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Treffen der Schrauber-Szene : Strenger Blick unter die Haube

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hunderte Fahrzeuge konnten beim fünften Husumer Allcar-Treffen bestaunt werden. Die Polizei nahm allerdings zahlreiche Fahrzeuge unter die Lupe.

Von der Rostlaube bis zum heißen Ofen: Beim fünften Husumer Allcar-Treffen auf dem Messegelände bekamen Besucher und Auto-Fans außergewöhnliche Fahrzeuge zu Gesicht. Die kuriosesten von ihnen dienen allerdings eher als Schauobjekt, wie einige Fahrer klarstellten. Doch für die Verkehrspolizei war diese Ereignis, bei dem mehrere hundert Teilnehmer vorfuhren, Anlass genug, einen prüfenden Blick unter die Haube zu werfen. Aus diesem Grund wurden von den Beamten vom Autobahn- und Bezirksrevier Nord mehrere Kontrollstellen auf den Zufahrtsstraßen eingerichtet.

„Zu diesem Allcar-Treffen, bei dem die Fahrer stolz ihren neuesten Errungenschaften präsentieren wollen, sind an den Fahrzeugen selbst oftmals stark bauliche Veränderungen vorgenommen worden“, berichtete Polizei-Sprecherin Franziska Jurga. Und tatsächlich: Schon in der ersten Stunde fielen den geschulten Polizeibeamten am Kontrollpunkt Engelsburg an der Bundesstraße 200 zwei Autos auf. Beiden Besitzern wurde nach genauer Untersuchung die Fahrerlaubnis entzogen. „Bei dem rostfarbenen Fahrzeug stellten wir einen verrosteten und defekten Auspuff fest“, sagte Jurga. Eine bittere Pille für den Autofahrer, der sein Gefährt abschleppen lassen musste. Und auch die dänischen Insassen eines knallgrünen Opel wurden ausgebremst. Sie hatten ihre Rücklichter dunkel glasiert. Auch hier schüttelten die Beamten den Kopf und verboten die Weiterfahrt. Doch die Dänen gaben nicht auf. „Mein Mann ist gerade unterwegs und bringt unveränderte Rücklichter“, berichtete die Autofahrerin. „Das Problem in diesem Fall ist, dass diese Vorgehensweise in unserem Nachbarland erlaubt ist, jedoch nicht bei uns in Deutschland“, klärte die Polizei-Sprecherin auf.

Nicht begeistert und schon gar nicht einsichtig zeigte sich ein Autofahrer aus dem Landkreis Stendal. Hier nahmen die Beamten eine Lärmpegel-Messung vor. Die Grenzwerte waren viel zu hoch. Er durfte zwar die Reise fortsetzen, muss aber die Korrektur vornehmen lassen und damit nochmals bei der Polizei vorstellig werden. Völlig überrascht zeigte sich ein junger Mann aus Nordfriesland. Er hatte sich an der Hintertür seines Wagens einen Slogan in die Scheibe eingravieren lassen. „Wir mussten ihm die Betriebserlaubnis entziehen“, berichtete der Beamte.

Auch Temposünder hatten die Polizisten im Visier. In eine Radarfalle tappte unter anderem ein Autofahrer, der mit einer Geschwindigkeit von 173 Stundenkilometern in eine 70-Zone raste. Ganz entspannt zeigte sich Christopher Gayer aus Flensburg, der ebenfalls zum Treffen fuhr. „Ich habe nichts zu verbergen, die Kontrollen finde ich sehr gut“, sagte er. Tatsächlich bekam er am Ende grünes Licht. Er hat in seinen Golf zusätzlich gut 10  000 Euro investiert, berichtete er. Allein für die Musikanlage im Kofferraum legte er 2000 Euro hin. „Für mich ist dieses Fahrzeug eher ein Liebhaberstück als ein normaler Gebrauchsgegenstand“, so Gayer. Autokontrollen sind für den 25-jährigen Daniel Trede aus Heide nichts Neues. Mit seinem extravaganten Golf wurde er bereits 14-mal unter die Lupe genommen. „Ich bekam jedesmal die Bescheinigung, dass alles in Ordnung ist“, verriet er lächelnd.

Sich von der Menge durch originelle Ideen abheben, das hatte sich Sören Detlefs aus Tensbüttel-Röst (Kreis Dithmarschen) vorgenommen. Mit seiner Ratte, wie er sein Fahrzeug nennt, hatte er bisher beim Tüv noch keine Probleme. Rund 800 Euro steckte er in das Fahrzeug, das für den Autofriedhof vorgesehen war. Nicht nur der Lack, sondern auch das Innenleben des Golfs wurde erneuert. Dabei legt er großen Wert darauf, dass alles Gesetzeskonform ist. „Herumdoktern bis der Arzt kommt, das kommt für mich nicht in Frage, dafür ist mir mein Auto viel zu wichtig.“

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