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Jugend-Camp in St. Peter-Ording : Stiftung gibt Starthilfe ins Leben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In St. Peter-Ording trafen sich 150 Jugendliche mit Migrationshintergrund zu einem Sommer-Camp. Sie diskutierten Zukunftsthemen. Initiatorin war die Start-Stiftung aus Hagen.

Ist Fortschritt immer positiv oder zahlen wir auch einen hohen Preis für neue Errungenschaften? Wie möchten wir Entwicklungen gestalten, welche Erwartungen, Hoffnungen und Ängste löst der Begriff „Fortschritt“ aus und welche Visionen für unsere Welt von morgen sind denkbar? Mit diesen und weiteren Themen beschäftigten sich 150 Stipendiaten aus der Deutschland und Österreich beim jüngsten Start-Sommer-Campus auf dem Gelände des Nordsee-Gymnasiums in St. Peter-Ording. Das Hauptthema dieser achttägigen Veranstaltung lautete: „Fortschritt bewegt?! Die Welt von morgen – Entwicklungen, Erwartungen, Visionen.“ „Wobei dieses Thema auch mit einem großen Fragezeichen versehen wurde“, erläuterte Start-Mitarbeiter Afanwi Niba. „Start“ ist ein Schülerstipendienprogramm für engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund, erläuterte Robert Hasse, Geschäftsführer der Start-Stiftung aus Hagen, einer Tochter der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. „Es ist eine Gemeinschaft, in der das Miteinander und Füreinander zählt.“ An jedem Vormittag des Sommercamps stellten sich die Teilnehmer zum Teil hochexplosiven Themen.

Unter anderem befassten sich die Jungen und Mädchen mit: Re-thinking Capitalism - Gehen Profitmaximierung und Erreichung sozialer Ziele Hand in Hand?; Was ist Geld wert – Die Zentralbank als Gewährleister des Fortschritts?; In welcher Welt wollen wir leben? Fortschritt gemessen in Menschenrechten; Technischer Fortschritt: Ursache oder Lösung des Klimawandels?;Welten von morgen - eine praktische Einführung in die Szenarioplanung; „Yolo, du Babo! Läuft bei dir!“ – Stirbt die deutsche Sprache aus?; Lebe ich meine Zeit oder lebt meine Zeit mich? Doch neben diesen anspruchsvollen Themen gab es auch noch heitere und sportliche Programmangebote. Neben Basketball gehörte auch orientalischer Tanz zu den Nachmittagsangeboten. „Der Sommer-Campus lebt unter anderem auch davon, dass sich die Teilnehmer mit ihren Fähigkeiten einbringen“, so Hasse weiter.

Zu ihnen gehört der 25-jährige Hassan Mohamed (Name von der Redaktion geändert). Da ein Elternteil taubstumm ist, lernte er als Kind die Gebärdensprache. Diese Fähigkeit vermittelte er seinen Mitschülern. Darauf baue auch die Arbeit der Start-Stiftung auf. „Die Teilnehmer bringen Fähigkeiten mit, und mit dem Stipendienprogramm fördern wir sie weiter.“ So könne man ihre Persönlichkeit aber auch ihre Talente stärken. Das bestätigte auch Betlihem Hadgembes, Stipendiatin aus Hessen. „Ich gebe gern weiter, was mir andere durch ihre gemeinnützige Arbeit geschenkt haben.“ Eine Gesellschaft lebe von dem Engagement jedes Einzelnen, so die 23-Jährige. Auch Kaltrina Soums, Stipendiatin aus Niedersachsen zeigte sich begeistert. „Ich habe durch Start mein Leben gewonnen.“ Ihr soziales Engagement richtet sich an junge Schüler, die nach katastrophalen Erlebnissen auf der Flucht traumatisiert sind. „Die Jugendlichen bringen eine Menge Potenzial und Motivation mit, eine großartige Bereicherung für unsere Gesellschaft“, so Robert Hasse.

Die Start-Stiftung wurde 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung als Projekt ins Leben gerufen. Allein 2014 bot sie mehr als 160 Bildungsprogramme an. Das Stipendienprogramm unterstützt die jungen Menschen höchstens drei Jahre lang bis zu ihrem Abitur finanziell und mit einem breit gefächerten Bildungsprogramm.





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