Neujahrs-Interview: Tönning : „Stillstand ist hier nicht zu beklagen“

Ein attraktiver Wohn- und Urlaubsort zu bleiben – daran arbeitet die Stadt Tönning.
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Ein attraktiver Wohn- und Urlaubsort zu bleiben – daran arbeitet die Stadt Tönning.

Tönning will nicht nur in diesem Jahr in Kindertagesstätten, Schulen, Sportstätten und Wohnraum investieren.

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03. Januar 2018, 13:00 Uhr

Im letzten Neujahrs-Interview für Eiderstedt äußern sich Tönnings Bürgermeisterin Dorothe Klömmer und Bürgervorsteher Jan Diekmann zu geplanten Projekten, blicken aber auch auf das Jahr 2017 zurück.

Was hat Sie im vergangenen Jahr am meisten gefreut und geärgert?

Jan Diekmann: Ganz besonders habe ich mich über die positive Entwicklung der Stadt Tönning gefreut. Stillstand können wir hier zum Glück nicht beklagen. 2017 hat uns in vielen verschiedenen Bereichen nach vorne gebracht und uns die Möglichkeit gegeben, die Weichen für ein starkes Jahr 2018 zu stellen. Geprägt war das Jahr insbesondere durch die Schulentwicklungsplanung. Tönning wird an beiden Schulstandorten festhalten und hat sich darüber hinaus übereinstimmend für eine neue Sporthalle an der Grundschule am Ostertor ausgesprochen. Gleichzeitig wird in den Sportplatz an der Friedrichstädter Chaussee investiert und aufgrund der konzeptionellen Änderungen und der weiterhin erwarteten guten Schülerzahlen die Eider-Treene-Schule in Tönning erweitert.

Dorothe Klömmer: Erfreulich ist auch die aktuelle Wohnbauentwicklung. Im ersten Bauabschnitt B-Plan Nr. 19 konnten alle 39 Grundstücke veräußert beziehungsweise verbindlich reserviert werden. Auch im zweiten Bauabschnitt, der 2017 erschlossen wurde, ist die Nachfrage hoch. Von 24 Grundstücken wurden bereits 19 veräußert oder reserviert. Die Planungen für die Erschließung des dritten Bauabschnittes mit 52 Grundstücken laufen deshalb mit voller Kraft. Sobald die Mittel für die Erweiterung der Lärmschutzwand bewilligt sind, können wir dort mit der Umsetzung beginnen. Parallel dazu beschäftigt uns auch die Wohnbauentwicklung in Kating. Im dortigen Baugebiet B-Plan Nr. 17 war die Nachfrage ebenfalls groß, so dass nur noch zwei Grundstücke zum Verkauf stehen. Bedauerlich finde ich, dass der Einbau des Fahrstuhls im Packhaus erst in 2018 erfolgen kann. Lieferungsbedingt kam es hier leider zu einer Verzögerung. Mit der Fertigstellung ist das Packhaus dann aber endlich barrierefrei.

Welche Projekte stehen 2018 in der Stadt ganz oben an?

Klömmer: Mit der Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ eröffnen sich weitere Chancen und Entwicklungspotenziale zur Steigerung der Attraktivität unserer Stadt. Hierzu werden unter Bürgerbeteiligung zunächst vorbereitende Untersuchungen durchgeführt und ein städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt. Die Gesamtmaßnahme wird voraussichtlich in den kommenden zehn bis 15 Jahren umgesetzt und mit 66 Prozent gefördert.

Diekmann: Das Jahr 2018 werden wir vor allen Dingen nutzen, um die in 2017 angeschobenen Projekte umzusetzen. Sei es im Bereich der Schulentwicklung, des Breitbandausbaus oder der Kita-Planung. Wir freuen uns sehr, dass Tönning immer mehr zu einem attraktiven Wohnort für junge Paare und Familien wird. Diese Tatsache bringt es mit sich, dass wir die Gesamtsituation der Kindertagesstätten noch einmal überprüfen und den Bedarf der U3- und Ü3-Plätze einschätzen. Außerdem planen wir die Zertifizierung zu einem „Bewegungskindergarten“ mit attraktivem Bewegungsraum.


Was wünschen Sie sich von der Landes- und der Bundesregierung?

Klömmer: Besonders beim Thema Städtebauförderung wünschen wir uns von Bund und Land Finanzhilfen für Investitionen in die Erneuerung und Entwicklung unserer Stadt, damit städtebauliche Maßnahmen umgesetzt werden können, die der zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadt- und Ortskernentwicklung dienen und die Funktion Tönnings als Wirtschafts- und Wohnstandort stärken. Außerdem wünsche ich mir, dass Landes- und Bundesregierung dauerhaft eine aufgabengerechte und auskömmliche Finanzierung sichern. Dies gilt insbesondere für die von der Landesregierung angekündigte Entlastung der Kommunen bei der Kita-Finanzierung.

Worauf können sich die Einwohner 2018 freuen?
Diekmann: Mit Sicherheit auf die Fertigstellung der weißen Brücke. Sie wird nach der Sanierung wieder in neuem Glanz erstrahlen. Ein besonderes Ereignis werden auch die WM-Partys im Packhaus sein. Vom 14. Juni bis zum 15. Juli übertragen wir dort alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft. Zudem planen wir ein Strandfest im Freibad.

Und was haben Sie sich persönlich für 2018 vorgenommen?

Klömmer: Ich freue mich zusammen mit meinem Mann und unserer vierjährigen Tochter auf die Geburt unserer zweiten Tochter im Februar. Neben diesem privaten Glück wünsche ich mir als Bürgermeisterin auch ein erfolgreiches Jahr 2018 für unsere Stadt, in der wir insbesondere die bereits erwähnten Projekte und Entwicklungen mit ganzer Kraft vorantreiben.

Diekmann: Für 2018 nehme ich mir vor, mehr Zeit draußen in der Natur zu verbringen und Eiderstedt und die Westküste zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erkunden. Schuhe habe ich schon. Ein Fahrrad muss ich mir noch kaufen. Ich wünsche mir für 2018, dass viele Menschen in Tönning die Chance nutzen, im Mai an der Kommunalwahl teilzunehmen und mitzubestimmen, wie sich Tönning entwickeln soll.

Interview: Ilse Buchwald

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