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Husumer Nachrichten

20. September 2017 | 09:43 Uhr

Eiderstedt : Stiftung sorgt für mehr Transparenz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum ersten Mal tagte das Kuratorium “Eiderstedter Natur“ öffentlich und diskutierte über zwei heiße Eisen.

von
erstellt am 11.Sep.2017 | 10:00 Uhr

Premiere für die Stiftung Eiderstedter Natur: Zum ersten Mal tagte das Kuratorium öffentlich. Zu der Sitzung im Theatrium in Tetenbüll hatten sich 15 Zuhörer eingefunden. Das Gremium unter Vorsitz von Dr. Bernd Scherer will mit diesem Schritt für mehr Transparenz sorgen. Und dass es der Stiftung nur gut tun kann, öffentlich über seine Arbeit zu berichten und zu diskutieren, zeigte sich im Verlauf der Zusammenkunft mehrfach.

Die Stiftung Eiderstedter Natur wurde im September 2015 vom Kreis Nordfriesland, dem Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt und der Stiftung Naturschutz SH gegründet. Ihr Zweck ist die Erhaltung, die Wiederherstellung und die Vermehrung von artenreichem Dauergrünland auf der Halbinsel. Die Eiderstedter Weidelandschaft mit ihrer typischen Vogelwelt, insbesondere der Wiesenlimikolen, der Wildgänse und der Trauerseeschwalbe sowie einer reichhaltigen Flora und Fauna großflächig soll gesichert werden. Über die Verwendung der Mittel wacht das Kuratorium, ein 17-köpfiges Gremium mit Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Heimat und Kultur sowie Verwaltung und Behörden der Halbinsel. Die Maßnahmen bereitet der vierköpfige ständige Ausschuss vor und setzt sie um. Ihm gehören der geschäftsführende Vorstand der Stiftung Naturschutz, der Amtsdirektor von Eiderstedt, der Oberdeichgraf und der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland an.

Erheblichen Anteil an der Umsetzung der Ziele hat künftig Till Severon. Bei der Stiftung Naturschutz SH angestellt, wird er überwiegend für die Eiderstedter Einrichtung tätig sein. An mindestens drei Tagen in der Woche wird der Maßnahmen-Manager auf Eiderstedt sein. Sein Büro hat er im Gebäude des Deich- und Hauptsielverbandes in Garding. Till Severon hat zuvor in Eberswalde als Landespfleger für zwei Flurbereinigungsbehörden gearbeitet. Er stellte sich in Tetenbüll vor und hofft auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.

Wie wichtig Transparenz und Kommunikation ist, zeigte sich dann an zwei intensiv diskutierten Punkten der Tagesordnung. Gleich zu Beginn ging es um ein Projekt für den Trauerseeschwalbenschutz in Poppenbüll. Auf einer Fläche im Bereich Süderheversiel waren in der ersten Augusthälfte Gräben geräumt und eine Tränkekuhle angelegt worden (wir berichteten). Von Karsten Alberts (Westerhever), der für die Kreisjägerschaft Eiderstedt im Kuratorium sitzt, war öffentlich kritisiert worden, dass diese Maßnahme vor dem 15. August vorgenommen worden war. Keinem Landwirt sei das erlaubt. Oberdeichgraf Jan Rabeler, Mitglied des ständigen Ausschusses der Stiftung, entschuldigte sich nun für diesen Schritt. Auch wenn es rein rechtlich in Ordnung gewesen sei, „wird das künftig nicht mehr passieren“. Die rechtlichen Hintergründe erläuterte Franz Brambrink von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland. Demnach dürfen Gräben auch vor dem 15. August geräumt werden, wenn die Fläche pro Maßnahme nicht mehr als 200 Quadratmeter beträgt und wenn keine Tierarten beeinträchtigt werden. Das müsste allerdings auch schriftlich nachgewiesen sein, so die Vereinbarung zwischen Umweltministerium und Wasser- und Bodenverbänden aus dem Jahr 2010. Auch Scherer bekräftigte, dass der 15. August künftig eingehalten werden solle.

Für längere Diskussionen, auch mit den Zuhörern, sorgte ein Landkauf im Raum Witzwort. Günter Jansen, bei der Stiftung für den Flächenerwerb zuständig, berichtete von vier Kaufverträgen für insgesamt 40 Hektar, die seit Winter abgeschlossen worden sind. Davon liegen 31 Hektar in Witzwort. Wilfried Massow (Oldenswort), Vertreter des Amtes Eiderstedt im Kuratorium, bemängelte, dass Landwirte in Witzwort nicht über die zu Verkauf stehenden Flächen informiert worden seien. Es wäre auch ein Tausch möglich gewesen. Sowohl Dr. Walter Hemmerling als Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Mitglied im Ständigen Ausschuss als auch Bernd Scherer und Jan Rabeler erklärten, dass Landeigentümer sich jederzeit bei der Stiftung melden können, wenn es um zum Verkauf stehende Flächen geht, die auch der Stiftung angeboten sind.

Weitere Themen der Sitzung waren unter anderem das Handlungskonzept für die Stiftung, dessen großer Entwurf Ende September vorliegen soll, das weitere Vorgehen in Sachen Grabenräumprogramm und ein Minikonzept für Sofortmaßnahmen zum Schutz der Trauerseeschwalbe, das laut Mehrheitsbeschluss nun schnell erarbeitet werden soll.

Die nächste Sitzung des Kuratoriums findet am Donnerstag, 14. Dezember, 10 Uhr, statt.

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