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St. Peter-Ording : Strategie für einen lebenswerten Badeort

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das neue Tourismus-Entwicklungskonzept für St. Peter-Ording befasst sich mit den Bedürfnissen der Urlauber und auch der Einwohner.

Ein Jahr lang war intensiv daran gearbeitet worden – jetzt wurde das Tourismus-Entwicklungskonzept für St. Peter-Ording erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Veranstaltung „TZ im Dialog“ erläuterten Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier, seine Stellvertreterin Constanze Höfinghoff sowie Frank Simoneit vom Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste Heide das Papier. 80 Zuhörer hatten sich dazu im Dünen-Hus eingefunden. Im Sommer 2015 hatte die Gemeinde beschlossen, das Konzept von 2006 fortzuschreiben und an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Dabei stehen auch zunehmend die Bedürfnisse der Einwohner im Mittelpunkt.

An dem Konzept, das noch nicht endgültig fertig ist, arbeitet der Strategiekreis. Ihm gehören Vertreter der Fraktionen der Gemeindevertretung, des Ortsvereins des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa), der IG Dorf, der Wirtschafts-Förderungsgemeinschaft St. Peter-Ording, der Hotels, des Kulturlebens, der Kliniken, Agenturen und der Amtsverwaltung, der Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses, Tim Schäfer (AWG), sowie Balsmeier und Höfinghoff an. Begleitet wird das Projekt vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) und der Fachhochschule Westküste.

Balsmeier erinnerte zu Beginn daran, dass ein solches Konzept zu Recht verlangt werde, das es zu evaluieren und fortzuschreiben sei. Denn es seien daran auch Zuschüsse und Fördermaßnahmen gekoppelt. Das in bisher vier Sitzungen erstellte neue Papier orientiere sich strukturell am Destinations-Management-Organisations-Projekt 3.0 für die Nordseeküste SH. Es beinhalte eine Zieldefinition sowie eine Angebots- und Nachfrageanalyse. Darin sind unter anderem der demographische Wandel, Gästewünsche, Nachhaltigkeit, Trends, Einflüsse, regionale Ziele und Zukunftsprojekte zu berücksichtigen.

Was jetzt vorliegt, ist also noch keine Endfassung. Fest stehen jedoch folgende Grundsätze: St. Peter-Ording ist ein lebens- und liebenswerter Ort, der nachhaltig wirtschaftet und mit seinem dörflichen Charakter gut zum Wohnen und Arbeiten ist. Er soll für Urlauber und Gäste attraktiv bleiben, und der Tourismus ist als Existenzgrundlage zu sichern.

Frank Simoneit betonte, dass die Grundlage für den Tourismus in St. Peter-Ording wiederum der Naturraum, die Finanzen und nicht zuletzt die „Stimmung“ im Ort seien. Bei der Darstellung von Herausforderungen, Entwicklungen und zentralen Handlungsfeldern machte er deutlich: „Das Wohlbefinden der Einwohner und Erwerbstätigen ist zu einer Zieldimension im Tourismus geworden.“ Tourismusentwicklung sei deswegen als Ortsentwicklung zu betrachten, an der möglichst viele Akteure zu beteiligen sind. „St. Peter-Ording sollte kein Premiumort werden, wo alle nur mit einer dicken Zigarre auf der Straße rumlaufen“, formulierte er plakativ.

Urlauber und Gäste kommen zu 83 Prozent wegen „Strand, Meer und Baden“, zu 72 Prozent wegen „Klima und Luft“ und zu 71 Prozent wegen der Erholungsmöglichkeiten in den Badeort, wie Simoneit aus den Ergebnissen der Gästebefragung zitierte. Gewünscht ist eine schützenswerte ‚fantastische‘ Natur, aber Schutz und Nutzung müssen im Gleichgewicht zueinander stehen. „No swimming, no bicycle, no dogs“ sei keine Option. Und er mahnte: St. Peter-Ording sollte nicht mehr Betten-Kapazitäten schaffen. Das würde die Stimmung kippen. Der Gast will einen nachhaltigen und liebenswerten, der Einwohner möchte einen weiterhin lebenswerten Ort, und der Anbieter sowie der Arbeitende wollen zudem Wert schöpfen. Das ginge jedoch nur über gemeinsamen „Goodwill“. Am Ende des neuen TEK steht eine Auflistung von kleinen und größeren Maßnahmen sowie Projekten, insgesamt 52.

In der Diskussion ging es um viele Themen – von der Qualität des Angebotes bezüglich Preis/Leistung über Gesundheitsversorgung und Lärmbelästigung bis hin zum Klimawandel. Hinsichtlich der Bettenkapazität sei nur eine geringe Steigerung möglich, so Balsmeier. Derzeit gibt es 16  900, davon sind 72 Prozent in Ferienwohnungen zu finden und elf Prozent in Hotels. Weiterhin enorm wichtig sei das Ferienwohnungssegment. Da die Zahl an Kurzreisen zunehmen werde, sei hier Flexibilität hinsichtlich kürzerer Zeiten seitens der Vermieter gefragt, so Balsmeier.

Im kommenden Jahr soll es auf jeden Fall eine, eventuell auch eine zweite Info-Veranstaltung zum Tourismus-Entwicklungskonzept geben.

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