Westküstenleitung : Stromtrasse: Bürgeranleihe mit Beigeschmack

Das Geld für die Westküstenleitung soll auch von den Bürgern in Nordfriesland und Dithmarschen kommen. Foto: dpa
Das Geld für die Westküstenleitung soll auch von den Bürgern in Nordfriesland und Dithmarschen kommen. Foto: dpa

Noch steht der Trassenverlauf der Westküstenleitung gar nicht fest, Renditehungrige dürfen sich aber schon freuen. Das passt nicht. Ein Kommentar von Jörg von Berg.

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14. Juni 2013, 10:46 Uhr

Es geht um was - um einen wichtigen Baustein der Energiewende in Deutschland und damit auch um richtig viel Geld. Die geplante Westküstenleitung soll im Norden erzeugten Windstrom zu den großen Abnehmern im Süden weitertransportieren.
Deshalb möchten viele sie so schnell wie möglich und ohne lange gerichtliche Auseinandersetzungen realisiert sehen. Die Anwohner in Nordfriesland und Dithmarschen sind frühzeitig eingebunden worden - ein vorbildlicher Bürgerdialog, dessen Zwischenergebnisse am Donnerstag im Husumer Nordsee-Congress-Centrum aufgearbeitet werden.
Dennoch bleibt ein Beigeschmack, denn schon am Freitag wird der Startschuss für die Westküsten-Bewohner gegeben, sich per Bürgeranleihe an der Höchstspannungs-Leitung zu beteiligen. Während der exakte Trassenverlauf noch nicht einmal feststeht und Menschen in einigen Regionen noch um das Landschaftsbild vor ihrer Haustür bangen müssen, dürfen Renditehungrige schon frohlocken. Das passt nicht zusammen.

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