Bredstedt : Streit um Sportplatz-Entwässerung

Der Sportplatz: Auf dem A-Feld gibt es ein Wasserproblem.
Der Sportplatz: Auf dem A-Feld gibt es ein Wasserproblem.

Die Stadtvertretung legt das Konzept für die Süderstraße auf Eis. Es wird keine Bewerbung um Fördergelder geben.

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25. März 2018, 11:00 Uhr

Kurzfristig auf die Tagesordnung nahm die Stadtvertretung am Donnerstagabend das Thema Sportplatz in der Süderstraße. Schon in der Bauausschusssitzung hatte der Landschaftsarchitekt Arne Siller auf den Zustand der bestehenden Entwässerungsleitung – sie verläuft mittig durch den A-Platz – aufmerksam gemacht. Die Drainage bestehe aus Ton, die 400er-Rohrleitung sei marode und drohe zusammenzusacken. Zudem weise das Rasenspielfeld starke Unebenheiten und Höhenunterschiede von etwa 30 Zentimetern auf. Der Wasserverband hatte bereits die Konsequenzen gezogen und für 260 000 Euro eine Alternativ-Leitung rechts am Platz vorbei zur Süderstraße verlegt.

Arne Siller hatte in der Ausschusssitzung ein förderfähiges Entwässerungskonzept für den 7800 Quadratmeter großen Hauptplatz in der Süderstraße vorgestellt. Dabei ging es darum, den A-Platz, der durch ein Wasser- und Nässe-Problem beeinträchtigt werde, wieder uneingeschränkt – auch bei schlechtem Wetter – bespielbar zu machen. Es sieht unter anderem den Abtrag des Rasenfilzes und Pflegehorizonte (15 Zentimeter), den Abtrag des Oberbodens (Füllboden und Bauschutt) auf zehn Zentimetern, das Verdämmen der bestehenden Leitung sowie das Einziehen eines selbsttragenden Rohrs DN 300 sowie eine Drainageleitung vor. Inklusive Anschluss an den Ringsammler, Einbringen einer Drain- und Rasentragschicht sowie Ansaat und Baunebenkosten würden sich die Brutto-Kosten für die Maßnahme auf 377 902,35 Euro belaufen.

Wie schon im Ausschuss, in dem es keine Beschlussempfehlung, dafür reichlich Diskussionsbedarf gab, so entwickelte sich auch unter den Stadtvertretern eine lebhafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Dabei ging es um die Notwendigkeit und die Finanzierbarkeit dieser Maßnahme.

Bürgermeister Knut Jessen verwies mehrfach auf den 2015 für 27 000 Euro in Auftrag gegebenen Sportentwicklungsplan – aus Steuermitteln finanziert, erstellt von Fachleuten der Uni Kiel, erarbeitet in Vorgesprächen und Workshops mit den Betroffenen. Der Plan sei die Voraussetzung, um eine bessere Förderung zu beantragen. Die Frist für die Entwässerungsmaßnahme laufe am 31. März ab. Mit Unverständnis reagierte Jessen auf den Einwand von Christian Schmidt (CDU), seine Fraktion habe bei einer Umfrage auf Facebook unter den 1400 Besuchern des Posts nur einen gehabt, der den Zustand des A-Platzes als verbesserungswürdig bezeichnete.

„Ich vermisse Alternativen zu dem vorgestellten Konzept“, so Schmidt. Er gab zu bedenken, dass die Fördertöpfe nach seinen Informationen auch noch in den kommenden beiden Jahren in Anspruch genommen werden könnten, die Zeit also keinesfalls dränge. Bredstedt habe sich derzeit finanziell einiges vorgenommen. Dazu gehören neben dem geplanten Kindergarten auch die Multifunktionshalle. „Wo liegen die Prioritäten?“, fragte er und riet, den Sportplatz für wenig Geld in Ordnung zu bringen.

„Wir haben große Projekte angeschoben“, erklärte auch Wolfgang Kinsky (WGB). Und zu den Planungen: „Ich sehe den Bedarf nicht.“ Er verwies auf genügend vorhandene Ausweichplätze. Fraktionskollege Dr. Edgar Techow machte darauf aufmerksam, dass die Verfilzung der Grasnabe mit einer sachgemäßen Pflege zu beheben sei. Zudem verwies er auf die in dem Entwässerungskonzept genannten hohen Kosten und stellte zu ähnlichen Maßnahmen im Beltringharder Koog erhebliche Preisunterschiede bei den Leistungen fest. Jessen verwies darauf, dass es sich um eine Kostenrechnung, nicht um das Ergebnis einer Ausschreibung handele. Bezüglich einer Finanzierung mache er sich, so Jessen, keine Sorgen. Aus Grundstücksverkäufen im Bereich Gewerbe erwarte er mehr Einnahmen, als zunächst eingeplant. Vertraglich gesichert sei jedoch noch nichts.

Horst Deyerling (Pro Bredstedt) sah keine Alternative zu dem vorgestellten Konzept. „Das größte Problem liegt unter dem Platz. Wenn das Rohr zusammenbricht, bekommen wir keine Fördergelder mehr.“

Johanna Christiansen (SSW): „Wir haben uns darauf geeinigt, den Sportentwicklungsplan auf den Weg zu bringen.“ Das sei nicht aus Jux und Dollerei passiert.

Mit Flickschusterei komme man nicht weiter, kritisierte Knut Jessen. „Ich bin mittelschwer von der CDU-Fraktion enttäuscht.“

Die Abstimmung endete mit 7:7 Stimmen. Somit gelte der der Vorschlag, eine Förderung in Kiel zu beantragen, als abgelehnt, erklärte Knut Jessen. „Das ist nicht mein Verständnis von Politik“, kommentierte er verärgert. „Wenn es jetzt nicht so kurz vor Ende der Legislaturperiode wäre, hätte ich mein Buch zugeschlagen und gesagt: Das war’s.“

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