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Ansturm der Urlauber : Super-Wetter ist die beste Werbung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jetzt schon bis zu fünf Prozent mehr Urlauber als zum gleichen Zeitpunkt 2015: Nordfrieslands Tourismus-Manager freuen sich über deutlich steigende Gästezahlen.

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erstellt am 12.Mai.2016 | 08:30 Uhr

Von der Buchung bis zur Anreise – diese Zeitspanne wird immer kürzer. Viele Gäste entscheiden ziemlich spontan, ob sie in den Urlaub fahren – und vor allem wohin. Dabei fällt die Wahl in diesem Jahr häufiger als noch 2015 auch auf die schleswig-holsteinische Westküste. Diesen Trend bestätigt eine Umfrage unserer Zeitung.

„Wetter gut, Gast kommt!“ – auf diese griffige Formel bringt Jutta Albert die erste Urlaubsbilanz für Nordfrieslands Kreisstadt und Umgebung. Die Geschäftsführerin der Husumer Tourismus- und Stadtmarketing-Gesellschaft (TSMH) ist zudem Chefin des Vereins „Husumer Bucht – Ferienorte an der Nordsee“ – und hat damit auch die Fremdenverkehrs-Entwicklungen in Schobüll (gehört seit 2007 zu Husum), Hattstedt, Hattstedtermarsch, Wobbenbüll, Horstedt, Simonsberg, Mildstedt, Südermarsch, Witzwort, Uelvesbüll, Norderfriedrichskoog und Oldenswort im Blick. Und die kann sich alles in allem nicht nur sehen lassen, sondern gibt auch – was die weiteren Prognosen angeht – durchaus zu Optimismus Anlass.


Viele Tagesgäste


Bis vorgestern sind bei der TSMH in Husum für den gesamten Mai etwa vier Prozent mehr Buchungen als zum gleichen Zeitpunkt 2015 eingegangen. Auffällig und gleichermaßen erfreulich, so Albert: „Es sind rund zwölf Prozent mehr Kinder unter den Gästen, also auch mehr Familien vor Ort.“ Natürlich seien auch die durch Brückentage verlängerbaren Wochenenden wie Himmelfahrt und Pfingsten im Mai insgesamt, aber auch von Familien gut nachgefragt. Nach Quartieren erkundigten sich außerdem viele Gäste auf individuellen Rundreisen, die zum Beispiel neben Husum, das bei Kurzurlaubern beliebt ist, auch die Inseln und Halligen oder andere Ziele auf dem Festland – wie Büsum – ansteuern.

„Bei dem aktuellen Wetter sind zudem sehr viele Tagesgäste vor Ort“, stellt Albert fest. Am Info-Tresen stünden jüngere und viele ältere Paare über 60, auch Wohnmobilisten. Die nachfragenden Gäste kämen dabei nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Skandinavien (vor allem Dänemark) sowie Österreich und der Schweiz. Für die Sommerferien (Juli  /  August) ist die Vorbuchungslage ebenfalls gut, so Albert. Im Zwölf-Monats-Vergleich seien bis Jahresende rund fünf Prozent mehr Vorbuchungen zu verzeichnen als zur gleichen Zeit 2015.

Optimismus ist auch bei der Föhr Tourismus GmbH angesagt. Auf der Insel mit ihren rund 20.000 Gästebetten verzeichnete man am vergangenen Wochenende eine Auslastung von 60 Prozent. Vor allem Paare und Familien mit noch nicht schulpflichtigen Kindern nutzten das schöne Wetter für einen Föhr-Urlaub. „Und Pfingsten wird es noch besser, da liegt die Auslastung bei 80 Prozent“, freut sich Föhr-Tourismus-Sprecherin Ann-Kathrin Meyerhoff. Das Jahr lässt sich nach ihrer Einschätzung denn auch gut an, zumal trotz des frühen Ostertermins „überraschend viele“ Gäste auf die Insel gekommen und auch für Juni keine großen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten seien. Da sich die Ferientermine der Bundesländer nicht so ballen wie 2015, sieht es laut Meyerhof „für die Hauptsaison schon recht gut aus – wir hoffen das Vorjahresergebnis noch toppen zu können“.

„Das Superwetter macht die beste Werbung für uns“, sagt ihr Kollege von der Amrum Touristik, Frank Timpe, zufrieden. Dennoch tritt der Geschäftsführer insgesamt eher die Euphorie-Bremse. Im Vergleich zum Vorjahr, das aus touristischer Sicht sehr gut gelaufen sei, sieht er durchaus „noch Luft nach oben“. Die beiden verlängerten Wochenenden über Himmelfahrt und Pfingsten mit Schulferien in einigen Bundesländern bescheren den Vermietern auf Amrum demnach je nach Art der Unterkunft eine Auslastung zwischen 60 und 70 Prozent. Auf jeden Fall seien für kurzentschlossen Anreisende noch ausreichend Quartiere in allen Preisklassen und Kategorien frei.


Noch Kapazitäten


Nach dem guten Start mit dem frühen Ostertermin und sieben Prozent mehr Übernachtungen als in 2015 ist der April hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Und auch für Juni gibt es noch ausreichend Kapazitäten. „Da hoffen wir auf viele Kurzentschlossene“, so Timpe. In den Ferienmonaten Juli und August hingegen seien die rund 10.000 Gästebetten auf Amrum stets sehr gut gebucht.

„Die Grundstimmung ist alles in allem gut“, bestätigt Frank Ketter, der Geschäftsführer des Nordsee-Tourismus-Service (NTS), der zentralen Tourismusmarketing-Organisation der Nordsee Schleswig-Holstein: Alle Anbieter verzeichneten viele kurzentschlossen anreisende Urlauber und „Buchungszahlen zumindest auf dem Niveau des Vorjahres“, weiß er aus regionalen Rückmeldungen. Auch die NTS-Homepage wurde in den ersten Monaten dieses Jahres häufiger für Buchungen genutzt als 2015. Vom zurzeit positiven Trend profitierten ebenso die Vermieter in Südtondern und auf der Geest, aber auch in Dithmarschen. Viele kleinere Partner zögen aus dem gemeinsamen Reservierungssystem TOMAS (Touristic Online Management System) ihre Vorteile. Denn dadurch würden ihre Angebote in vergleichbarer Qualität und zu günstigeren Preisen als auf den Inseln auch in großen überregionalen Buchungssystemen ausgespielt, so Ketter.

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