zur Navigation springen

Westküsten-Leitung : Stromautobahn voll im Zeitplan

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Planungen für die Höchstspannungsleitung von Brunsbüttel nach Niebüll liegen im Zeitplan. 2018 soll sie betriebsbereit sein. Am Donnerstag (9. Oktober) gibt es eine öffentliche Planungskonferenz in Heide.

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Das Vorhaben ist ambitioniert, aber realistisch: Von 2018 an soll die geplante 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung in großer Menge Windstrom von Niebüll nach Brunsbüttel abführen. Die umfangreichen Vorarbeiten sind in vollem Gange. „Wir sind im Zeitplan“, erklärte John Karl Herrmann, Bürgerreferent des Netzbetreibers Tennet, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Westküsten-Leitung wird in vier Abschnitten gebaut: von Brunsbüttel bis Süderdonn, von dort weiter nach Heide, danach bis Husum und dann hinauf nach Niebüll.

Über den konkreten Planungsstand – speziell in den beiden nördlichen Abschnitten – soll die breite Öffentlichkeit jetzt noch einmal detailliert bei einer Planungskonferenz am morgigen Donnerstag (9.) von 18 bis 21 Uhr im „Tivoli“ in Heide informiert werden. Vorgestellt wird dabei der konkrete Trassenverlauf für den Abschnitt Heide-West bis Husum-Nord, für den Tennet die Planungsunterlagen bereits bei der Genehmigungsbehörde, dem Amt für Planfeststellung Energie, eingereicht hat. Informiert wird außerdem über erste konkrete Teilbereiche des vierten Abschnittes bis nach Niebüll.

Laut Herrmann werden Vertreter des Kieler Energiewende-Ministeriums, der Tennet und der Bürgerinitiative gegen die geplante Freileitung zu Wort kommen, Detailfragen sollen anschließend an Info-Stationen beantwortet werden. Für interessierte Bürger wird es es bei der Heider Planungskonferenz „nicht die letzte, aber eine gute Gelegenheit“ geben, sich umfassend zu informieren.

Hintergrund für das zügige, aber transparente Vorgehen bei der Planung der Westküsten-Stromtrasse ist die gemeinsame Realisierungsvereinbarung, die das Energiewende-Ministerium, der Netzbetreiber sowie die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland getroffen haben (wir berichteten). Kernpunkte sind neben dem Zeitplan für die Planung der rund 150 Kilometer langen Leitung von Brunsbüttel nach Niebüll auch der breit angelegte Dialogprozess, um Bürger und Verbände an der Westküste einzubinden. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit gilt nach Aussagen von Herrmann inzwischen deutschlandweit als vorbildlich und soll auch bei dem Projekt „Südlink“ zum Tragen kommen. Mittels der geplanten Trasse von Brunsbüttel nach Baden-Württemberg soll vom Jahr 2022 an über eine Strecke von 800 Kilometern Windstrom nach Süddeutschland transportiert werden.

Mit Blick auf die Planungen an der Westküste Schleswig-Holsteins spricht Herrmann von einem Spagat zwischen wasserdichter Planung und der Akzeptanz der Anwohner. Denn: „Jede Einwendung verlangsamt das Verfahren.“ Ziel sei es gewesen, Auswirkungen auf Mensch und Natur zu minimieren. Der arbeitsintensivste Abschnitt mit der größten Zahl an Varianten und Gesprächen war dabei jener zwischen Husum und Heide.

Aus dem Dialog mit Kommunen und Bürgern seien wichtige Anregungen mit in die Planungen aufgenommen worden, so der Tennet-Referent. Dazu zählt etwa der Wunsch, vorhandene 110-Kilovolt-Leitungen soweit möglich auf den Masten der neuen Höchstspannungsleitung mitzuführen. Nach Schätzung von Herrmann wird dies künftig zu mehr als 80 Prozent der Fall sein. „Das ist für uns ein großer Erfolg und hat auch geholfen, Widerstände zu überwinden“, sagte er.

Aus dem Dialogprozess heraus entstand demnach auch die jetzt geplante Lösung, einen Teil der bestehenden 110-kV-Leitung zwischen Reinsbüttel und Tönning im Bereich der Eiderniederung bei Tönning unterirdisch zu verlegen. Die Verhandlungen mit dem zuständigen Netzbetreiber, der Schleswig-Holstein Netz AG, laufen allerdings noch. Laut Tennet soll die Maßnahme mögliche Beeinträchtigungen des Vogelzuges und des Landschaftsbildes kompensieren helfen.

Der Bau für den ersten Abschnitt der Westküsten-Leitung von Brunsbüttel aus wird Herrmann zufolge im nächsten Jahr beginnen. Die Leitung soll Ende 2015 in Betrieb genommen werden, die Trasse bis Heide dann 2017. Der Baubeginn für die Strecke von Heide nach Husum ist für das dritte Quartal 2016 vorgesehen, für den Abschnitt von Husum nach Niebüll dann im ersten Quartal 2017. Beide Abschnitte sollen 2018 betriebsbereit sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen