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Husumer Nachrichten

17. August 2017 | 08:16 Uhr

Horstedt : Stromtrasse zu nah am Wohngebiet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gemeinde Horstedt protestiert gegen den Verlauf der 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung. 140 Meter Abstand zum Baugebiet sind zu gering.

Der Verlauf der geplanten Trasse für die Westküstenleitung von Brunsbüttel nach Niebüll sorgt in der Gemeinde Horstedt für Unmut. So verkündete Bürgermeisterin Karen Hansen auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung: „Wir haben den Auftrag an die Tennet gegeben, die geplante Trasse wieder zurück zur Westseite der B5 zu legen.“ Die Gemeinde wird sich im Planfeststellungsverfahren gegen die Trassenführung in der Gemeinde östlich der geplanten B5 aussprechen.

Grund für den Widerstand ist, dass die 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung aus Sicht der Gemeinde mit rund 140 Metern Abstand zu nahe an das Baugebiet am Westerweg rückt. Ursprünglich sollte die neue 380-kV-Leitung auf die bestehende 110-kV-Leitung in der Gemeinde aufgesattelt werden, dies ist jedoch aufgrund des militärischen Richtfunks, der dort verläuft, nicht möglich, so Hansen. Eine Lösung für die Verlegung nach Westen sieht die Bürgermeisterin in einer „Zickzack“-Verlegung der Höchstspannungsleitung im Westen, von der die Richtfunktrasse nicht betroffen wäre. In der öffentlichen Sitzung wies sie die Bürger darauf hin, Protest gegen den geplanten Verlauf einzulegen.

Zum aktuellen Stand des geplanten 380-kV-Umspannwerk erläuterte Hansen, dass alle Zu- und Ableitungen zum zukünftigen Umspannwerk unterirdisch verlegt werden und die Hochspannungsleitung dadurch verschwindet. Baubeginn der neuen Schaltanlage für die Einspeisung regenerativer Energie ist das zweite Quartal 2017, die voraussichtliche Inbetriebnahme erfolgt nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers Tennet im vierten Quartal 2018.

Die Gemeindevertretung stimmte dem Vertrag mit Tennet hinsichtlich der Zuwegung zum künftigen Umspannwerk der 380-kV-Leitung am Gemeindeweg „Zum Rönneltsmoor“ ebenso zu, wie dem Verkauf von Ökopunkten an die Tennet, der Bereitstellung von Fledermaus-Nistkästen an 80 Bäumen als Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in Natur und Landschaft sowie der Vergabe des Auftrages für die Erstdokumentation und des Monitorings über die Fledermausnistkästen im Gemeindewald.

Hinsichtlich der Umgehung der Bundesstraße 5 will die Gemeinde zwei sogenannte Ohren für die Auf- und Abfahrt in Horstedt realisieren. Zwar dürfe gebaut werden, aber der Bund wird sich nicht an der Finanzierung beteiligen, so Hansen.

Zuschüsse gibt es für den derzeit geplanten Anbau für die Mensa der evangelischen Kindertagesstätte Olderup sowie für die Sanierung der Sanitäranlagen der Grundschule in Horstedt, berichtete Hansen weiter. Ferner sind für die Grundschule in Horstedt zwei Container aus dem Bestand der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Seeth beantragt, die in der Schule künftig als Werkraum genutzt werden sollen.

Gemeindewehrführer Helge Ingwersen wurde in seinem Amt für weitere sechs Jahre bestätigt und von der Bürgermeisterin vereidigt. Kurze Zeit später mussten die anwesenden Feuerwehrkräfte die Sitzung im Eiltempo verlassen: Ein Feueralarm in der Gemeinde mit starker Rauchentwicklung auf einer Koppel rief sie zum Einsatz.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 14:00 Uhr

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