner wurden mehrere Schlösser vollständig zerstört. „Ein einzelnes dieser Schlösser kostet rund 400 Euro“, setzt er seine Schadensbilanz fort. „Die Täter haben offenbar sehr genau gewusst, wo sie ansetzen mussten und sind dann mit Brecheisen und Schraubenziehern von Tür zu Tür gezogen.“ Auch die Türen zu den Putzräumen und zum Papierlager ließen sie nicht unverschont.

Für Hausmeister Peter Pingel ist der Einbruch vom Mittwoch nicht die erste böse Überraschung, die er erleben musste: „In den vergangenen vier Wochen ist dies bereits der vierte Einbruch.“ In einem Fall wurde der Geräteschuppen aufgebrochen und teures Gartengerät gestohlen. Danach ließen die Täter am helllichten Tag mehrere Handys mitgehen, und im dritten und vorletzen Anlauf ging es ihnen um die Fallrohre aus Kupfer an den Außenwänden.

„Die Leute nehmen offenbar alles mit, was sich irgendwie zu Geld machen lässt“, sagt der Abteilungsleiter, nach dessen Auffassung sie in der Hermann-Tast-Straße „verhältnismäßig leichtes Spiel“ hatten. „Das Haus der Jugend steht leer. Und auf der anderen Seite ist die Rungholdtschule, wo derzeit wegen der Sommerferien auch nichts los ist.“ Diese Situation hätten die Täter offenbar ausgenutzt.

Doch was den Hausmeister am meisten wundert, ist, dass in „seiner“ Schule trotz der wiederholten Einbrüche noch keine Alarmanlage installiert wurde. „Das wird sich allerdings bald ändern“, wie der Pressesprecher des Kreises Nordfriesland auf Anfrage erklärte. In Absprache mit der Schulleitung werde in der KBS eine Gebäudesicherung eingebaut, kündigte Hans-Martin Slopianka an.

Da sind die Schulen in der Trägerschaft der Stadt Husum schon besser dran. „Unsere Gebäude werden von Sicherheitsunternehmen kontrolliert – jede Nacht und in unregelmäßigen Abständen“, erläutert Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement auf Anfrage.

Aber auch das vermochte nicht zu verhindern, dass drei städtische Schulen ebenfalls ungebetenen Besuch erhielten. Ihren Anfang nahm die Reihe von Einbrüchen, von der allerdings noch unklar ist, ob sie wirklich von Serientätern verübt wurde, mit der Ferdinand-Tönnies-Schule. Wie dort gingen der oder die Täter anschließend auch in der Iven-Agßen- und der Bürgerschule mit äußerster Brutalität zu Werke. Und auch die Grundschule in Rantrum bot nach dem Einbruch ein Bild der Verwüstung.

Das Ganze sieht nach einer Serientat aus. Und die Polizei verfügt tatsächlich über Erkenntnisse, die diese Einschätzung untermauern. „Fünf Einbrüche in zwei Wochen – „das spricht schon eine deutliche Sprache“, räumt Hauptkommissar Michael Hoffmann vom Polizeirevier in Husum ein. Allerdings konnten bisher noch nicht alle Spuren ausgewertet werden. Und einige Anzeigen müssen erst noch geschrieben werden, weil die Betroffenen im Urlaub sind. Deshalb werde auch weiter in alle Richtungen ermittelt, sagt Michael Hoffmann.

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