Erinnerung an Husumer Schülerin : Stolperstein gelegt

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24. November 2010, 03:59 Uhr

Husum | Die Nationalsozialisten ermordeten sie 1943 im Konzentrationslager Auschwitz aufgrund ihrer jüdischen Herkunft: Zum Gedenken an Mirjam Cohen, am 23. Mai 1923 in Berlin geboren, wurde am frühen gestrigen Abend an der ehemaligen Theodor-Storm-Schule (TSS) und heutigen Volkshochschule ein Stolperstein angebracht. Am 23. Mai 1923 in Berlin geboren, war sie die einzige jüdische Schülerin, die während des NS-Regimes im damaligen "Städtischen Oberlyzeum" zur Schule ging.

Mit dieser Aktion will der Kölner Künstler Gunter Demnig, der dafür eigens nach Husum gekommen war, an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert oder - wie Mirjam Cohen - getötet worden waren. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", stellte der Künstler klar. Mit den Steinen vor den Häusern werde die Erinnerung an die Menschen lebendig gehalten. Bürgermeister Rainer Maaß bedankte sich beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt, das den Anstoß gegeben hatte. Erst vor wenigen Tagen habe die TSS mit einer Theateraufführung auf das Leid der Mirjam Cohen hingewiesen - und es sei ein Gedenkstein auf dem Schulhof errichtet worden. "Für Husum ist es der erste Stolperstein und gleichzeitig ein wichtiges Signal." Inzwischen liegen Stolpersteine in mehr als 500 Orten Deutschlands und mehreren Ländern Europas.

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