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Original in Kopenhagen : Sturmflutkelch: Replik wird ausgestellt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Von heute an (7. April) kann ein Sturmflutkelch in den Räumen der Volksbank auf Nordstrand am Herrendeich bewundert werden. Die Replik wurde in 240 Arbeitsstunden bis ins kleinste Detail nach dem Original hergestellt.

Ganze zwei Mal wäre das historisch bedeutsame Kunstwerk in der Nordsee versunken, der Sturmflutkelch von Nordstrand aus dem Jahre 1459. Der Nordstrander Staller Laurens Lewe hatte den mit Bergkristallen besetzten Abendmahlskelch der damaligen Morsumer Kirche gestiftet. Als das Gotteshaus im 18. Jahrhundert durch eine Sturmflut zerstört worden war, kam er zunächst in die Kirche nach Nordstrandischmoor. 1825 ging auch sie unter – und das zum fünften Mal. Sie wurde aufgegeben und der letzte Halligpastor Johann Christoph Biernatzki übergab dem dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen das für Nordstrand so symbolträchtige Relikt.

Seit knapp 200 Jahren steht es dort bereits und nun wieder dank der Initiative des Journalisten und Historikers Manfred-Guido Schmitz, der Akteure des Fördervereins für Kultur, des Nordstrander Heimatvereins, und einiger Sponsoren, zumindest als Replik wieder auf der grünen Halbinsel.

Ab heute kann sie in den Räumen der Geschäftsstelle Nordstrand der Husumer Volksbank am Herrendeich bewundert werden. Davor war sie im Husumer Nordsee-Museum zu sehen. Die Replik wurde wie berichtet von den Husumer Gürtlern Gerd Beliaeff und seinem Mitstreiter Alexj Hajdukov (Nordfriesische Metallkunst Husum) in rund 240 Arbeitsstunden bis ins kleinste Detail nach dem Original hergestellt. Die Kopie stellte nun der Vorsitzende des Fördervereins für Kultur, Dr. Christian Pochhammer gemeinsam mit dem Initiator Schmitz in einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vor.

Mit von der Partie war neben Bürgermeister Werner-Peter Paulsen auch der Filmemacher Martin Tiefensee. Er hatte über das Ereignis einen Dokumentarfilm gedreht. Der noch einmal gezeigte Film erhielt viel Beifall. Er zeigte nicht nur eindrucksvoll die Historie, sondern auch wie genau die Herstellung der Replik teilweise mit Hilfe von 3-D-Technik in der Werkstatt der Fachleute erfolgte. „Der Kelch galt und gilt als Symbol, dass Gott seine schützende Hand über unsere Region hält. Ganz sicher ist er nicht von ungefähr heil aus den Kirchen und den Fluten geborgen worden“, erklärte Schmitz in seinen Grußworten. Das Original stehe in Dänemark. Dort lebten laut einer UN-Studie die glücklichsten Menschen.

Wenn nun die Replik wenigstens ein bisschen von der Symbolkraft entfalten würde, dann wäre das etwas, was Nordstrand, Nordfriesland und jeder einzelne gut gebrauchen könne. Er könne sich nur noch einmal bei allen Sponsoren, Dr. Poul Grinder-Hansen, Kurator des dänischen Nationalmuseums, dem Schobüller Heimatforscher Helmut Liley für historisches Material, und vielerlei Unterstützung bedanken.

Die Sponsoren: Friede-Springer-Stiftung aus Berlin, Kulturstiftung der Nord-Ostsee-Sparkasse, Stiftung der Husumer Volksbank, Stiftung Nordfriesland, Stiftung Nordfriesische Halligen, kreiseigene Stiftung Vermächtnis, Johan-van-Wouwer-Stiftung, Nordstrander Heimatverein, Heinz Hückel von Nordstrand.




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