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Theater um Auswanderer : Szenischer Aufbruch in eine neue Welt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Abiturienten der Theodor-Storm-Schule schreiben und produzieren ein eigenes Theaterstück: „Hin und weg – vom Fortgehen und Ankommen“ feiert am Freitag in der Aula des Gymnasiums Premiere. Auch der Aufstieg des Husumers Ludwig Nissen, der in New York zum Millionär wurde, ist Thema.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Die Zeit des Aufbruchs. Wenn der Schulabschluss geschafft ist, beginnt für die meisten Absolventen eine aufregende Lebensphase. Oft geht es weg von zu Hause, zum Teil sogar in ein fremdes Land. Auch die Klasse 13 b der Theodor-Storm-Schule (TSS) beschäftigt dieses Thema. Nur haben die Schüler kein Auslandsjahr geplant, sondern ein Theaterstück zum Thema „Auswandern im 19. Jahrhundert“. Das Ergebnis ist eine komplette Eigenproduktion mit dem Titel „Hin und Weg – vom Fortgehen und Ankommen“, die szenisches Spiel, Live-Musik und Tanz miteinander verbindet. Das Stück feiert seine Premiere am Freitag, 13. September, ab 19 Uhr in der Aula der TSS, Ludwig-Nissen-Straße 62.

„Diese 22 Schüler arbeiten seit Beginn der zwölften Klasse daran“, erzählt Ulrike Steenbuck, Lehrerin für Darstellendes Spiel. Zusammen mit ihrem Musik-Kollegen Jan Hahn begleitet sie die Reise der Gymnasiasten, die innerhalb des Stücks in eine neue Welt aufbrechen. Die Idee dafür entstand aus dem Gedanken, einen historischen Hintergrund zu wählen. So gebe es immer einen roten Faden, an den sich die Schüler beim Schreiben halten könnten. Ihrem Thema näherten sie sich schon in der elften Klasse mit einem Besuch im Auswanderermuseum in Hamburg.

Die 13 b hat für das Projekt aber nicht nur die Texte selbst verfasst, sondern auch Lieder geschrieben, Tänze einstudiert und Kostüme entworfen. Nebenbei kümmern sich auch noch drei weitere Mitschüler um die technische Umsetzung, da die Klasse auch zwei Videoclips gedreht hat, die Teil der Geschichte sind. „Für den einen Clip durften wir im Freibad von Wester-Ohrstedt drehen“, erzählt Steenbuck. Ein Schiff auf der Bühne zu versenken, das wäre schließlich kaum machbar gewesen. Die Schüler sind auch an anderer Stelle weite Wege für ihre Produktion gegangen. „Für die große Tanzszene haben wir mit einer Tanzpädagogin aus Kiel zusammengearbeitet“, berichtet Steenbuck, die auch Geschichte und Deutsch unterrichtet. Auch während des Auftritts müssen die Protagonisten großes Engagement zeigen, denn für manche stehen bis zu sieben Kostümwechsel an.

Dass fast alle Darsteller mehrere Charaktere verkörpern, liegt damit auf der Hand. Das bedeutet, dass eine Menge Text gelernt werden muss, den die Schüler als Gruppe verfasst haben. So entstand eine Folge von 18 lose verbundenen Szenen, die in teils abstraktem, teils realistischem Spiel von den Gründen einer Auswanderung, den strapaziösen Bedingungen an Bord der frühen Auswandererschiffe sowie Erfolgen, aber auch vom Scheitern in der Fremde erzählen. Man könnte meinen, dass es schwer ist, ein ganzes Stück in der Gruppe zu verfassen – „aber oft ist man gar nicht so unterschiedlich in seiner Vorstellung“, erklärt Musiklehrer Jan Hahn. Man brauche eben nur einfach etwas mehr Zeit.

Auch die Musik muss sorgfältig komponiert werden. Dabei half Hahn kräftig mit. „Es gibt schon eine klare Linie von der Regie, aber wir machen den Schülern keine Vorschriften“, sagt Steenbuck. „Man fühlt schon, ob etwas passt oder nicht“, meint auch Laura Nienaber, die zusammen mit drei Klassenkameradinnen die erste Szene des Stücks geschrieben hat. „Außerdem können immer noch während des Spielens neue und vielleicht auch bessere Ideen entstehen“, fügt Mitautorin Lenke Nicolaisen hinzu. Die Musik haben sie für ihre Szene aber nicht arrangiert. „Wir wollten uns auf den schauspielerischen Aspekt konzentrieren“, erklärt Ann-Christin Grünberg, die ebenfalls am Beginn des Stücks mitgeschrieben hat.

„Der Fokus liegt ganz klar auf dem Spielerischen“, sagt auch Regisseurin Steenbuck. Deshalb nutze sie und die Klasse auch das Stilmittel des „kurischen Sprechens“, bei dem mehrere Akteure die gleichen Sätze sagen. Vor allem bei den Szenen, die auf den Tagebucheinträgen von nordfriesischen Auswanderern basieren, kommt es verstärkt zum Einsatz. „Wir wollen aber nicht den didaktischen Zeigefinger heben“, so Steenbuck. Immerhin sei das Stück ja auch durch Improvisationen zu dem geworden, was es heute ist.

Das Projekt wird von der Johannes-und-Irene-Thordsen-Stiftung, der Nospa Jugend- und Sportstiftung Flensburg und dem Förderverein Darstellendes Spiel in Schleswig-Holstein sowie der Fördergesellschaft des Lions-Clubs Husum unterstützt. Insgesamt werden die Schüler das Werk am kommenden Wochenende drei Mal aufführen. Beginn ist an allen drei Tagen um 19 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in der Schlossbuchhandlung.

 

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