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Hochkarätige Tagung : Storm-Museum als Geisterhaus

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Schriftstellerin Doris Runge und Christian Brückner, der deutsche Synchronsprecher von Robert de Niro – mit solch hochkarätigen Gästen wartet die am Freitag beginnende Storm-Tagung auf. Thema: die Geister, die Storm rief.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Es liegt nicht nur daran, dass mit Christian Brückner der deutsche Synchronsprecher von Hollywood-Star Robert de Niro nach Husum kommt und sich das Storm-Museum zeitweilig in ein Geisterhaus verwandelt. Noch ist das die Ausnahme. Doch wenn es nach Dr. Christian Demandt, Leiter des Theodor-Storm-Zentrums, geht, darf sich das gern ändern, dürfen aus der Storm-Tagung nach und nach Storm-Tage werden.

Ein Wandel, der bereits Gestalt annimmt. Das beginnt mit dem Programmheft, in dem sich neben der Tagung auch zahlreiche weitere Veranstaltungshinweise finden, und hört mit einer Lesung von Doris Runge noch lange nicht auf. Die Lyrikerin, zu deren 70. Geburtstag gerade erst ein neuer Gedichtband erschienen ist, bildet sozusagen das hoch geschätzte Vorprogramm der Tagung. Am Freitag, 6. September, ab 19 Uhr liest sie im Genießer-Hotel „Altes Gymnasium“. Und nicht nur der Titel ihres Buches – „Meist nachts“ – passt hervorragend zum eigentlichen Thema des Symposiums, findet Demandt. Das lautet: „Der realistische Geisterseher Storm“. Aber auch Runge selbst gehört für ihn „in diese Kulturlandschaft – und die Art, wie sie sich in ihren Gedichten damit auseinandersetzt, hat auch etwas mit Storm zu tun“.

Letzteres gilt auch für Christian Brückner und Dr. Tilman Spreckelsen (Frankfurter Allgemeine Zeitung), die am Sonntag, 8. September, ebenfalls im „Alten Gymnasium“ zu einem Vortrag mit Lesung einladen. Nachdem Storm-Liebhaber Spreckelsen die Besucher in das Leben und Werk eingeführt hat, liest Brückner (mit de-Niro-Stimme) unter anderem den Schluss des „Schimmelreiters“ sowie aus Briefen des Dichters. Beginn: 10.30 Uhr.

Wohin die Reise gehen soll, zeigt auch die Tatsache, dass es in diesem Jahr am Sonnabend, 7. September, ab 16.30 Uhr anstelle eines Festvortrags ein Gespräch zwischen dem Präsidenten der Storm-Gesellschaft, Prof. Dr. Heinrich Detering, und Spreckelsen gibt. Und dessen Gegenstand ist dann wirklich richtig Programm: „Der realistische Geisterseher Storm“.

Ab 20.30 Uhr macht eine Theatergruppe der Hermann-Tast-Schule (HTS) unter Leitung von Dr. Gabriela Muhl aus Storms einstigem Domizil das „Geisterhaus in der Wassreihe“. „Das wird toll“, verspricht Demandt. „Die waren in den vergangenen Tagen fast mehr hier als zu Hause.“

Der wissenschaftliche Teil der Veranstaltung führt ein Urgestein und einen „Shootingstar der Storm-Forschung“ zusammen. Am Sonnabend spricht Prof. Dr. Karl Ernst Laage „Zur Rolle des Deichgespenstes in Storms ,Schimmelreiter‘“. Und ab 11 Uhr referiert Prof. Dr. Philipp Theisohn aus Zürich zum Thema „Spökenkieken – Storm und das Wissen der Geister“.

Am Sonntag ab 14 Uhr begibt sich die HTS-Theatergruppe dann auf eine szenische Zeitreise zu Storm-Stätten – in historischen Kostümen und hoch zu Ross beziehungsweise in einer Kutsche. Wer weiß? Vielleicht stoßen sie dabei ja auf einen jungen Advokaten namens Storm, der eine Mordserie aufzuklären hat – so wie in einem noch unveröffentlichten Roman von Spreckelsen, „der nicht nur spannend, sondern auch gründlich recherchiert ist“, wie Demandt berichtet. Woher er das weiß? Er hat einen Teil des Skripts gelesen, obgleich das Buch erst 2015 bei S. Fischer erscheint.
>Weitere Infos unter Telefon 04841/8038630 oder per Mail unter info@stormgesellschaft.de.

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