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Klotzen statt kleckern : Straßensanierung in einem Rutsch

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Projekt im südöstlichen Teil der Stadt kostet 3,8 Millionen Euro. Finanzausschuss will den Anliegern Beitragszahlung in kleinen Raten ermöglichen: Sie sollen die Summe im Vorwege ansparen oder nach Abschluss der Maßnahme abstottern können.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Die reinsten Holperstrecken sind die Straßen im Südosten der Stadt. Bredstedter unken schon: Wer die Qualität der Stoßdämpfer an seinem Wagen testen will, der fährt am einfachsten einmal durch die Stettiner oder die Königsberger Straße...

Diese Zustände sollen in absehbarer Zeit ein Ende haben. Für das Jahr 2014 steht nämlich die Sanierung der Straßen dieses Viertels im Investitionsplan. Die Anwohner wird es freuen. Und doch ist die frohe Botschaft mit einem dicken „Aber“ verbunden. Denn auf die Anlieger kommen Kosten zu, und die sind nicht unerheblich.

In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Finanzausschuss der Stadt Bredstedt mit der Straßenbau-Beitragssatzung. Sie soll nach Vorgabe der Landesregierung nachgebessert werden. „Im Rahmen der Haushaltssanierung haben wir von Kiel Vorgaben bekommen, wo wir Geld eintreiben müssen“, macht Ausschuss-Vorsitzender Horst Deyerling deutlich. Diese fordern unter anderem, dass beim Sanieren von Straßen die Höchstsätze angesetzt werden müssen. Und die liegen zwischen 60 und 85 Prozent. Bei Hauptverkehrswegen hat jeweils die Kommune den Hauptbatzen zu tragen – also 60 Prozent –, bei stadtinternen und Anliegerstraßen müssen die Anlieger den höheren Anteil übernehmen, nämlich 85 Prozent der Kosten.

Pech für alle, deren Straßen nach der künftigen Regelung abgerechnet werden, denn für sie wird die Angelegenheit zwisch fünf und 15 Prozent teurer als bislang. Aber der Stadt wird keine andere Wahl bleiben. Sie ist Bedarfszuweisungs-Empfängerin. Wenn sie sich nicht an die Vorgaben des Landes hält, wird ihr ein Teil der Zuwendung gestrichen. „Es wird uns also nichts anderes übrig bleiben, als in den sauren Apfel zu beißen“, signalisierte Deyerling. Der Ausschuss sucht nun jedoch nach Möglichkeiten, um den Betroffenen die Zahlung zu erleichtern. Denn die Mitglieder wissen, dass etliche junge Familien, die sich in dem Gebiet ein Häuschen gekauft haben, noch mit der Bezahlung und Sanierung ihres Eigenheims beschäftigt und finanziell ausgereizt sind.

Es ist daran gedacht, den Anliegern anzubieten, fünf Jahre im Voraus monatlich kleine Raten zu zahlen und so die Angelegenheit vorzufinanzieren. Oder aber, und das wäre die zweite Möglichkeit, nach Eintreffen der Rechnung die Summe abzustottern. „Erfahrungsgemäß liegen die Anliegerbeiträge zwischen 2000 und 5000 Euro“, so Deyerling auf Nachfrage. „Es kommt auf die Grundstücksgröße an.“ Zurzeit ist der Finanzausschuss mit Kreis und Land im Gespräch, „ob das so hinzukriegen ist.“

Geplant ist, die Sanierung des gesamten Gebietes „Klein Moskau“, wie das Viertel auch gern von Ur-Bredstedtern genannt wird, in einem Rutsch durchzuziehen. Damit wären Zuschüsse vom Land möglich. Der Sanierungsbedarf liegt bei knapp 3,8 Millionen Euro.

Eine weitere, nicht unwichtige Frage ist die nach der Berechnung von Eck-Grundstücken. „Davon gibt es in Bredstedt viele“, weiß Deyerling. Das Bestreben des Ausschusses ist, die alte Regelung beizubehalten. Bei der Berechnung der Anliegerbeiträge wird auch hier die Grundstücksgröße zugrunde gelegt, aber der Anlieger bezahlt dann für jede Straßenachse nur einen Zwei-Drittel-Anteil. Horst Deyerling: „Wir wollen keine neuen Brennpunkte schaffen. Und diese Berechnung wäre noch die schmerzfreieste...“

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