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Großeinsatz der Husumer Feuerwehr : Sturzbetrunken auf den Dächern der Neustadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein betrunkener Mann turnte in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag auf den Dächern der Neustadt in Husum herum. Ein Anlieger wurde wach und alarmierte die Polizei. Der Betrunkene wurde mit der Drehleiter geborgen.

Der Zeuge war hellwach. „Es muss so gegen 2.45 Uhr gewesen sein, als ich dieses komische Scharren hörte“, sagt er. „Ich bin dann runter in den Flur, um nach dem Rechten zu sehen. Aber da war nichts.“ Außerdem wohnt der Mann auf der Neustadt, und da ist bekanntlich immer etwas los – besonders in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag. „Schließlich hab’ ich mich wieder hingelegt“, berichtet er. Doch kurze Zeit später wurde der Zeuge abermals aus dem Schlaf gerissen. „Und wieder war da dieses merkwürdige Schaben“, sagt er. Aber diesmal hatte er das Gefühl, dass es direkt vom Dach seines Hauses stammte. Der Mann sondierte abermals die Lage und versuchte das Geräusch zu lokalisieren. „Ich wollte mir ja keinen Marder ins Haus holen – und schon gar keinen Einbrecher“, fügt er hinzu.

Schließlich glaubte er zu wissen, woher es kommt, und ging leise ins Bad, um sich zu vergewissern. „Ich habe das Velux-Fenster geöffnet und vorsichtig hinausgeschaut“, sagt er. Was er dort sah, machte ihn einigermaßen sprachlos: „Da lag doch tatsächlich ein Mann auf dem Dach – unterhalb eines weiteren Velux-Fensters zum Flur meiner Wohnung.“ Der Zeuge dachte nicht lange nach, holte sein Handy und alarmierte die Polizei. Die sei keine zwei Minuten später vor Ort gewesen, erklärt er anerkennend. Kurz darauf hatten die Beamten den Mann im Griff und warteten, bis die Feuerwehr eintraf“, so der Nachbar. Unterdessen spannten die Blaujacken unten auf der Straße ein Sprungtuch auf. Immerhin lag der Unglückliche auf dem abschüssigen Dach eines zweigeschossigen Hauses. „Wenn er gefallen wäre, hätte er sich sämtliche Knochen brechen können oder den Sturz womöglich nicht überlebt“, beschreibt der Zeuge die Situation.

Parallel fuhr die Feuerwehr die Drehleiter aus, was aufgrund der räumlichen Enge in der Unteren Neustadt gar nicht so einfach war. Schließlich gelang es ihnen, den jungen Mann aus seiner misslichen Lage zu befreien. Wie sich herausstellte, hatte der auf der Neustadt „zunächst ordentlich gebechert, bevor ihn was auch immer auf den Gedanken brachte, über die Dächer der Unteren Neustadt zu kraxeln“, wie ein Ordnungshüter die Situation zusammenfasste. Tatsächlich war der Mann mächtig „duun“ und wusste wohl nicht mehr wirklich, was er da gerade veranstaltete. So sei auch rasch klar geworden, dass es sich hier weder um einen Suizid-Versuch noch um einen Wohnungseinbruch handelt. „Zu letzterem wäre der Mann auch wirklich nicht mehr in der Lage gewesen“, berichtet der Zeuge.

Für den Wohnungsbesitzer war die Sache mit der Rettungsaktion allerdings nicht beendet. „Ich hatte mich gerade wieder hingelegt, als ich vom Dach her abermals Geräusche hörte“, sagt er. Doch die erwiesen sich als harmlos: Die Feuerwehr war zurückgekehrt, um ein Funkgerät zu holen, dass sie während des Einsatzes hatte liegen lassen. Danach kehrte dann endlich Nachtruhe ein.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 17:45 Uhr

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