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Husumer Nachrichten

12. Dezember 2017 | 19:15 Uhr

Streifzug durch die Vergangenheit

vom

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Folge 13 | Im damals neuen Ortsteil Dreimühlen hatten wir Kinder eine aufregende, unbeschwerte und fröhliche Zeit. Wir lernten viele neue Freunde kennen und spielten in freier Natur auf den Wiesen an der Aue, in den Mildstedter Tannen und vor allem auf den Bolzplätzen rund um unser Haus. Hier lernte ich Plattdeutsch sprechen und vor allem Fußball spielen. Damit waren wir fast jeden Tag bis zum Dunkelwerden beschäftigt, selbst im Winter. Wir waren ständig unterwegs - meine Eltern haben nie gewusst, wo und mit wem wir gerade unterwegs waren, aber zum Abendbrot waren wir unaufgefordert immer zu Hause. Es war ein schönes Wohnen dort für uns, im neuen, geräumigen Haus mit eigenen Zimmern. Nur die nahe gelegene Fischfabrik störte ab und zu bei entsprechender Windrichtung durch ihren Gestank.

Mein Vater schenkte uns Brüdern zu Weihnachten 1950 einen echten ledernen Fußball und nun waren wir beide die absoluten Könige in der Siedlung. Bis dahin hatten wir nur mit zusammengeflickten Stoffbällen gespielt. Anfangs mussten wir unseren Ball allerdings am Abend immer einem älteren Mitspieler mitgeben, weil er behandelt und gepflegt werden musste. Das sah dann so aus, dass dieser Junge unseren Ball beim Abendessen heimlich unter der Tischdecke hielt, um ihn unbemerkt mit Margarine einzufetten, die er von seinem Brot gekratzt hatte! So war das damals . . .

Nach der Flucht aus Pommern kam Wolfgang Kirks mit Eltern und Geschwistern im Herbst 1945 nach Husum, wo die Familie bis 1953 wohnte. Was er hier als Jugendlicher erlebte, schildert er als "Streifzug in die Vergangenheit" in loser Folge bei einem fiktiven Gang durch die Stadt aus dem Blickwinkel der 40er und 50er Jahre.

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