Tankstellen am Amsinck-Haus : Strom für Autos direkt am Deich

Gebrauchsfähig: Rüdiger Wiese, Geschäftsführer der Stadtwerke Bredstedt (li.) und Dirk Albrecht, Bürgermeister der Reußenköge.
Gebrauchsfähig: Rüdiger Wiese, Geschäftsführer der Stadtwerke Bredstedt (li.) und Dirk Albrecht, Bürgermeister der Reußenköge.

Auf zwei Parkplätzen des Amsinck-Hauses wurde eine neue Tankstelle für Elektro-Autos errichtet. Die Gemeinde Reußenköge schießt für den Bau der 68. Ladestation in Nordfriesland 5000 Euro zu.

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10. Mai 2015, 12:00 Uhr

Bei Wind und strahlendem Sonnenschein wurde eine Stromtankstelle der Stadtwerke Bredstedt für Pkw in den Reußenkögen direkt am Amsinck-Haus (Übergang zur Hamburger Hallig) eingeweiht. „Lieber Strom vom Deich, als Öl vom Scheich“, zitierte Rüdiger Wiese, Geschäftsführer der Stadtwerke, gut gelaunt einen Satz, der „allerdings nicht von mir stammt“. Aus seiner Sicht sei es nicht mehr die Frage ob, sondern wie und mit welcher Geschwindigkeit sich die Elektroautos durchsetzen. „Entscheidend ist, dass Elektromobilität nur mit grünem Strom sinnvoll ist.“ Mit dem hohen Anteil an Windstrom sei der Standort der Stromtankstelle in den Reußenkögen ideal. „Die Gemeinde ist auch jetzt wieder vorbildlich und sorgt für Elektromobilität“, sagte er. Stephan Wiese, Projektmanager der Genossenschaft eE4mobile, knüpfte erste Bande mit der Kommune, wobei Johannes Volquardsen, Vorsteher des Zweckverbandes Hamburger Hallig, anfangs nicht begeistert von der Idee war. Grund dafür: Zwei der ohnehin wenigen Parkplätze sind durch die neue Tankstelle ausschließlich für Elektroautos reserviert. „Wir haben uns deshalb schwer getan, erhoffen uns aber ab und an eine Spende“, sagte er.

Aus den Ladesäulen fließt ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien. Von den Stadtwerken Bredstedt stehen sechs neue E-Tankstellen für E-Mobilisten in Niebüll (Kundenparkplatz Stadtwerke), Leck (Parkplatz Rathaus und ZOB), Bredstedt (Marktplatz), Langenhorn (Bahnhof) und eben in den Reußenkögen bereit. Besitzer von Elektroautos laden sich eine App auf ihr Smartphone und schalten damit die Tankstelle frei. Die getankten Kilowattstunden werden elektronisch erfasst und später abgerechnet. Für 100 Kilometer werden etwa 20 Kilowattstunden inklusive Ladeverlust benötigt. Die Verträge für den „mobilen Strom“ gibt es bei den Stadt- und Gemeindewerken. Autofahrer können mittlerweile mit der dazugehörigen App an 2000 Ladesäulen in Europa Strom tanken. An zahlreichen Standorten gibt es ihn sogar kostenlos, auch in Nordfriesland. „Ich bin allerdings skeptisch, ob sich das auf Dauer durchsetzt“, so der Geschäftsführer und sagte auf Plattdeutsch: „Was nichts kostet, ist auch nichts wert.“

Inzwischen sieht die Welt der Elektromobilität anders aus, wie Stephan Wiese erzählte. „Immer mehr Fahrer nutzen diesen Service.“ Allerdings: „Bis auf beispielsweise Hotels, Seminarbetriebe und Restaurants, die durch das kostenlose Angebot einen Mehrwert für ihre Gäste bieten können, wird man künftig für den Strom bezahlen müssen.“ Etwa bei einem Drittel der insgesamt 68 Ladestationen in Nordfriesland wird bisher noch ein unentgeltlicher Service angeboten. „Fahrzeughalter von E-Mobilen sollten sich allerdings vor Augen halten, dass, auch wenn sie für den Strom bezahlen müssen, immerhin noch bis zu 50 Prozent weniger ausgeben, als für Benzin“, machte Stephan Wiese die Rechnung auf. Die Gemeinde Reußenköge hat die neue Strom-Zapfsäule finanziell mit 5000 Euro und damit zur Hälfte unterstützt.

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