Nordfriesland : Stelldichein der Förster und Waldbesitzer

Eine Exkursion führt in den Süderlügumer Forst.
Eine Exkursion führt in den Süderlügumer Forst.

Rund 250 Förster und Waldbesitzer sind bei einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft in Nordfriesland dabei.

shz.de von
07. Juni 2018, 09:00 Uhr

Sie hat sich dem Ziel verpflichtet, Forstwirtschaft ökologisch und gleichzeitig ökonomisch zu optimieren. Zurzeit tagt die Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) in Nordfriesland. Den Auftakt bildet heute eine interne Veranstaltung mit Fachvorträgen im Nordsee-Congress-Centrum in Husum. Morgen geht es dann hinaus in den Süderlügumer Forst als nördlichstes Revier der schleswig-holsteinischen Landesforsten und auch der Bundesrepublik.

Die ANW verfolgt folgende Grundsätze: Mischwald-Prinzip, standortheimische Baumarten, Aufbau mehrschichtiger Waldstrukturen, waldverträgliche Schalenwild-Dichten und Verzicht auf Düngung und chemische Pflanzenschutzmittel. Die Landesforsten behandeln ihre Wälder nach vergleichbaren Prinzipien. Deshalb sind rund 250 Förster und Waldbesitzer aus Deutschland bei dem Austausch dabei.

Hintergrund: Vor rund 130 Jahren war die Landschaft an der Westküste wesentlich durch waldfreie Heideflächen und Moore geprägt. Es folgte eine Aufforstungswelle – federführend durch den Provinzial-Oberförster Carl Emeis (1831bis1911) – in den Gemarkungen Süderlügum und Westre, aber auch im Bereich der heutigen Försterei Langenberg und Teilen von Drelsdorf. Die Wälder wurden mit dem Ziel begründet, die Landbevölkerung der extrem waldarmen Region mit Holz zu versorgen. Dabei wurden zukunftsfähige Baumarten berücksichtigt. In Nordfriesland haben sich daraus trotz widriger Standortbedingungen beeindruckende Wälder entwickelt, „für die wir Förster unsere Verpflichtung sehen, diese zu erhalten und gerade auch im Hinblick auf die Klimaveränderung weiterzuentwickeln und zu bewirtschaften“, heißt es dazu.

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