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Trassen-Vergabe bestätigt : Sylt-Shuttle: Sieg für die Deutsche Bahn

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sieg für die Deutsche Bahn: Die Bundesnetzagentur bestätigt, dass Konkurrent RDC ab Mitte Dezember zwischen Niebüll und Westerland nur wenige Autozüge fahren lassen darf.

Das war keine große Überraschung mehr: Am Freitag, 28. August, hat die Bundesnetzagentur bekannt gegeben, dass der geplante Vergabemodus der Autozugfahrten der DB Netz AG zulässig ist. Heißt: Den Löwenanteil der Fahrten wird nach dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember weiterhin die Deutsche Bahn anbieten, deren Autozüge künftig an Personenzüge gekuppelt werden.

Konkurrent RDC, die Railroad Development Corporation, darf unter der Woche nach eigenen Angaben bis zu sechs Mal am Tag Autozüge zwischen Niebüll und Westerland hin und her rollen lassen und zusätzlich weitere vier Fahrten an den Wochenenden anbieten. Die beiden Unternehmen haben nun fünf Tage Zeit, diese sogenannten Trassen-Angebote formal anzunehmen. Außerdem steht RDC noch der Klageweg offen.

Für Passagiere des Autozuges stellt sich nun die Frage, wie die beiden Unternehmen mit der Konkurrenzsituation auf der Schiene praktisch umgehen, ob sie etwa die Tickets des jeweiligen Konkurrenten anerkennen werden. Zu solchen und anderen praktischen Fragen äußerten sich beide Unternehmen gestern allerdings nur sehr begrenzt.

Und wie will die Deutsche Bahn ihre Personen-Autozüge verkürzen, damit sie künftig für den Autozug-Betrieb nicht zu lang sind? Auf diesen Makel war die Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche aufmerksam geworden. Die Lösung: Die DB schafft nach Angaben einer Sprecherin den Sitzwagen für Motorradfahrer ab. Die Motorräder selbst sollen weiter transportiert werden, die Fahrer werden aber laut DB ab Mitte Dezember in Pkw oder Sprintern auf den Doppelstockwagen über den Damm gefahren. Nachdem der Sylt-Shuttle aus Sicherheitsgründen seit Ende Mai keine größeren Wohnmobile mehr mitnimmt, ist dies die zweite gravierende Transport-Veränderung in diesem Jahr.

RDC verkaufte seine Niederlage im Kampf um den Autozug gestern positiv: „Wir freuen uns, im neuen Fahrplanjahr die ersten Gäste auf unserem Autozug nach Sylt begrüßen zu können“, sagt Carsten Carstensen, Geschäftsführer von RDC Deutschland. Man habe „erste Spezialwagen“ erworben, die bis Mitte Dezember für den Verkehr auf dem Hindenburgdamm umgebaut werden.

Auch am Ticket-Verkauf und weiteren Angeboten werde gearbeitet, heißt es von RDC. „Wir sind dazu mit vielen Akteuren im Kreis und auf der Insel vor Ort intensiv im Gespräch. Die DB Fernverkehr als Terminal-Betreiber und bisheriger Alleinnutzer überarbeitet derzeit ihre Nutzungsbedingungen, sodass wir unseren Kunden hoffentlich zeitnah mitteilen können, welchen Vertrieb wir vor Ort anbieten dürfen und wie die Abfertigung an den Terminals künftig geregelt wird“, so Carstensen.

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erstellt am 30.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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