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St. Peter-Ording : Straßenausbau beginnt im Juli

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Sanierung der Böhler Landstraße in St. Peter-Ording wird voraussichtlich 5,2 Millionen Euro kosten. Etliche Anlieger monieren die geplante Straßenbreite von nur 4,5 Meter.

In einem traurigen Zustand ist die Böhler Landstraße im Süden von St. Peter-Ording. Ungeduldig warten Anwohner und Nutzer auf den Ausbau. Seit 2007 beschäftigt das Thema die Gemeinde St. Peter-Ording und den Kreis Nordfriesland. In Erwartung des baldigen Beginns hatte der Wasserbeschaffungsverband Eiderstedt bereits vor drei Jahren die Trinkwasserleitung erneuert. Doch weil die Finanzierung die Straße nicht sicher gestellt werden konnte, verzögerte sich der Ausbau immer wieder. So hatte das Land einen Zuschuss in Aussicht gestellt, im April 2013 aber einen Rückzieher gemacht. 2015 haben sich dann Kreis und Gemeinde für einen gemeinsamen finanziellen Kraftakt entschieden und das Projekt vorangetrieben. Drei Jahre sind für die Realisierung geplant. Die Kosten sind mit rund 5,2 Millionen Euro veranschlagt. Auf den Kreis entfallen 2,8 Millionen, auf die Gemeinde 2,382 Millionen Euro. Seit Dezember 2015 gibt es wegen der Straßenschäden eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30. Die meisten Autofahrer allerdings sind schneller unterwegs. Das ist seit Jahren außer dem Zustand der Straße ein zusätzliches Ärgernis für die Anlieger.

Nun waren die vorbereitenden Arbeiten so weit abgeschlossen, dass die fast 400 Anlieger zur Informationsveranstaltung in die Utholm-Halle eingeladen werden konnten. Gerüchte, besonders hinsichtlich der Anliegerkosten, kursierten bereits. Die auszubauende Strecke verläuft über 3,357 Kilometer vom Wittendüner Kreisel bis zum Ortsausgang in Böhl. Carsten Eritt, Leiter des Fachbereiches II „Bauen und Entwicklung“ beim Amt Eiderstedt, begrüßte die rund 250 anwesenden Eigentümer und weitere interessierte Gäste. Vom Amt nahmen außerdem Thomas Helmke, Stefan Cornils und Dirk Hansen sowie vom Kreis Nordfriesland für Gebäude und Liegenschaften, Arno Hansen, teil. Von dem mit der Planung und Ausführung beauftragten Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV), Flensburg, waren dessen Leiter Karl-Heinz Roos sowie Mitarbeiter Oliver Herrmannsen nach St. Peter-Ording gekommen.

Roos informierte zunächst über den Ausbau der Straße. Der von ihm vorgestellte Querschnitt sieht links und rechts einen je 2,50 Meter breiten Gehweg, eine 7,50 Meter breite Fahrbahn mit beidseitig jeweils integriertem, 1,50 Meter breitem Schutzstreifen für Fahrradfahrer vor. Im Vergleich zum jetzigen Zustand verengt sich die für Motorfahrzeuge vorgesehene Fahrbahn also auf 4,50 Meter. Die durch gestrichelte Markierung „abgetrennten“ Schutzstreifen dürfen bei Gegenverkehr aber befahren werden. Die Regenwasser- und die Schmutzwasserleitung werden ebenfalls erneuert. Wenige zwei Meter breite Parkstreifen sind eingeplant. Die Straßenbaulast übernimmt für Fahrbahn und Radfahrstreifen der Kreis, für Gehwege, Straßenbeleuchtung und -entwässerung sowie Park- und Bushaltebuchten die Gemeinde. Für die Maßnahme ist die Strecke in zehn Bauabschnitte (BA) unterteilt. Begonnen werden soll voraussichtlich im Juli mit BA 10 (hinter der Strandzufahrt Böhl bis zum Ortsausgang). Dieser soll bis Dezember fertig sein. Wann welche Abschnitte terminiert sind, soll rechtzeitig mitgeteilt werden. Es wird durchgebaut, also auch im Winter gearbeitet.

Fragen gab es viele. Sachlich motiviert waren sie alle. Themen waren die vorgesehene Geschwindigkeitsbegrenzung, Beschaffenheit des Asphalts wegen der Lärmbelästigung, Erreichbarkeit der Grundstücke während der Bauzeit und nicht zuletzt der Querschnitt. Hier hatten Anlieger große Bedenken hinsichtlich der eigentlichen Fahrbahnbreite von nur 4,50 Meter. Die Breite des Gehweges erschien zu großzügig bemessen. So richtig zufriedenstellend konnte Roos die vorgebrachten Einwände hinsichtlich der Verkehrssicherheit (Fahrbahnbreite und Gehwegbordsteine) nicht ausräumen, auch wenn er es so begründete: „Der vorgesehene Querschnitt ergibt sich aus den anerkannten Regeln der Technik, Ergebnissen der Forschung und Erfahrungen.“ Eine Planänderung würde den Baubeginn nur weiter verzögern. Der Gehweg sei so bemessen, dass er auch für Radfahrer zugelassen werden könnte. Aufgrund der Fragen wurde deutlich, dass die Fahrbahn um 30 Zentimeter abgesenkt wird, die Grundstücke jedenfalls behelfsmäßig erreichbar sind und die Zufahrten erhalten bleiben.

Anschließend erläuterte Dirk Hansen die Ermittlung der Ausbaubeiträge für die Anlieger. Wer nähere Informationen haben oder die voraussichtliche Höhe wissen wollte, dem gab er anhand seiner Unterlagen im Rechner Auskunft. Interessierte können ihn auch in der Amtsverwaltung aufsuchen. Auf die Anlieger werden nur die Kosten umgelegt, die zur Baulast der Gemeinde gehören. Erhoben werden die Kosten erst nach Fertigstellung der Maßnahme.

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