St. Peter-Ording : Suche nach Vermissten erfolglos

Kein ungefährliches Unterfangen: Kitesurfer in der Brandung vor St.Peter-Ording.
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Kein ungefährliches Unterfangen: Kitesurfer in der Brandung vor St.Peter-Ording.

Weil zwei Kitesurfer vermeintlich in Not sind, wird in St. Peter-Ording eine große Rettungsaktion ausgelöst. Überdies verursacht die Sturm-Serie in Nordfriesland mehr als 60 Feuerwehr-Einsätze.

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12. Januar 2015, 06:00 Uhr

Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit: Bei einbrechender Dunkelheit suchte ein Großaufgebot von Rettungskräften am Sonnabend am Strand von St. Peter-Ording nach Vermissten. Ein Spaziergänger hatte zwei scheinbar hilflose Menschen mitten in der aufgewühlten Nordsee südlich der Seebrücke im Ortsteil Bad auf einer Sandbank beobachtet. Als er sie aus den Augen verlor, informierte er per Notruf die Leitstelle in Harrislee, die gegen 16.30 Uhr Alarm auslöste. Mehrere Dutzend Helfer von Feuerwehr, DLRG, Polizei, Wasserschutzpolizei und Rettungsdienst rückten aus. Während ein alarmierter Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aufgrund der örtlichen Verhältnisse nicht zum Einsatz kommen konnte, suchte ein SAR-Hubschrauber der Bundesmarine mit Hilfe von Wärmebildkamera und Scheinwerfer das Areal im Umfeld der Seebrücke ab – ohne Erfolg. Schließlich wurde die Suche dann nach etwa einer Stunde eingestellt.

Nach dem jetzigen Stand gehen die Einsatzkräfte davon aus, dass bei diesem herausragenden Ereignis im Gefolge der Sturm-Serie an der Westküste niemand zu Schaden gekommen ist. St. Peter-Ordings DLRG-Vorsitzender Johann Stauch und Wehrführer Norbert Bies berichteten gestern übereinstimmend, dass weitere Augenzeugen schon während des Nachmittags einen bzw. mehrere Kitesurfer beobachtet hatten. Diese sollen dann irgendwann zur Seebrücke zurückgeschwommen sein und sich auf den Heimweg gemacht haben. Demnach waren sie entweder überhaupt nicht in Gefahr oder haben sich schließlich selbst in Sicherheit bringen können. Davon konnte allerdings niemand ausgehen, als der Notruf in Harrislee einging.

Da Kitesurfer und Surfer meist eine moderne Ausrüstung und eine immer bessere Wärmeschutz-Kleidung haben, üben viele selbst bei schweren Stürmen ihren Sport aus. Aber: „Bei der Wetterlage besteht eine erhebliche Gefährdung“, sagt Stauch. „Wenn bei Materialbruch wirklich jemand in Not ist, dann muss das erst einmal jemand sehen.“ Und, so Bies: „Das Problem ist, die Leute machen sich keine Gedanken, was passiert, wenn sie nicht mehr gesichtet werden.“

„Glimpflich“ wie offensichtlich dieser Vorfall in St. Peter-Ording verlief nach Auskunft der Leitstelle Nord in Harrislee in weiten Teilen Nordfrieslands zumindest bis zum gestrigen Spätnachmittag auch das gesamte Sturm-Wochenende. „Nichts wirklich Spektakuläres und keine Personenschäden – Gottseidank“, hieß es auf Anfrage. Für die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg meldete die Leitstelle mehr als 110 Feuerwehr-Einsätze. Allein rund 60 Mal rückten Wehren in Nordfriesland aus. Vor allem am Sonnabend machten umgeknickte Bäume, lose Äste, wegfliegende Dachpfannen oder andere kleinere Gebäudeschäden Einsätze erforderlich. Glücklicherweise kein Vergleich mit den schweren Schäden, die der Orkan Christian im Herbst 2013 verursacht hatte.

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