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Windkraft in Goldelund : Streit um weitere Windmühlen: Ein erster Schritt zum Konsens

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Goldelund“ wehrt sich gegen weitere Windkraftanlagen. Nun kommt ihr die Politik einen kleinen Schritt entgegen. Die BI will dennoch prüfen, ob ein Bürgerentscheid möglich ist.

Starker Gegenwind von Einwohnern, die sich in der Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Goldelund“ zusammengeschlossen hatten, blies den Goldelunder Gemeinderatsmitgliedern in ihrer jüngsten Sitzung entgegen. Diese hatte Bürgermeisterin Waltraud Schnoewitz wegen zweier Anträge der BI anberaumen lassen. Deren Sprecher Rainer Kleinlosen hatte schriftlich verlangt, die Flächen 3 und 6 als Präferenz-Windfindungsflächen zurückzunehmen sowie die 400-Meter-Abstände von Windkraftanlagen zu Siedlungen und Einzelgehöften in Zukunft zu erhöhen.

Um die bereits in der Einwohnerfragestunde aufkommenden Wogen zu glätten, räumte Schnoewitz den Mitgliedern der BI viel Zeit für Grundsatzerklärungen und Fragen ein. „Wir wollen keine weiteren Windmühlen auf Gemeindegebiet. Da sind sich die bei uns vertretenen Windkraftgegner mit den Beteiligten im Veer-Dörper-Windpark einig“, machte Kleinlosen deutlich. Theoretisch könnten noch 24 Anlagen aufgestellt werden. Er wisse von Fachleuten, dass auf die Immobilien aber eine Wertminderung von 50 Prozent und mehr anzurechnen sei, falls in deren Nähe Mühlen aufgestellt würden. Er selbst und andere auch würden dann wegziehen müssen, um gesundheitlichen Schäden durch Infraschall vorzubeugen. „Es geht um Dorfsterben, unser aller Existenz und gravierende Veränderungen im Landschaftsbild“, so Kleinlosen.

Carsten Doschat (BI) bezog sich auf eine Abschrift des Protokolls des nicht öffentlichen Teils der Gemeindevertretersitzung vom 22. September und monierte, dass – entgegen der Darstellung der Bürgermeisterin in der Sitzung vor zehn Tagen – nicht nur eine interne Meinungsbildung im Gemeinderat stattgefunden habe, sondern ein Beschluss gefasst worden sei. Der sage schwarz auf weiß aus, dass besagte Flächen Nr. 3 und 6 nahe der Siedlung am Moorweg mit fünf Ja- und vier Nein-Stimmen als bevorzugt und als Windfläche geeignet eingestuft worden seien. Die Fassung von Beschlüssen erfordere aber die Aufnahme als Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil. Da der komplette Gemeinderat befangen sei, habe gar nicht entschieden werden dürfen. Das stelle eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Prüfung durch die Kommunalaufsicht werde vorbehalten bleiben. „Kein Bürger wusste davon, dass wieder was in Sachen Windkraft läuft. Warum nicht?“, fragte Doschat. Doch die Bürgermeisterin blieb dabei, dass es keinen Beschluss gegeben habe. Es sei im Protokoll nur unglücklich ausgedrückt worden. „Ich wollte wissen, wie die Gemeindevertreter dazu stehen – mehr nicht“, so Schnoewitz. Da es auch um Namen gegangen sei, habe sie das im nicht öffentlichen Teil behandelt. Eine Einwohnerversammlung dazu werde wohl im Januar stattfinden.

Flächen sollten vor „Wildwuchs“ gesichert werden, so die Bürgermeisterin. Das sei vom Amt empfohlen worden. Nach einem weiteren Schlagabtausch zwischen Gemeindevertretern und Mitgliedern der BI stimmte das Gremium dem ersten Antrag der BI einstimmig zu und erklärte sich hinsichtlich des zweiten Antrages für befangen. „Ich werde prüfen lassen, ob ein Bürgerentscheid möglich ist“, sagte Kleinlosen.

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