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Multimar Wattforum : Stets den Blick auf den Besucher

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Macher des Multimar Wattforums ergänzen, verschönern und vergrößern mit viel Bedacht und Augenmaß die Ausstellung. Erweiterung für 2017 geplant.

Selbst bei einem Besuchermagneten herrscht nicht immer eitel Sonnenschein. Genau das war auch beim Multimar Wattforum im vergangenen Jahr der Fall. „Die Monate Mai und Juni waren katastrophal“, sagt Dr. Gerd Meurs. „und der Juli ist fast komplett ausgefallen“, blickt der Leiter des Infozentrums auf die Besucherzahlen. Dass es letztlich unterm Strich doch wieder eine Menge Menschen waren, die sich von der Faszination des Weltnaturerbes Wattenmeer haben begeistern lassen, ist vor allem dem August zu verdanken. „25 Prozent aller Besucher in 2014 kamen in diesem Monat“, sagt Meurs. Der Sommer vergangenen Jahres war eben besonders.

Besonders ist auch der Status, den das Multimar genießt. Seit der Eröffnung 1999 gilt die Einrichtung als touristisches Zugpferd an der Westküste. Ein Ausflugsziel, um das die Stadt Tönning von vielen Städten und Gemeinden beneidet wird – zurecht, denn immerhin verzeichnet das größte Infozentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Jahr für Jahr einen wahren Besucheransturm. Allein im vorigen Jahr lockte es rund 160.000 zahlende Gäste an – immerhin eine Steigerung um fünf Prozent zu 2013 – und das bei einem eher suboptimalen Saisonverlauf.

Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht allein in den Großaquarien und dem Pottwal-Skelett, sondern im Gesamtkonzept begründet, an dem Gerd Meurs und Eckehard Bockwoldt stetig feilen. Es vergeht kein Jahr ohne Aktualisierung, Erneuerung oder Erweiterung im oder am Wattforum. Der Leiter und sein Stellvertreter haben dabei stets den Blick auf die Besucher gerichtet. Ein Beispiel: Die Renovierung im vorigen Jahr mit der Neugestaltung der Aquarien sowie dem Bau eines Kriechtunnels für die jüngsten Besucher. Doch auch Sonderaktivitäten tragen zu einer Steigerungen von Attraktivität und Besucherzahlen bei. „Wir betrachten das als Service“, sagt Gerd Meurs und freut sich über die enorme Akzeptanz – ob zur Biike, zu Lesungen und Konzerten oder beim Sommerfest. Zum Nikolaus-Tauchen kamen 700, zur Halloween-Party allein mehr als 3.000 Besucher.

Unlängst stellte der Multimar-Chef das Konzept für den fünften Bauabschnitt vor. In dessen Fokus rückt der Außenbereich: Spielgelände, Naturerlebnispfad, Fischkutter, Schute, Seetonnen und als Attraktion ein Otter-Gehege. Damit setzt die Einrichtung weiterhin auf Tiere als Botschafter für den Naturschutz. „Die Chance, Otter in der freien Natur zu sehen, ist sehr gering“, sagt Meurs, der die Otter am Multimar mit Fütterungsaktionen in Szene setzen möchte. Wichtig ist dem Biologen jedoch, Mensch und Tier auf Distanz zu halten. „Wir wollen sie nicht vermenschlichen. Sie sollen wild bleiben.“

Schon seit langer Zeit gibt es Bestrebungen, die scheuen Tiere auf der Halbinsel wieder anzusiedeln. Mit dem Otter soll Eiderstedt einen weiteren Sympathieträger erhalten. „Wir wollen unsere Besucher zum Staunen bringen“, sagt Meurs – und er glaubt, dass ihm das nicht nur mit den Tieren, sondern auch mit dem Fischkutter gelingen wird, der das Außengelände bereichern soll. Im Gegensatz zu dem Kutter, der vor Jahren unweit des Wattforums auf der Hafenspitze thronte, soll das Fischereifahrzeug auf dem Außengelände der Nationalpark-Einrichtung nämlich die Geschichte und Tradition des Fischfangs in der Region erzählen, denn die Eigenart der Küste und der darin wirtschaftende Mensch sind Bestandteil des Konzepts.

Im Juni sollen Einzelheiten aus den Plänen vorgestellt und dann peu à peu mit der Umsetzung des Baus begonnen werden. Die Vollendung des fünften Bauabschnitts ist in 2017 vorgesehen.

 

Kostenfrei erkunden: Das Multimar Wattforum lädt noch bis zum 28. Februar alle Multiplikatoren aus der Region zum kostenfreien Erkunden der Ausstellung ein: Mitarbeiter von Kurverwaltungen und Tourismuszentralen, Vermieter von Ferienunterkünften, Hoteliers, Gastronomen, Watt- und Gästeführer, Nationalpark-Partner sowie Lehrkräfte aus Schulen und Kindergärten. Ab einer Gruppengröße von zehn Personen wird eine kostenfreie Führung angeboten. Buchungsanfragen werden unter Telefon 04861/96200 oder per E-Mail unter info@multimar-wattforum.de entgegengenommen.

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erstellt am 19.Feb.2015 | 12:30 Uhr

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