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Projektwoche in der Theodor-Storm-Schule : Storm und Luther im Fokus

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Woche lang sind unter anderem die beiden großen Deutschen ein Thema im Theodor-Storm-Gymnasium.

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 13:00 Uhr

„Es ist immer schön zu sehen, mit welcher Begeisterung alle in so einer Woche bei der Sache sind“, sagt Sibylle Karschin, Leiterin der Theodor-Storm-Schule (TSS). Noch bis Freitag beschäftigen sich die Schüler der Jahrgänge sechs bis elf mit insgesamt 23 klassenübergreifenden Projekten. Und selbst die Sextaner der Jahrgangsstufe fünf sind dabei: „Am 14. September, dem 200. Geburtstag Theodor Storms, tragen sie in drei Gruppen an ausgewählten Stellen der Stadt Gedichte vor und verteilen kleine Schachteln, in denen Zettelchen mit weiteren Werken des Dichters liegen“, erläutert Lehrerin Claudia Mehnert. Dabei hofft sie auf besseres Wetter für das Vorhaben: „Um 7.45 Uhr haben wir noch eine Generalprobe und ab 9 Uhr wollen wir unterwegs sein – wenn es nicht gerade in Strömen gießt.“

Für die Teilnehmer am Planspiel Reformation ist die Witterung kein Faktor: In Gruppen beschäftigen sich die Schüler unter Leitung von Lehrerin Sabine Kallmeyer und Annika Scheel, einer Studentin der Universität Leipzig, mit dem Zeitalter Martin Luthers. „Die einzelnen Gruppen stellen die verschiedenen Akteure aus Politik und Gesellschaft der damaligen Zeit wie Katholische Kirche, Fürsten, Bauern, Händler, England, Frankreich, Spanien oder das Osmanische Reich dar und müssen miteinander interagieren“, erzählt Kallmeyer.

Die Gruppen besuchen einander in ihren Arbeitsräumen und besprechen den nächsten Zug in dem komplexen Spiel. „Wir sehen dann, ob die Schüler es genauso gemacht hätten wie die Menschen damals oder ob die Reformation möglicherweise gar nicht stattgefunden hätte.“ Auf einer großen Karte werden die Spielzüge vermerkt. „Gerade scheint es, als ob Karl V. als spanischer König einem Attentat der Osmanen zum Opfer fallen würde. Andererseits ist Luthers Bibel schon im Osmanischen Reich verteilt worden.“ Ein sehr spannendes Spiel, findet die 15-jährige Katharina Wieck: „Man bekommt die historischen Zusammenhänge vermittelt und kann sich trotzdem ausprobieren und kreativ sein.“

Kreativ sind auch die Schüler in der Projektgruppe des Bildhauers Fabian Vogler. Unter dem Motto „Geschlechterrollen in der Kunst“ entstehen Figuren aus Ton, Styropor oder Silikon: „Mann – Frau – Mensch“, so Vogler, „der Themenschwerpunkt ist Intersexualität.“ Die TSS hatte sich bei der Kieler Muthesius-Kunsthochschule um das Angebot im Rahmen der Aktion „Kunst-Hoch-Schule“ beworben und den Zuschlag bekommen.

Aus Flensburg kommt die Mini-Phänomenta. „Wir bauen hier 34 Exponate mit physikalischen Experimenten, die auch künftig an der Schule verbleiben“, berichtet David Kuhnert, Lehrer für Mathematik und Physik. Die Bausteine dafür seien für – gesponserte – 7100 Euro von der großen Phänomenta angekauft worden: „Vorgesägt und mit Fertigteilen, wir brauchen sie nur zusammenzusetzen.“ Allerdings mit rudimentärer Bauanleitung. Und die Bedeutung der Experimente ist gar nicht erklärt: „Das müssen die Schüler selbst herausfinden.“ Wie das Schall-Experiment, das die beiden Zwölfjährigen Finja und Tjerk ausprobieren. Finja schlägt mit einem Stock auf ein Plastikrohr, und Tjerk sollte in den angeschlossenen Trichtern eigentlich unterschiedliche Töne wahrnehmen. Tut er aber nicht: „Klingt irgendwie alles gleich“, sagt er.

Was in der Projektwoche alles geschaffen worden ist, können Eltern und Interessierte am 30. Oktober von 10 bis 12 Uhr in der TSS sehen.

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