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Mediatoren eingesetzt : Streit in der Friedrichstädter Wehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Friedrichstädter Feuerwehr tobt ein Kleinkrieg. Jetzt sorgt sich die Stadt, ob eine Pflichtwehr kommen muss. Auch der Amtswehrführer will vermittelnd eingreifen, wenn es denn gewünscht wird.

Wenn alle Stricke reißen, weil die Mediation nicht fruchtet, dann könnte die Stadt Friedrichstadt ein Déjà-vu erleben. Dann könnte die Stadtfeuerwehr wieder vor der Zerreißprobe stehen, womöglich eine Pflichtwehr drohen. All das erlebte die Freiwillige Rettungsorganisation bereits im Herbst 2014. Damals drohte die Einrichtung einer Zwangsfeuerwehr, weil die Mannschaftsstärke unter die Minimumgrenze fiel. Eine großangelegte Kampagne von Stadt und Feuerwehr sorgte dann für neue Mitglieder, die Stadt schrammte knapp an einer Pflichtwehr vorbei.

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern, nicht nur im Holländerstädtchen selbst, sondern auch in den umliegenden Dörfern. Bei der Stadtfeuerwehr Friedrichstadt knirscht es gewaltig im Getriebe. Und zwar so stark, dass Rettungsversuche mit Bordmitteln nicht mehr ausreichen. Bürgermeister Eggert Vogt hat daher für neutrale Mediatoren gesorgt, die Gespräche mit den Mitgliedern führen, um ein Auseinanderbrechen zu verhindern. Doch noch, so ist allerorten zu hören, sind keine greifbaren Ergebnisse erzielt worden.

Stadtwehrführer Birger Thomsen will sich zum Sachverhalt nicht äußern, verweist statt dessen auf den Bürgermeister. Der wiederum unterstreicht, dass Stillschweigen vereinbart worden sei. Nur so viel will er bestätigen, dass es „bei seiner Feuerwehr überhaupt nicht rund läuft.“

Amtswehrführer Tim Petersen kennt nach eigenen Angaben die Details noch nicht im Einzelnen, hofft aber bei einem Gespräch in der nächsten Woche, unter anderem mit seinen beiden Stellvertretern und dem Amtsvorsteher, weitere Dinge zu erfahren. „Aber, Friedrichstadt gehört ja nicht zum Amt, daher haben mich die Kameraden der Stadtwehr auch nicht gewählt, ich bin also pro forma nicht für sie zuständig. Wir werden aber dennoch, wenn es gewünscht wird, natürlich versuchen als Vermittler aufzutreten, und helfen, eine Lösung zu finden.“ Allerdings sorgt er sich um die Stadtwehr, denn bereits vor eineinhalb Jahren gab es zu wenige Aktive und vor zweieinhalb Jahren großen Ärger innerhalb der Feuerwehr. Die Folge damals, viele Austritte, die dann später zu der Personalnot geführt haben.

Und diesmal könnte es auch eskalieren, die Feuerwehr Mitglieder verlieren. Dann stünde Bürgermeister Eggert Vogt zum zweiten Mal in seiner Amtszeit davor, eventuell eine Pflichtwehr einrichten zu müssen. Das wünscht sich aber niemand. Schon 2014 sagte Vogt: „Eine Pflichtwehr möchten wir gern vermeiden, denn ich weiß nicht, wie es dann um die Motivation der Zwangsrekrutierten stehen wird.“ Zudem bedeutet eine Pflichtwehr auch zusätzliche Kosten für die klamme Stadtkasse, sie müsste nämlich für die Zwangsrekrutierten für jeden Einsatz und Übungsabend einen Obolus entrichten. Gemäß des Brandschutzgesetzes hat die Stadt eine öffentliche Feuerwehr vorzuhalten, die eine angemessene und eine ausreichende persönliche und sächliche Leistungsfähigkeit besitzen muss. Diese Vorschrift sagt sogar, dass wenn die erforderliche Personalstärke um mehr als ein Drittel unterschritten wird, eine Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen werden muss.

Der Streit innerhalb der Friedrichstädter Feuerwehr ist einigen Nachbarwehren unverständlich, denn eigentlich haben die freiwilligen Helfer im Holländerstädtchen eine rosige Zukunftsperspektive. So hat der städtische Bauausschuss gerade in seiner jüngsten Sitzung dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 18 einstimmig zugestimmt. Und der sieht unter anderem eine neue Feuerwache neben der Eidermühle vor, da die alte am Eiland zu klein geworden ist. Zudem erhält die Wehr noch in diesem Jahr ein neues Einsatzfahrzeug für rund 240.000 Euro. Bürgermeister Eggert Vogt sagt : „Ich hoffe, dass wir die Kuh vom Eis kriegen und wieder Ruhe in unserer Stadtfeuerwehr eintritt.“

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erstellt am 09.Mär.2016 | 09:30 Uhr

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