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FDP-Vorstoss im Kreistag : Stromtrasse: Bürger brauchen Klarheit

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Klarheit über den möglichen Verlauf der 380-Kilovolt-Höchstspannungs-Leitung an der Westküste fordern die Liberalen. Das bereitgestellte Kartenmaterial wird als nicht oder nur wenig geeignet für die Feinplanung kritisiert.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 18:30 Uhr

Im beginnenden Planungsverfahren zum Bau der 380-Kilovolt-Westküsten-Stromtrasse geht es inzwischen ans Eingemachte, nämlich mitten in die betroffenen Gemeinden. Denn in den nächsten Monaten wird der mögliche konkrete Trassenverlauf eingegrenzt, in den Gemeindegremien beraten und zunehmend von der betroffenen Bevölkerung diskutiert.

Allerdings hat das bisherige Verfahren nach Ansicht der nordfriesischen Liberalen ein großes Manko: „Die Beteiligung der Öffentlichkeit geht bislang nur auf Grundlage von Kartenmaterial vonstatten, das das Land und der künftige Netzbetreiber Tennet im Internet zur Verfügung stellen. Dieses hat sich aber für eine Feinplanung und eine Befassung auf Augenhöhe von betroffenen Bürgern und Trägern öffentlicher Belange bereits als nicht oder nur wenig geeignet herausgestellt.“

Um einen konfliktarmen, zügigen Planungs- und Realisierungsprozess anzustoßen, bringt die FDP-Fraktion im nordfriesischen Kreistag in die Sitzung des Gremiums am Freitag (23.) einen Dringlichkeitsantrag ein. Mit dieser Initiative sollen das Land und der Netzbetreiber dazu bewogen werden, interessierten Betroffenen, Gemeinden und Trägern öffentlicher Belange kurzfristig und auf formlose Anfrage die notwendigen Geodaten zu Vorzugskorridoren und bisher geplanten Trassenverläufen der Leitung an der Westküste zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Dialogprozess zur 380-kV-Westküstentrasse habe sich die Landesregierung im Vorfeld der laufenden Planungsphase größtmögliche Transparenz auf die Fahne geschrieben, so FDP-Fraktionschef Jörg Tessin. Es zeige sich nun aber, dass das für den Bürger zur Verfügung gestellte Kartenmaterial zur Visualisierung der Feinplanung und der möglichen Erarbeitung von alternativen Vorschlägen für den konkreten Leitungsverlauf in betroffenen Gemeinden nicht mehr ausreicht.

Erste Nachfragen aus der Kommunalpolitik habe das Ministerium lediglich mit Hinweis auf das unzureichende Kartenmaterial im Internet beantwortet, das zuständige Projektbüro bisher nicht reagiert. Das ärgert Jörg Tessin: „Für die Menschen vor Ort zählt im Zweifel jeder Meter größeren Abstands, um die 65 Meter hohen Masten im Landschaftsbild zu akzeptieren.“

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