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Immer mehr Schäden : Täglich sieht der Kreisel anders aus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Bauamt Viöl und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr beklagen die vielen Beschädigungen durch Spezialtransporter. Der Kreisel in Viöl ist lediglich für Fahrzeuge bis 67 Meter Länge ausgelegt. Doch die Transporter werden immer länger.

Eigentlich könnte es der Gemeinde Viöl egal sein, doch ganz kalt lässt es die Mitarbeiter der Verwaltung dennoch nicht. „Schließlich sieht unser Verkehrskreisel jeden Tag anders aus“, sagt etwa Bauamtsleiter Uwe Heinsen. Die Spezialtransporter, die Windkraftanlagen transportieren, rasieren nämlich immer wieder mal Schilder um oder fräsen die Kantsteine regelrecht ab. Die Reparaturkosten belasten allerdings nicht den Gemeindeetat, auch wenn die Verursacher in den seltensten Fällen gefunden werden und dann deren Versicherung einspringen würde. Gezahlt werden die Reparaturarbeiten aus der klammen Landeskasse, besser aus der Schatulle des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Flensburg. Der hat nämlich die Trägerschaft für den Kreisel im Zuge der B 200 in Viöl übernommen.

Gebaut hat ihn allerdings die Gemeinde Viöl aus Eigenmitteln, gegen den Widerstand des Landesbetriebs. Der wollte dort keinen Kreisel und hat sich mehr als 25 Jahre gegen ein solches Bauwerk gestemmt. Schließlich, nach einem persönlichen Einsatz des damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, wurde dann doch die Genehmigung erteilt. Seither hat sich die Verkehrssituation in Viöl merklich entspannt, nur finden sich eben täglich Schäden.

Die stellvertretende Leiterin der Flensburger Niederlassung, Stefanie Berkner, ist sauer auf die Verursacher, denn sie schieben die Reparaturkosten auf die Allgemeinheit, die Steuerzahler, ab. Dabei hätten sie doch alle Versicherungen. Aber das Problem der Beschädigungen findet sich nicht nur in Viöl. Im Flensburger Verwaltungsbereich, der von Schleswig bis an die Eider im Westen reicht, werden täglich zwischen 70 und 80 Anfragen für Sondertransporte gestellt. Dies seien nicht alles Windkraftanlagen, die von A nach B transportiert werden sollen, sondern durchaus auch mal Schiffsschrauben, die Dänemark als Ziel haben. Der Großteil der Spezialtransporter aber, so Stefanie Berkner, befördere Windkraftanlagen-Teile.

Dabei seien Transportlängen von mehr als 60 Meter längst keine Seltenheit mehr. Der Kreisverkehr in Viöl ist für Fahrzeuge bis 67 Meter Länge ausgelegt. Nach Einschätzung der Flensburger Fachfrau werden sie aber immer länger.

„Eigentlich ist es Aufgabe der Transporteure, im Vorwege Hindernisse, wie Verkehrsschilder abzubauen und Rabatten in engen Kurven mit Stahlplatten zu sichern“, sagt Stefanie Berkner, doch in der Praxis sehe das leider oftmals anders aus, denn nur so seien die vielen Beschädigungen zu erklären.

Speziell der Viöler Kreisel wird gegenwärtig vom Landesbetrieb genau unter die Lupe genommen. „Wir müssen sehen, ob er den Anforderungen genügt und ob eventuelle Änderungen vorgenommen werden müssen“, sagt die Expertin. Noch stehe allerdings nichts fest, und selbst bei einem „Durchfallen“ des Kreisels bedeute dies nicht zwingend einen teuren Umbau. Manchmal würden auch kleine Änderungen ausreichen.

Wie eine gute Zusammenarbeit aussieht, beschreibt Uwe Heinsen. Für den geplanten Windpark in Norstedt laufen die Planungen bereits, auch mit dem Bauamt. Schließlich müsse man eine Verkehrsinsel auf der
B 200 um sieben Zentimeter absenken, so dass die langen Transporter ohne Beschädigungen über sie hinwegrollen können. Zudem würden auch in Norstedt Hindernisse aus dem Weg geräumt. Mit Arbeiten an der Verkehrsinsel soll bereits Anfang Mai begonnen werden, die ersten Windkraftanlagen rollen dann ab dem 19. Mai in Richtung Windpark Norstedt. Übrigens: Die Verkehrsinsel bleibt abgesenkt, denn auch bei möglichen späteren Reparaturen oder dem Austausch von Anlagen sollen die Transporter Norstedt ohne große Schwierigkeiten erreichen können.

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