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Höchstspannungs-Leitung in Mildstedt : Stromtrasse durch den Naturerlebnisraum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Tennet informierte den Mildstedter Kommunal-und Umweltausschuss über die neue Stromtrasse. Um einen möglichst großen Abstand zu den Anliegern zu halten, soll sie durch den Naturerlebnisraum führen.

Im Mittelpunkt der Sitzung des Kommunal- und Umweltausschusses der Gemeinde Mildstedt stand die Information über den Trassenverlauf der 380-KV-Höchstspannungs-Leitung durch Vertreter der Tennet. Vorsitzender Horst-Werner Kühl (SPD) hatte eingeladen – und 36 Interessenten folgten den Ausführungen dazu. Dr. Bernd Brühöfner (Tennet TSO GmbH) wies darauf hin, dass die Westküstentrasse in vier Abschnitte unterteilt sei, für jeden Abschnitt soll ein separates Planfeststellungsverfahren vorgenommen werden. Für den Abschnitt 3 (Mildstedt) wurde ein Vorzugskorridor festgelegt. Es seien drei Varianten untersucht worden. Tina Hothmann von der Firma „imp GmbH“ stellte den Trassenverlauf in 3-D-Animation auf Leinwand dar und erläuterte diverse Masten, die zwischen 55 und 61 Meter hoch sind und als „Mitnahmemasten“ aufgestellt die bestehende 110-KV-Leitung aufnehmen.

Bürgermeister Bernd Heiber (SPD) sagte: „Wir haben das Thema 380-KV-Trasse bereits mehrfach beraten und es gab mehrere Info-Veranstaltungen dazu.“ Heiber kritisierte einen Flyer der FDP zu dem Thema. „Ich habe Vertreter aller Fraktionen und der FDP – also auch den Verfasser des Flyers – und die direkt von unserem Vorschlag betroffenen Anwohner zu einem Gespräch geladen. Dabei haben sich alle Beteiligten geeinigt und auf einen Verlauf der Trasse verständigt. Diesen Vorschlag habe ich danach der Tennet vorgelegt.“ Der jetzt von dem Unternehmen vorgeschlagene Trassenverlauf durchquert den Naturerlebnisraum. „Nach genauer Prüfung des Verlaufes muss ich feststellen, dass damit aber der Abstand zu allen Anwohnern am größten ist. Der Vorschlag der FDP berücksichtigt nicht die östlichen Anwohner des Korridors.“ Der Gemeindechef wies Gerüchte zurück: „Wir hatten kein geheimes Kartenmaterial.“ Kritik von Rolf Gröttker (FDP) an Dr. Brühöfner, dass dieser wohl Ökopunkte und unterirdische Gasleitungen höher bewerte als den Schutz der Menschen. Rüdiger Kohls (FDP-Kreistagsabgeordneter) verwies darauf, dass eine Einigung über den Trassenverlauf in Koldenbüttel mit großer Bürgernähe erfolgt sei. Dazu Ausschuss-Vorsitzender Horst-Werner Kühl: „Wir treffen uns heute bereits zum vierten Mal. Wenn das keine Bürgerbeteiligung ist.“

Nachfrage von Hans-Peter Henkens (SPD), wer denn den Schutzkorridor von 200 Metern bis zur nächsten Bebauung festgelegt hat? „In England hat sich gezeigt, dass Kinder, die in einem Radius von bis zu 200 Meter zu einer Hochspannungsleitung leben, ein um 70 Prozent erhöhtes Leukämierisiko haben – bei 200 bis 600 Meter Abstand immerhin noch 20 Prozent.“ Dr. Brühöfner erklärte, dass seine Gesellschaft dies getan hätte. Auf Fragen hinsichtlich Emissionen durch die geplante 380-KV-Leitung wollte Brühöfner nicht eingehen, diese Frage erschien ihm „in dieser Sitzung zu komplex“. Am Ende der mehr als zweistündigen Ausschuss-Sitzung dankte der Vorsitzende, „dass die Tennet gekommen ist“ und sagte weiter: „Ich hätte mir aber ein paar mehr Zuhörer gewünscht.“

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