Leser-ABstimmung der Husumer Nachrichten : Stille Ehrenamtler im Rampenlicht

Blumen und Urkunden: Gewinner Thorsten Schulze (links) mit den drei anderen Siegern Hans Böttcher, Ute Babbe und Johann Stauch (von links) – geehrt wurden alle vom stellvertretenden Kreispräsidenten, Siegfried Puschmann (rechts).
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Blumen und Urkunden: Gewinner Thorsten Schulze (links) mit den drei anderen Siegern Hans Böttcher, Ute Babbe und Johann Stauch (von links) – geehrt wurden alle vom stellvertretenden Kreispräsidenten, Siegfried Puschmann (rechts).

Thorsten Schulze ist „Mensch des Jahres“: Der Vorsitzende des TSV Hattstedt bündelte alle Kräfte, um einem verunglückten Vereinsmitglied zu helfen. Gewonnen haben auch die drei weiteren Kandidaten Ute Babbe, Hans Böttcher und Johann Stauch.

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22. November 2013, 07:00 Uhr

Er hatte neben seinem Sohn in der letzten Reihe des Fortuna-Saals im Schloss Platz genommen. Und als sein Name fiel, blieb er zunächst fassungslos sitzen: Thorsten Schulze (45) wurde bei der Leser-Aktion der Husumer Nachrichten gestern als „Mensch des Jahres 2013“ gewürdigt. Die Wahl fiel mehr als deutlich aus: Rund 43 Prozent aller Stimmen konnte der Vorsitzende des TSV Hattstedt für sich verbuchen.

Es oblag Siegfried Puschmann, das Geheimnis um den Ausgang der Wahl zum „Menschen des Jahres“ zu lüften. Der stellvertretende Kreispräsident würdigte in seiner Laudatio zunächst alle vier Kandidaten und deren Engagement für die Gesellschaft. Sie alle hätten es verdient gehabt, auf dem Siegertreppchen zu stehen, betonte Puschmann.

Mehr als 2000 Stimmen wurden abgegeben. Und das auf vielfältige Weise. So konnten die Leser per klassischem Wahlzettel, Telefon, SMS, im Internet und über Facebook für ihren Favoriten stimmen. Besonders die neuen Medien erfreuten sich in diesem Jahr großer Beliebtheit. Eine Tatsache, die Joachim Dreykluft begeisterte. Das Mitglied der sh:z-Chefredaktion hob in seiner Rede hervor, dass alle Kandidaten in den zurückliegenden Monaten mit guten Nachrichten auf sich und ihr Umfeld aufmerksam gemacht hätten. Durch die Berichterstattung und die daraus resultierende Resonanz in Form von abgegebenen Stimmen sei ein Dialog mit den Lesern möglich gewesen. Dreykluft betonte, dass sich alle Nominierten als Sieger fühlen sollten.

Das taten sie auch – und die zahlreichen geladenen Gäste im Fortuna-Saal sparten nicht mit Beifall, als Siegfried Puschmann nochmals die vier Nordfriesen und ihre jeweiligen Initiativen vorstellte. So habe Ute Babbe in den vergangenen 35 Jahren ehrenamtliches Engagement vorgelebt und sich gerade im Bereich der Jugendarbeit verdient gemacht. Erfolgsmodelle von ihr im Kreis Nordfriesland seien beispielsweise die „Flotten Lotten“ aus Ostenfeld und das naturwissenschaftliche Projekt „Haus der kleinen Forscher“.

Puschmann würdigte Hans Böttcher für dessen pausenlosen Einsatz – nicht zuletzt im Husumer Sozialverband. Seitdem er dort Vorsitzender ist, kletterte die Zahl der Mitglieder von 600 auf 2000. Böttchers steter Einsatz und Kampf zeigten zudem, „dass die Gesellschaft noch lange nicht barrierefrei ist“, so der stellvertretende Kreispräsident.

Vorbildlich sei auch das Engagement von Johann Stauch. Der Vorsitzende der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) St. Peter-Ording leiste 365 Tage im Jahr Dienst am Menschen. Die DLRG würde Leben retten und in dem Eiderstedter Badeort sogar das Rettungswesen des Kreises Nordfriesland unterstützen, erläuterte der Repräsentant des Kreises.

Als Mitstreiter und geschätzter Kollege im Kreistag sei ihm Thorsten Schulze bereits bekannt gewesen, fuhr Puschmann fort. Auch, dass Schulze den TSV Hattstedt zu einem Vorzeigeverein in der Region gemacht habe, sei ihm nicht entgangen, gab der stellvertretende Kreispräsident unumwunden zu. Herausragend sei jedoch sein Engagement gewesen, den Umbau eines barrierefreien Domizils für das nach einem Unfall querschnittsgelähmte Vereinsmitglied Kay Eckmann zu organisieren. „Dadurch haben Sie das Leben von Kay Eckmann lebenswerter gemacht“, so Puschmann.

Zuvor hatte Jörg von Berg den Fokus auf die große Resonanz seitens der Leser gelenkt. „Jede Stimme ist eine persönliche Wertschätzung für die Kandidaten“, so der Redaktionsleiter der Husumer Nachrichten. Ziel der Aktion „Menschen des Jahres“ sei es, das Ehrenamt zu stärken und dessen öffentliche Wahrnehmung zu stärken, so von Berg. Nicht zuletzt deshalb unterstützten der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag seit nunmehr elf Jahren landesweit und die Husumer Nachrichten auf regionaler Ebene seit drei Jahren die Aktion. Seitdem ist auch die Flensburger Brauerei als Partner dabei. Deren Bezirksleiter Hermann Saß bezeichnete die Kandidaten als „positive Vorbilder“. Alle vier hätten gezeigt, „dass Probleme zu Lösungen gewandelt werden können“.

Als Schulze aus den Händen von Puschmann die Urkunde entgegennahm, fehlten dem 45-Jährigen zunächst die Worte. Sein Dank galt besonders den zahlreichen Helfern und Unterstützern der „Aktion Kay“. Für sie alle nahm er stellvertretend die Auszeichnung entgegen – jeder der Beteiligten wie er ein „Mensch des Jahres“.

„Das ist ein besonderer Tag für mich“, sagte Schulze am Rande der Veranstaltung. Wenige Stunden zuvor war er nämlich schon Kandidat bei einer Quiz-Show im Radio gewesen. Fünf Fragen konnte er richtig beantworten. Ob er sich dort ebenfalls als Sieger durchsetzen kann, entscheidet sich heute.

Die Sponsoren:

Die Veranstaltung im Schloss vor Husum wurde unterstützt von der Flensburger Brauerei, dem Kreis Nordfriesland und der Kinsky Fleischwaren GmbH.

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