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Besuch des Bundespräsidenten : Steinmeier: Heimat-Diskussion in Husum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei seinem Besuch in Husum unterhielt sich der Bundespräsident mit jungen Menschen über Fragen der Herkunft und traf 160 Ehrenamtler im Schloss.

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erstellt am 05.Okt.2017 | 21:42 Uhr

Um 18 Uhr rollte er vorm Rathaus vor, der Bundespräsident, in Begleitung von Ehefrau Elke Büdenbender. Und dann hieß es für Frank-Walter Steinmeier ein eigentlich eng getaktetes Programm in der Storm-Stadt zu absolvieren. Doch schon in der ersten Station, dem Theodor-Storm-Haus, gelang es, ein Moment der Ruhe und des Austausches zu finden: Dort traf der Bundespräsident auf eine Gruppe junger Menschen aus der Region, mit denen er sich über das unterschiedliche Verständnis des Begriffes Heimat austauschte.

Wie schwierig es sein kann, sich heimisch zu fühlen, wenn man – wie eine junge Frau – aus zwei Kulturen stammt, wie schlimm es ist, wenn fremdenfeindliche Anfeindungen auf einmal zunehmen, das vermittelten die Schülerinnen und Ehrenamtler Steinmeier eindrücklich. „Wir müssen uns davon trennen, das Heimat etwas ist, das man in einen Panzerschrank einschließen kann. Das wird nicht gelingen“, versuchte der Bundespräsident seine Vorstellung von einem wandelbaren Heimatbegriff zu vermitteln.

Und, klar, um Storm ging es in dem Gespräch natürlich auch: Das Zitat Steinmeiers, dass Heimat in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit weise, hätte sicherlich auch auch Theodor Storm gefallen, erklärte Philipp Theisohn, Präsident der Theodor-Storm-Gesellschaft und ging damit auf Steinmeiers Rede zum Tag der Deutschen Einheit ein, mit der der Bundespräsident eine Diskussion über das Thema Heimat angestoßen hatte.

Gemeinsam mit den jungen Leuten und Storm-Sekretär Christian Demandt hatte Theisohn dem Staatsoberhaupt zuvor die Besonderheiten des Hauses in einer kurzen Führung vermittelt.

Ein paar Schaulustige hatten sich in der Wasserreihe inzwischen auch positioniert, um einen kurzen Blick auf den Bundespräsidenten zu werfen - generell aber reagierten die Husumer auf den hohen Besuch nordfriesisch-gelassen.

Steinmeier durfte kurz ins Hotel, um dann zum letzten Tagesordnungspunkt gefahren zu werden: Ein Stehempfang für 160 ehrenamtlich tätige Menschen im Schloss vor Husum. Zu ihnen gehörten auch zahlreiche Nordfriesen – wie Christian Albertsen. Der Kreiswehrführer überlegte zunächst scherzhaft, ob er den Bundespräsidenten nicht spontan nach Tönning bringen sollte, um ihm nordfriesisches Ehrenamt in Aktion zu zeigen. Dort kämpften Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks gestern gegen die Überschwemmungen durch den Starkregen (siehe Seite 9). Doch auch das Treffen im trockenen Schloss kam bei Albertsen gut an: „Toll, dass er bei seiner Reise auch ans Ehrenamt denkt.“

Lob bekamen die Gäste aber zunächst einmal von Ministerpräsident Daniel Günther: „Jeder zweite Schleswig-Holsteiner übt ein Ehrenamt aus - auf diese Quote können wir stolz sein!“

Steinmeier, der übrigens seit König Christian VIII. von Dänemark im Jahr 1847 das erste Staatsoberhaupt ist, das das Schloss vor Husum besucht,, würdigte die Gäste als Menschen, „die anpacken“, statt sich nur zu beklagen. Er sei über die Begegnung mit ihnen dankbar.

Heute geht der zweitägige Besuch des Bundespräsidenten in Nordfriesland weiter: Steinmeier soll unter anderem die Hamburger Hallig besuchen.

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