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Noch bis Freitag spannende Rennen : Strandsegler – Schneller als der Wind

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

49. Europameisterschaft der Strandsegler in St. Peter-Ording: Bis Freitag kämpfen 181 Piloten aus zehn Nationen um Medaillen. Vor 50 Jahren hatte der Yacht-Club des Nordseebades die erste Strandsegel-Veranstaltung ausgetragen.

Strandsegeln ist neben Eissegeln die schnellste vom Wind angetriebene Sportart. Der Strand in St. Peter-Ording gilt als das anspruchvollste Revier in Europa. Keine andere Strecke verändert binnen weniger Stunden so sehr ihr Profil. Neue Sandbänke können hinzu kommen und Priele sich durch die Strecke fressen; Löcher können aus dem Nichts entstehen und ablaufendes Wasser kann tiefe Kanten in den Sand reißen. Was für die Zuschauer ein faszinierendes Spektakel ist, ist für die Piloten in ihren Boliden aus Kohlefaser und Kevlar eine große Herausforderung. Bei der 49. Europameisterschaft der Strandsegler kämpfen noch bis Freitag (27.) 181 Piloten aus zehn Nationen um Edelmetall.

Im Namen der Landesregierung hatte Eckhard Jacobs, Sportreferent im Innenministerium, alle Nationalteams im Dünenhus zu den Meisterschaften begrüßt. Der Yacht-Club St. Peter-Ording (YCSPO) ist zum zehnten Mal Ausrichter einer Meisterschaft der Federation Internationale de Sand et Land Yachting (FISLY). 1963 hatte in St. Peter-Ording die erste Europameisterschaft stattgefunden. Damals gingen 17 Teilnehmer aus fünf Nationen an den Start. Die erste von zehn Weltmeisterschaften wurde 1975 ebenfalls auf der Sandbank vor St. Peter-Ording ausgetragen.

Jacobs sprach Hans-Werner Eickstädt, dem Vorsitzenden des Yacht-Clubs, für sein ehrenamtliches Engagement höchste Anerkennung aus. Hohe Geschwindigkeiten, seglerisches Können der Piloten und schnittige Yachten machten das Strandsegeln zu einer faszinierenden Sportart. St. Peter-Ording habe seinen Status als leistungsstarkes Ferienziel an der Nordsee zukunftsfähig gemacht. Innerhalb von zehn Jahren seien nahezu 35 Millionen Euro in Umbau und Erweiterungen investiert worden, darunter die Seebrücke mit Buhne, die Promenade, das Dünenhus, der Nordsee-Fitness-Park sowie jetzt die Erweiterung der Dünen-Therme mit Gesundheits- und Wellness-Zentrum.

International war das Publikum bei der Eröffnung der Meisterschaften. Entsprechend begrüßte Eickstädt die Segelfreunde auch auf Französisch und Englisch. Unter den Gästen: FISLY-Präsident Eric Engelbrecht aus Belgien, Vizepräsident Alan Watson aus Irland und Sekretär Jan Leye, ebenfalls aus Belgien. Anwesend waren auch viele Vertreter der Gemeinde, der Vereine und Einrichtungen am Ort, des Kreises und des Landes sowie Andreas Hahn vom Landesseglerverband Schleswig-Holstein. Bürgervorsteher Boy Jöns machte in seinem Grußwort deutlich, dass es vor allem auch die Strandsegler seien, die St. Peter-Ording und seinen Stränden die besondere Prägung geben.

Zu Beginn gedachten alle des erfolgreichsten Strandseglers der vergangenen 50 Jahre: Bertrand Lambert. Er starb vor zwei Monaten. Lambert hatte seine erste Europameisterschaft 1979 in St. Peter-Ording gewonnen. 16mal wurde er Europameister und 6mal Weltmeister in der Königsklasse. Es bewege ihn sehr, so Eickstädt, dass dessen Witwe Elisabeth und die Töchter Cleménce und Charlotte unter den Gästen weilt.

Jan Leye richtete dann ehrende Worte an Eric Engelbrecht. 1988 habe dieser das Ruder der FISLY auf Norderney übernommen. Ihm habe es der Verband zu verdanken, dass es Welt- und Europameisterschaften im Strandsegeln gebe. 2008 wurden die Rennen in Argentinien ausgetragen. Im nächsten Jahr werden sie in Smith Creek (Nevada/USA) stattfinden. Für seine Verdienste überreichte er ihm einen Druck mit allen Plakaten der Welt- und Europameisterschaften 1963 bis 2013.

Höhepunkt der Eröffnungsfeier waren die Nationalhymnen für die Piloten. Dazu wurden jeweils an den Segelwagen die Flaggen gehisst. Dann ging es los mit den Rennen auf der Sandbank. Gestartet wird auf drei Kursen.

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