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Forderung der Tierrechtsorganisation Peta : Sylter Weststrand soll Meeresschutzgebiet werden

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vorbild Monaco: Tierrechtsorganisation Peta bittet Bürgermeister um Reservat für Fische und Schwimmer.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Ein neuer Blick auf Fische: Die Tierrechtsorganisation Peta hat Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel in einem Schreiben gebeten, einen etwa 200 Meter langen Küsten- und Schwimmbereich am Weststrand von Sylt zum Meeresschutzgebiet zu erklären. Vorbild für ein solches Wasser-Reservat ist Monaco: In dem Fürstentum sind der gesamte Stadtstrand Larvotto und das etwa 30 Hektar umfassende Küstengebiet bereits seit 1976 als Meeresschutzgebiet ausgewiesen, heißt es dazu weiter in einer Pressemitteilung von Peta. Zahlreiche neugierige Fische hielten sich dort freiwillig in Ufernähe bei den Menschen auf, da ihnen aufgrund des Fischereiverbots keine Gefahr drohe. Dadurch könnten Badegäste jeden Alters die zutraulichen Tiere neu entdecken und friedlich mit ihnen schwimmen.

„Der Sylter Weststrand ist ein wunderschöner Ort, an dem Einheimische und Touristen Erholung finden und Fische beim Schwimmen von einer ganz neuen Seite kennenlernen könnten – nicht als Beutetiere, sondern als zutrauliche und faszinierende Lebewesen“, erklärt Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. „Insbesondere auch für Kinder wäre ein solches Reservat eine große Bereicherung.“

Sylt genieße ein hohes internationales Renommee „und könnte auf diese Weise ein wichtiges Zeichen für den Schutz der Meere und der Fische setzen, deren Bestände täglich schrumpfen“, so die Tierrechtsorganisation. Einer neuen wissenschaftlichen Studie zufolge seien zwischen 79 und 90 Prozent der älteren Fische in Fischpopulationen weltweit aufgrund der Überfischung vom Aussterben bedroht. Die Autoren der Studie schlügen daher ebenfalls die Einrichtung von Meeresschutzgebieten vor.

Peta weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Fische individuelle Persönlichkeiten seien, die auf vielfältige Weise kommunizierten: „Sie schließen Freundschaften – auch mit Menschen – und zeigen ihre Zuneigung durch Körperkontakt. Manche Fische jagen gemeinsam, nutzen Werkzeuge und können Menschengesichter unterscheiden.“

Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigten, dass Fische Schmerzen spürten, komme auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerz-Wahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“.

Auch in der Ostsee hat Peta am Timmendorfer Strand eine Anfrage auf ein Meeresreservat gestellt. Dort berate der Umweltausschuss darüber.

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